DGVN-NEWSLETTER, November 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

Küstenbewohner im Senegal fliehen vor dem steigenden Meeresspiegel und der näher kommenden Wüste, Familien aus Mosambik müssen wegen Tropenstürmen und Überschwemmungen ihr Zuhause verlassen, und griechische Olivenbauern verlassen ihr Land wegen der Hitze und der Dürre, die ihre Böden zerstören. Was haben diese Menschen gemeinsam? Alle fliehen vor den Folgen des Klimawandels.

Schon im letzten Newsletter hatten wir auf eines unserer Projekte aufmerksam gemacht: "Klimaflucht - Bedrohte Lebenswelten". Mit dieser Ausstellung wollen wir auf das Schicksal dieser Menschen aufmerksam machen und auf die Notwendigkeit globaler politischer Lösungen im UN-Rahmen hinweisen. Denn die Menschen, die von den Klimafolgen bedroht sind, haben noch etwas gemeinsam: Für sie gibt es weder hinreichende Schutznormen noch zuständige Institutionen. Im völkerrechtlichen Sinne gelten sie nicht als Flüchtlinge, denn die Genfer Flüchtlingskonvention erfasst nur politische Flüchtlinge, die bei ihrer Flucht eine Grenze überschreiten.

Zum ersten Mal möchte die DGVN ein Projekt über Crowdfunding finanzieren. Die erste Hürde wurde bereits genommen: Wir haben genügend ideelle Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden, um das Projekt an den Start zu bringen. Jetzt wird es ernst: Um die Ausstellung bauen zu können, bitten wir auch um Ihre finanzielle Unterstützung. Auf unserer Crowdfunding-Seite können Sie sich genauer informieren - und sich gegen einen finanziellen Beitrag ein besonderes "Dankeschön" aussuchen - Publikationen der DGVN, einen Stoffbeutel mit Ausstellungslogo, eine Reise zur Eröffnung der Ausstellung oder - besonders exklusiv - eine Armbanduhr von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Für Spenden können wir als gemeinnützige Organisation natürlich auch eine Spendenbescheinigung ausstellen. Wir bedanken uns jetzt schon herzlich für Ihre Mithilfe!

Am 20. November 2014 wird die UN-Kinderrechtskonvention 25 Jahre alt. Das würdigen wir gebührend und veröffentlichen auf unserem Menschenrechtsportal  in der Woche vom 17.11. an jeden Tag einen Text zu verschiedenen Aspekten des Themas Kinderrechte. Wir wünschen erkenntnisreiche Lektüre!

 

Ihre Online-Redaktion

Veranstaltungen

Die Rubengera Technical Secondary School. Foto: R. Gröschel
TeilnehmerInnen der Reise vor der Rubengera Technical Secondary School. Foto: R. Gröschel

Der Völkermord in Ruanda jährt sich in diesem Jahr zum 20. Mal. Um die Hintergründe und Auswirkungen des Genozids besser verstehen zu können, aber auch um zu untersuchen, welche Lehren die internationale Gemeinschaft hieraus gezogen hat, unternahm die DGVN im September diesen Jahres unter der Leitung des stellvertretenden DGVN-Vorsitzenden Dr. Ekkehard Griep eine Studienreise nach Ruanda.

Um von der Reise zu berichten und diesen Fragen weiter nach zu gehen, lädt die DGVN zu einem Mittagsgespräch mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studienreise ein.

Raum für Zivilgesellschaft? Eine Podiumsdiskussion mit Maina Kiai und Basil Fernando

Berlin, 27. November, 17:30 Uhr

Logo von Brot für die Welt und der DGVN
Logos von Brot für die Welt und der DGVN

Die DGVN und Brot für die Welt laden herzlich zu einer Podiumsdiskussion mit dem UN-Sonderberichterstatter für Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Maina Kiai, und dem Gründer und Programmdirektor der Asian Human Rights Commission, Basil Fernando, ein.

Buchvorstellung: Handlungsmöglichkeiten und Grenzen der Vereinten Nationen

Berlin, 4. Dezember, 16:00 Uhr

Buchcover: Die Vereinten Nationen: Herausforderungen, Chancen und Reformkonzepte

Angesichts des Erscheinens des Bandes „Die Vereinten Nationen. Herausforderungen, Chancen und Reformkonzepte. Ausgewählte Aufsätze von Helmut Volger“ soll neben der Vorstellung des Buches mit dem Autor des Bandes, Prof. Dr. Johannes Varwick und Wolfgang Weisbrod-Weber über die Handlungsmöglichkeiten und die Grenzen der UN aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert werden.

