Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung (SDG 8)

Gefährliche Geschäfte mit gefälschten Produkten

Gefälscht: Kauf Dich nicht in die organisierte Kriminalität ein

„Gefälscht: Kauf Dich nicht in die organisierte Kriminalität ein“ lautet der Slogan einer UN-Kampagne gegen gefälschte Produkte. Foto: UNODC

Auf 250 Milliarden Dollar im Jahr schätzt das „Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung“ (United Nations Office on Drugs and Crime – UNODC) das Geschäft mit gefälschten Produkten. In dieser Zahl enthalten sind nur die grenzüberschreitend gehandelten Waren. Rechnet man die im jeweils eigenen Land abgesetzten gefälschten Produkte sowie die über das Internet verbreiteten gefälschten digitalen Produkte hinzu, steigt der Betrag noch um einige Hundert Milliarden Dollar. 

Vielen Konsumenten fehlt bisher das Bewusstsein dafür, welche Risiken sie durch den Kauf von gefälschten Produkten eingehen und dass sie auf diese Weise weltweit operierende kriminelle Organisationen unterstützen. Um das öffentliche Bewusstsein für den Preis des Booms von gefälschten Produkten zu wecken, hat UNODC am 14. Januar 2014 die Kampagne „Counterfeit: Don’t buy into organized crime“  („Gefälscht: Kauf Dich nicht in die organisierte Kriminalität ein”) gestartet. 

Tödliche Mixturen

Besonders große Gefahren gehen vom Geschäft mit gefälschten Medikamenten aus. Oft sind die Gewinne um ein Mehrfaches höher als im Drogengeschäft, weil gefälschte Medikamente vermarktet werden, die keinerlei oder nur eine geringe Menge Wirkstoffe enthalten und auf billigste Weise aus Backpulver und ähnlich billigen Substanzen hergestellt werden. Nicht selten enthalten die gefälschten Medikamente gesundheitsgefährdende Substanzen. In den allermeisten Fällen besitzen sie nicht die heilende oder gesundheitsfördernde Wirkung der echten Medikamente. Das kann tödliche Folgen haben, etwa für an Malaria erkrankte Kleinkinder, denen eine wirksame Behandlung vorenthalten wird. Deshalb ist es alarmierend, dass in manchen Entwicklungsländern 30 Prozent aller angebotenen Medikamente gefälscht sind. Besonders die Armen kaufen sie ungewollt auf Märkten, weil sie sich die teureren Medikamente in Apotheken nicht leisten können.

Auch von gefälschten Reifen, Bremsen oder Flugzeugersatzteilen können Risiken ausgehen, weil sie meist nicht den Qualitätsstandards der Originale entsprechen. Ebenso erfüllen viele gefälschte Konsumartikel nicht die erforderlichen Sicherheitsstandards und können schwere Verletzungen oder sogar Todesfälle auslösen. 

Fest in der Hand internationaler krimineller Banden

„Im Vergleich zu anderen Verbrechen wie dem Drogenhandel stellen die Produktion und der Vertrieb von gefälschten Produkten für Kriminelle eine Möglichkeit dar, geringe Risiken mit hohen Gewinnen zu verbinden.“

Sardar Sarovar Staudamm, Gujarat, Indien
Etwa 16 Prozent der Elektrizität weltweit wird derzeit durch Wasserkraft erzeugt. Doch der Bau von Staudämmen hat oft negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die ansässige Bevölkerung. (Foto: Christina Kamp)

Politische Empfehlungen

Die fünfte Ausgabe des UN-Weltwasserentwicklungsberichts soll Entscheidungsträgern, verschiedenen Interessengruppen und Praktikern helfen, Verbindungen, potenzielle Synergien und Kompromisse zwischen dem Wasser- und Energiesektor zu erkennen und damit umzugehen.

Die neuen Ziele für nachhaltige Entwicklung ("Sustainable Development Goals" – SDGs) nach 2015 werden den Zugang der Menschen zu Wasser und Energie zentral in den Blick nehmen müssen. Der Bericht weist auf mangelnde Koordination und Planung zwischen beiden Sektoren hin. Es brauche Regularien, die den Prioritäten in beiden Bereichen Rechnung tragen. Die Autoren drängen auf ein besseres Management und eine koordinierte, integrierte Planung auf allen Ebenen, um Wasser- und Energieknappheit entgegenzuwirken und natürliche Ressourcen zu schützen. Sie empfehlen angemessenere Preisstrukturen für Wasser und Energie, mit entsprechenden Subventionen zur Versorgung armer und benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Um Finanzierungslücken bei der Erstellung von Infrastruktur zu schließen, eine verlässliche Versorgung sicherzustellen, ineffiziente Investitionen zu vermeiden und den staatlichen Versorgern zu helfen, ihre Kosten zu decken, schlagen die Autoren Kooperationen der öffentlichen Hand mit der Privatwirtschaft vor. Das gilt auch für die Förderung weniger wasserabhängiger, regenerativer Energieträger. Da Wasser und Energie wichtige gesellschaftliche Implikationen haben, insbesondere auch in Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter, sollten Entscheidungsträger solche Fragen im Blick haben.

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