Menschliche Entwicklung

WHO: Erfolge im Kampf gegen Malaria

„Die Ergebnisse, die in diesem Bericht dargestellt werden, sind die besten der letzten Jahrzehnte. Nach so vielen Jahren der Verschlechterung und der Stagnation der Malaria-Situation sind jetzt die Länder und ihre Entwicklungspartner in der Offensive. Die gegenwärtigen Strategien zeitigen Erfolge.“ Mit diesen Worten stellte Margaret Chan, die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, am 14. Dezember 2010 den „World Malaria Report 2010“ vor.
In Afrika hat sich in den letzten zehn Jahren in 11 Ländern die Zahl der Malaria-Erkrankungen bzw. der Malaria-Behandlungen um mehr als 50% vermindert, und auch in zahlreichen anderen afrikanischen Ländern sind große Erfolge im Kampf gegen die Krankheit zu verzeichnen, ebenso in Asien und Lateinamerika. Ein Ergebnis ist, dass sich die Zahl der weltweit registrierten Todesfälle durch Malaria von 985.000 im Jahre 2000 auf 781.000 im Jahre 2009 vermindert hat.
Ein wichtiger Grund für diese Erfolge ist die sehr viel stärkere Verbreitung von imprägnierten Moskitonetzen sowie das Sprayen in Wohngebäuden. Vor allem Kinder können so vor einer lebensgefährlichen Erkrankung bewahrt werden. 35% der Kinder in malariagefährdeten Gebieten in Afrika schlafen inzwischen unter imprägnierten Malaria-Netzen. 11 afrikanische Länder produzieren inzwischen ausreichend lokale Malaria-Medikamente, 2005 waren es erst fünf Länder gewesen. Auch in vielen anderen Ländern in Afrika hat die kostengünstige lokale Produktion von Malaria-Medikamenten stark zugenommen.  

Mehr Finanzmittel und bessere Testmethoden

2009 standen weltweit 1,5 Mrd. Dollar für die Malariabekämpfung zur Verfügung, die höchste jemals bereitgestellte Summe. 2010 ist der Betrag vermutlich auf etwa 1,8 Mrd. Dollar gestiegen. Um Malaria weltweit auszumerzen, wären allerdings etwa 6 Milliarden Dollar jährlich erforderlich.
Die WHO entwickelt gegenwärtig das Konzept der Malaria-Bekämpfung weiter. Preiswerte und zugleich verlässliche Testmethoden, die einfach einzusetzen sind, veranlassen zu der Empfehlung, bei Verdachtsfällen einer Erkrankung zunächst zu testen, bevor mit einer Behandlung begonnen wird. Das bewahrt Patienten vor einer möglicherweise nicht erforderlichen Behandlung, spart Kosten und vermindert zugleich das Risiko, dass sich durch eine zu starke Nutzung von Medikamenten neue Resistenzen entwickeln.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Herunterladen des Berichts finden Sie hier.
(Frank Kürschner-Pelkmann)

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