UNO-Samstage der UNi-Gruppe des Landesverbands Berlin-Brandenburg

Berlin, 15.11.2014 und 22.11.2014, 10 Uhr und 11 Uhr

Plakat: UNO-Samstage
Plakat: UNO-Samstage

Die studentische UNi-Gruppe der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) des Landesverbands Berlin Brandenburg lädt euch alle herzlich zu ihren Seminarveranstaltungen, den UNO-Samstagen, ein. Anmeldungen sind via E-Mail an uno-seminar@gmx.de möglich.

Nachrichten

Bundesministerien hissen UN-Flagge

Foto: Das Auswäertige Amt mit gehisster UN-Flagge
UN-Flagge vor dem Auswärtigen Amt ©Auswärtiges Amt

Das Auswärtige Amt, das Bundesministerium der Verteidigung, das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben auf Anregung der DGVN am 24.10.2014 - dem Tag der Vereinten Nationen - die UN-Flagge gehisst. Ein schönes Zeichen!

© Stadt Bonn

Auch in diesem Jahr hat die DGVN anlässlich des Tages der Vereinten Nationen, der alljährlich weltweit am 24. Oktober begangen wird, einiges zu dessen Sichtbarkeit beigetragen und sich an mehreren Veranstaltungen dazu aktiv beteiligt.

„Industriestaaten sollten ihre internationalen Handelsvereinbarungen überdenken“

Dr. Flavia Pansieri und Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemer vor dem Infostand der DGVN ©DGVN/Lehmann

Zum ersten Mal wurde der UN-Tag neben Bonn auch am sächsischen UN-Standort begangen. Die Stadt Dresden, die TU Dresden, das Institut für Integriertes Materialfluss- und Ressourchenmanagement der Universität der Vereinten Nationen (UNU-FLORES) sowie der Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) luden zu einem zweitägigen Programm ein.

Neue Themenseite "Die Vereinten Nationen und Völkermord"

Ein französicher Soldat beschützt ein Flüchlingslager nach dem Völkermord in Rwanda 1994 ©UN Photo/John Isaac

In der Internationalen Strafgerichtsbarkeit gilt Völkermord als das schwerste Verbrechen. Deshalb beschlossen die Vereinten Nationen 1948 das Übereinkommen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermords. Doch was genau ist eigentlich ein Völkermord? Wie definiert sich der Begriff und welche Konsequenzen impliziert er für das Handeln der Vereinten Nationen? Diesen und mehr Fragen gehen wir mit unserer neuen Themenseite auf unserem Menschenrechtsportal nach.

Keine Unterstützung im Kampf gegen ISIS: Sicherheitsrat verharrt in Beobachterrolle

Foto: Im westkurdischen Siedlungsgebiet Rojava ist ISIS bis auf wenige Kilometer herangerückt.
Der Feind rückt näher. Im westkurdischen Siedlungsgebiet Rojava ist ISIS bis auf wenige Kilometer herangerückt. Foto: Mackenzie Knowles Coursin/IRIN

Die islamistische Terrororganisation ISIS (Islamischer Staat im Irak und Syrien) bleibt weiterhin eine massive Bedrohung für die Menschen im Irak, Syrien und im gesamten Nahen Osten. Die schwerbewaffneten Milizen halten nach wie vor ein weites Territorium, das sich über den Großteil Nordsyriens und des Nordiraks erstreckt. Der UN-Sicherheitsrat, Träger der Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit, verharrt derweil in seiner passiven Beobachterrolle.

UN-Aktuell

Kampagne für eine faire, offene und inklusive Wahl des UN-Generalsekretärs

Logo der Kampagne "1 for 7 Billion"

Zusammen mit verschiedenen Partnern hat unsere Schwesterorganisation aus Großbritannien eine Kampagne ins Leben gerufen, die sich gegen eine Quasi-Bestimmung des UN-Generalsekretärs durch Verhandlungen im Hinterzimmer ausspricht - "1 for 7 Billion". Stattdessen soll die Wahl für dieses wichtige Amt in einem "offenen, fairen und inklusiven" Prozess ablaufen. Hier kann man sich beteiligen.

