Veranstaltungsbericht

Mit viel #genderpower ins neue Jahr: Bericht vom 3. Treffen des DGVN-Arbeitskreises Gendergerechtigkeit

Teilnehmende des Treffens des DGVN-Arbeitskreises Gendergerechtigkeit (© Inga Christina Müller)

Teilnehmende des Treffens des DGVN-Arbeitskreises Gendergerechtigkeit (© Inga Christina Müller)

Ob in ländlichen Gebieten oder den Metropolregionen der Welt – geschlechterbedingte Ungleichheiten oder gar explizite Diskriminierung stehen oftmals auf der Tagesordnung. Beim dritten Treffen des DGVN-Arbeitskreises Gendergerechtigkeit in den Räumen des DGVN-Generalsekretariats in Berlin (auch Gender-AK genannt) wurde sich mal wieder intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Sei es die unterschiedliche Betroffenheit durch Klimawandelfolgen, der Umgang im Popkulturgeschehen oder die Stellung am Arbeitsmarkt und in der Politik. Angeregt wurden die unterschiedlichsten Problemstellungen diskutiert, Meinungen ausgetauscht, Lösungsansätze gesucht und versucht, die verschiedenen Themen in Bezug zu SDG5, (dem nachhaltigen Entwicklungsziel Nr. 5 der Vereinten Nationen unter dem Titel „Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen“) zu setzen. Im Mittelpunkt dabei stand neben dem Wunsch, das Empowerment von Frauen und Mädchen auf (inter-)nationaler Ebene zu stärken, immer wieder der Einbezug aller sozialen Geschlechter.

Das Ziel des zweitägigen Treffens war es zu entscheiden, was für Veranstaltungen und Aktionen im laufenden Jahr vom Gender-AK geplant oder unterstützt werden sollten. Außerdem war als ein Programmpunkt ein Workshop zur 62. CSW-Konferenz (Commission on the Status of Women – Frauenrechtskommission) angesetzt. Mit dabei waren insbesondere die beiden diesjährigen Jungendbeobachterinnen zur CSW Shila Block und Frederike Booke, die im Rahmen des Youth4CSW-Programms der DGVN als Teil der offiziellen Regierungsdelegation an der Konferenz teilnehmen werden. In dem Workshop wurden die Struktur der Konferenz, aber auch Fragen zu Bildungszugang, Jugendpartzipation und vor allem zu ländlicher Entwicklung, dem Schwerpunktthema der diesjährigen CSW, erörtert, damit sich die Jungendbeobachterinnen mit viel Input und Hintergrundwissen an der Konferenz beteiligen können.

 

Was ist der Gender-AK?

Der Gender-AK wurde im März 2017 von den beiden ehemaligen Jugenddelegierten Carina Lange und Elise Zerrath initiiert. Die Idee der beiden dabei war, das Jahresthema der DGVN für 2017 „Gendergerechtigkeit“ mit mehr Leben zu füllen und gleichzeitig DGVN-Mitgliedern sowie externen Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich aktiv in der DGVN einzubringen: Der Arbeitskreis soll zur Austausch- und Organisationsplattform für Menschen werden, denen Gender Equality eine Herzensangelegenheit ist“.

In den folgenden neun Monaten haben sich Mitglieder des Gender-AK bei verschiedenen Veranstaltungen der DGVN eingebracht, indem sie an der Organisation beteiligt waren oder als Panelistin oder Moderatorin auf dem Podium saßen, wie etwa bei „Frauenrechte weltweit erstreiten, aber wie?“ im Juni 2017 oder „LGBTI Rights are Human Rights - LGBTI-Rechte im internationalen Kontext“ im Semptember 2017. Zudem hat der AK bei der Jungendklimakonferenz (COY13) im November in Bonn, die vorab zur UN-Klimakonferenz (COP23) stattfand, einen sehr erfolgreichen Workshop zu „Women‘s Call for Climate Justice“ abgehalten.

Zusätzlich zu den Veranstaltungen haben sich innerhalb des AK’s verschiedene Arbeitsgruppen gegründet, die ganz spezielle Projekte verfolgen.

 

Berichte aus den Arbeitsgruppen

Besonders tolle Arbeit seit der Gründung des Gender-AK leitet die Arbeitsgruppe „Interview“ unter der Federführung von Shila Block und Helena Kiess. Die zwei Studentinnen haben im vergangenen Jahr sieben sehr interessante Interviews mit inspirierenden Frauen aus dem Kontext der Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen geführt. Die Interviews stehen als Podcast und zum Lesen auf dem DGVN-Blog #ItsYourUN bereit.

Zudem arbeitet die Arbeitsgruppe „Gender-Modul“an einem neuen Modul für das Programm „UN im Klassenzimmer“ der DGVN. Marle Schumann, Marie Vriel, Mareike Peschau und Ann-Kathrin Rothermel haben erfolgreich ein Konzept für das Modul erarbeitet. In den nächsten Wochen soll das Modul seinen ersten Probedurchlauf an einer Schule erfahren wird. Geplant ist, dieses Modul dann ab dem Frühjahr in Schulungen für UNiK-Teamer_innen mit zu integrieren.

 

Was ist für 2018 geplant?

Zur Zeit sind verschiedene Veranstaltungen angedacht. Einige Mitglieder des AK planen einen Workshop zur Erarbeitung von Ansätzen zum Empowerment von Frauen und Mädchen in Koorperation mit dem DGVN-Landesverband Baden-Württemberg. Des Weiteren befinden Podiumsdiskussionen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Beteiligung Deutschlands bei der Umsetzung von SDG5 sowie zur Stellung von Frauen in der Wirtschaft in der Konzeptionsphase. Außerdem sind Aktionen zu bestimmten internationalen Tagen, die sich mit Frauen- und Mädchenrechten befassen, geplant.

Zudem soll sich eben den oben genannten Arbeitsgruppen, die natürlich weitergeführt werden, eine weitere AG etablieren, die zur #HeForShe-Kampagne von UN Women und an der Verbreitung dieser Kampagne in Deutschland arbeiten soll.

Das vierte Treffen des Arbeitskreis Gendergerechtigkeit wird voraussichtlich Anfang der zweiten Jahreshälfte stattfinden. Der Arbeitskreis freut sich stets über neue Mitglieder – egal welchen Alters oder Geschlechts! Wenn Sie Interesse haben, generell beim Arbeitskreis mitzuwirken, sich speziell in einer der Arbeitsgruppen zu engagieren oder einfach eine Frage haben, schreiben Sie gerne ein E-Mail an mueller@dgvn.de.

Inga Christina Müller