Millenniums-Entwicklungsziele Menschliche Entwicklung

Anerkennung des Menschenrechts auf Wasser international begrüßt

Die Resolution der UN-Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 28. Juli 2010, den Zugang zu sauberem Trinkwasser als Menschenrecht anzuerkennen, ist international auf positive Reaktionen gestoßen. Catarina de Albuquerque, die unabhängige UN-Expertin für Menschenrechte, Wasser und Sanitärversorgung, hat diese Entscheidung als wegweisend und als wichtiges Signal für die Welt begrüßt. Sie strich besonders heraus, dass diese Resolution einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum UN-Gipfeltreffen zu den Millenniums-Entwicklungszielen im September darstellt: "Angesichts von fast einer Milliarde Menschen, die keinen Zugang zu einer angemessenen Trinkwasserversorgung haben, und 2,6 Milliarden Menschen ohne eine angemessene sanitäre Versorgung ist die Anerkennung des Menschenrechts auf Wasser und Sanitärversorgung ein positives Signal der internationalen Gemeinschaft und zeigt die Entschlossenheit, diese Probleme anzugehen."
Die Annahme der Resolution zum Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung wurde auch von vielen nichtstaatlichen Organisationen begrüßt, die sich schon seit Jahren für die internationale Anerkennung dieses Rechts eingesetzt haben. Michael Windfuhr, Leiter des Teams Menschenrechte bei "Brot für die Welt", hob hervor, es sei vor allem erfreulich, dass kein Land gegen die Resolution gestimmt habe und „dass das Recht auf sanitäre Grundversorgung enthalten ist, das bislang selten im Fokus der Vereinten Nationen stand". Gegenüber der UN-Millenniumskampagne äußerte Windfuhr in einem Interview: "Ausreichend sauberes Wasser ist laut UNICEF die Grundvoraussetzung, um Krankheiten wie Cholera, Typhus oder Durchfall zu verhindern. Die Kindersterblichkeit aufgrund von Unterernährung ist in vielen Entwicklungsländern nicht deswegen so hoch, weil sie zu wenig zu Essen haben, sondern weil ihnen der Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung fehlt und sie deswegen an Durchfallerkrankungen leiden. Auch die Müttersterblichkeit könnte erheblich verringert werden, wenn die Sanitärversorgung für schwangere Frauen verbessert werden würde."
Dorothea August, WWF-Expertin für Wasserressourcenmanagement, erklärte zu der Entscheidung der UN-Generalversammlung: "Wir befinden uns zunehmend in einer weltweiten Wasserkrise. Daher war es höchste Zeit, den Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Menschen auf der Erde in einer UN-Resolution zu verankern. Das Menschenrecht auf sauberes Wasser weltweit ist ein großer Schritt. Damit wird auch die Verantwortung für das Management der natürlichen Wasserressourcen neu und erweitert verankert. Wer allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen will, kann dies nur durch den Schutz der Wasser-Ökosysteme erreichen."


(Frank Kürschner-Pelkmann)

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