Welttoilettentag 2014: Es geht um Gleichheit und Würde

„Wir können nicht warten”, UN-Plakat zum diesjährigen Welttoilettentag

Ein Drittel der Menschheit hat keinen Zugang zu einer gesundheitlich unbedenklichen sanitären Versorgung. Eine Milliarde Menschen können überhaupt nicht auf Toilette gehen, sondern müssen sich im Freien einen möglichst ruhigen und nicht einsehbaren Platz suchen, und das Tag für Tag. Damit diese Misere, die die Gesundheit und die Würde der betroffenen Menschen bedroht, ein Ende hat, ist entschiedenes Handeln der Weltgemeinschaft gefordert. Darum findet an jedem 19. November der Welttoilettentag statt.

IPCC-Klimabericht: „Wir müssen uns entscheiden“

Präsentation des IPCC-Syntheseberichtes unter Mitwirkung von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon
Präsentation des IPCC-Syntheseberichtes unter Mitwirkung von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. ©UN Photo/Amanda Voisard

Der Weltklimarat IPCC hat die Ergebnisse jahrelanger akribischer Studienarbeit veröffentlicht. Auf der Grundlage der Auswertung von vielen Tausend wissenschaftlichen Arbeiten kann kein Zweifel bestehen, dass der globale Klimawandel rasch voranschreitet und gravierende Auswirkungen für die Menschheit hat. Die gute Nachricht lautet, dass in den nächsten Jahrzehnten die Erderwärmung mit vertretbaren Kosten auf 2 Grad Celsius begrenzt werden kann. Wird aber jetzt nicht gehandelt, werden die Folgen katastrophaler und die Kosten weit höher sein.

UN Women: Gleichberechtigung der Geschlechter als gesamtgesellschaftliche Verantwortung

Logo der Kampagne HeForShe ©UN Women
Logo der Kampagne HeForShe ©UN Women

Im Jahr 2010 beschloss die VN-Generalversammlung eine zusammenhängende Institution zu schaffen, die die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rechte der Frau zur Aufgabe hat. Im Januar 2011 war dann die "Geburtsstunde“ von UN Women, wo seither die Ressourcen und Mandate von bisher vier getrennten Teilen des UN-Systems gebündelt werden.

Publikationen

Eine-Welt-Presse: Familienbetriebene Landwirtschaft - Ein Zukunftsmodell

Titelbild der neuen "Eine-Welt-Presse" ©DGVN

Die Vereinten Nationen haben 2014 zum Internationalen Jahr der Familienbetriebenen Landwirtschaft ausgerufen, um mit diesem Ansatz die Sicherung der Welternährung zu stärken. Die aktuelle "Eine-Welt-Presse" nimmt dieses Thema auf und beleuchtet verschiedene Facetten: Entwicklung und Problemszenarien der Welternährung, Regionale Unterschiede und Herausforderungen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern weltweit sowie die Rolle von NGOs und Internationaler Organisationen bei der Unterstützung dieser Form von Landwirtschaft.

Vereinte Nationen Heft 5/2014

Cover: Heft 5/2014 der Zeitschrift Vereinte Nationen
Cover: Heft 5/2014 der Zeitschrift Vereinte Nationen

Heft 5 der Zeitschrift VEREINTE NATIONEN widmet sich einigen grundsätzlichen Fragestellungen in Bezug auf das Funktionieren wichtiger Institutionen und greift aktuelle Themen wie die Lage in Südsudan, die Ebola-Krise und Ban Ki-moons Klimagipfel auf. Mayeul Hiéramente bewertet, wie sich der Internationale Strafgerichtshof seit seiner Einrichtung im Jahr 2002 entwickelt hat.

Veranstaltungsberichte

Das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung

Eine Podiumsdiskussion mit der UN-Sonderberichterstatterin für die Rechte indigener Völker, Victoria Tauli-Corpuz

Die Teilnehmer der Diskussion, von links: Tom Koenigs, Martin Ondrejka, Theodor Rathgeber, Frank Schwabe, Victoria Tauli-Corpuz und Sabine Schielmann ©DGVN/Biedermann
Die Teilnehmer der Diskussion, von links: Tom Koenigs, Martin Ondrejka, Theodor Rathgeber, Frank Schwabe, Victoria Tauli-Corpuz und Sabine Schielmann ©DGVN/Biedermann

Am 8. Oktober 2014 lud die DGVN in Kooperation mit dem Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie (INFOE)  zu einer Podiumsdiskussion ein. Thema waren unter anderem die ILO-Konvention 169 und die Weltkonferenz über indigene Völker.