Verantwortungsvoller Konsum (SDG 12)

UN-Friedensbotschafter George Clooney soll sich für Fair-Trade-Kaffee einsetzen

George Clooney auf einer Pressekonferenz im UN-Hauptquartier in New York zur Lage in Darfur; Foto: UN Photo

George Clooney während eines Besuchs der Demokratischen Republik Kongo; Foto: UN Photo

„Der geheime Clooney-Spot, der Nespresso geschockt hat“ – Unter diesem Titel verbreitet das schweizerische Arbeiterhilfswerk Solidar Suisse zurzeit einen Werbespot, in dem ein Doppelgänger des Hollywoodstars und Nespresso-Werbeträgers George Clooney erst einem herabstürzenden Konzertflügel ausweichen kann, dann aber von einem umherschwingenden Nespresso-Schild getroffen wird. Der Spot, der mittlerweile von über 500.000 Nutzern auf der Videoplattform Youtube angesehen wurde, ist Teil einer Kampagne von Solidar Suisse, die die schlechten Arbeitsbedingungen von Kaffeebauern weltweit anprangert, von denen auch der schweizerische Lebensmittelkonzern Nestlé und seine Kaffeemarke Nespresso profitiert.

Aufgaben als UN-Friedensbotschafter seit Januar 2008

Clooney steht im Mittelpunkt der Kampagne aufgrund seiner Funktion als Friedensbotschafter der Vereinten Nationen. Seit seiner Ernennung im Januar 2008 soll er zusammen mit elf weiteren prominenten Friedensbotschaftern die Werte und Ziele der Vereinten Nationen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und auf die Bemühungen der Organisation, das Leben von Milliarden von Menschen weltweit zu verbessern, aufmerksam machen. Clooney repräsentiert also die gesamte Bandbreite von Zielen und Aktivitäten der Vereinten Nationen, zu denen neben klassischen Aufgaben wie der Friedenssicherung auch die Bekämpfung von Armut, Umweltschutz und die Förderung von nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung gehören.

Kritik an Nestlés Vernachlässigung von Fair-Trade-Standards

Laut Solidar Suisse ist Clooneys Werbepartnerschaft mit Nestlé daher unvereinbar mit seinem Engagement als UN-Friedensbotschafter. Der Konzern würde nur einen verschwindend geringen Teil seiner Kaffeeprodukte aus tatsächlich fair gehandeltem Kaffee herstellen und sich ansonsten durch den Verweis auf hauseigene und andere inhaltsschwache Fair-Trade-Labels sozialer und verantwortlicher darstellen, als er eigentlich ist. In Wahrheit würde Nestlé aber einen Großteil seines Kaffees weiterhin aus Quellen mit fehlenden Lohn- und Umweltschutzstandards und Kinderarbeit beziehen. Solidar Suisse fordert Clooney deswegen auf, seine Werbetätigkeit für Nestlé einzustellen, solange der Konzern sein Sortiment nicht auf fair gehandelten Kaffee umstellt. Besucher des Internetauftritts von Solidar Suisse können auf der Seite eine entsprechende E-Mail an Clooney versenden. Während sich Vertreter von Nestlé bereits mit Solidar Suisse getroffen und einer unabhängigen Beurteilung ihrer Fair-Trade-Standards zugestimmt haben, hat Clooney selbst bisher nicht auf die Kampagne reagiert. 

(Jens Busch)

Weitere Informationen zur Kampagne von Solidar Suisse unter: http://www.solidar.ch/

Sehen Sie nachfolgend den Werbespot von Solidar Suisse auf Youtube