Menschliche Entwicklung Gendergerechtigkeit & Frauenrechte (SDG 5)

WHO: In Afrika und Südostasien mehr Gesundheits-Initiativen erforderlich

Etwa 40% aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren ereignen sich im ersten Monat des Lebens, die meisten davon in der ersten Woche. Diese Erkenntnis ist für die Weltgesundheitsorganisation WHO ein Anlass, verstärkte Bemühungen für die Reduzierung der Kindersterblichkeit vor allem in armen Ländern der Welt zu fordern. Das geht aus dem jüngsten Bericht der WHO über die Fortschritte bei der Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele im Gesundheitsbereich hervor. Bisherige Erfolge im Kampf gegen die Kindersterblichkeit lassen sich daran ablesen, dass sich die Zahl der weltweit gestorbenen Kinder unter fünf Jahren zwischen 1990 und 2008 von 12,5 Mio. auf 8,8 Mio. vermindert hat, also um 30%.
Diese Angaben sind im WHO-Berichts „World Health Statistics 2010“ enthalten. Dort wird weiter dargestellt, dass auch auf einigen weiteren für die Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele wichtigen Gebieten seit 1990 erhebliche Erfolge erzielt worden sind. So hat sich der Anteil der untergewichtigen Kleinkinder von 25% auf 16% vermindert. Der Anteil der Weltbevölkerung, der Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, stieg von 77% auf 87%. Damit wird dieses Millenniumsziel global erreicht werden.
Zu den erfreulichen Ergebnissen der WHO-Analysen gehört auch, dass sich die Zahl der neuen HIV-Infektionen zwischen 2001 und 2008 weltweit um 16% vermindert hat. Allerdings gibt es regional sehr große Unterschiede bei der Erreichung der Ziele. Vor allem Afrika südlich der Sahara und Teile von Südostasien werden bis 2015 verschiedene wichtige Millenniumsentwicklungsziele nicht erreichen.
Besonders beunruhigend ist, dass dort die Müttersterblichkeit weiterhin auf einem sehr hohen Niveau bleibt. Ein Grund dafür ist, dass in Afrika mehr als die Hälfte der Geburten ohne die Begleitung durch eine fachlich qualifizierte Person stattfindet. Komplikationen führen hier rasch zum Tod von Mutter und Kind. Die Tatsache, dass sich der Anteil der Menschen, der in Afrika Zugang zu gesundheitlich unbedenklichen Toiletten hat, nur langsam erhöht, hat unmittelbare Auswirkungen auf die Erreichung mehrerer Millenniumsentwicklungsziele. 1990 betrug der Anteil 30%, bis 2008 stieg er lediglich auf 34%.
Die Statistiken der Weltgesundheitsorganisation belegen, dass in den kommenden fünf Jahren vor allem in Afrika und Südostasien große Anstrengungen erforderlich sind, um der Erreichung der für die Gesundheit wichtigen Millenniumsentwicklungszielen zumindest deutlich näher zu kommen. Weitere Informationen zu den WHO-Daten finden Sie hier. (Frank Kürschner-Pelkmann)  

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