Kosovo und Ost-Timor: Neue Erfahrungen am Ende des 20. Jahrhunderts? Blaue Reihe 75

Die Rolle, die die Vereinten Nationen im Kosovo-Krieg und in Ost-Timor gespielt haben, gibt zu großen Sorgen Anlass. Wurde im Kosovo am Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorbei gehandelt, so haben diese in Ost-Timor aktiv versagt. In beiden Fällen haben die Entwicklungen zu großem menschlichen Leid geführt. Die Frage nach der Leistungsfähigkeit des Systems kollektiver Sicherheit der Vereinten Nationen stellt sich also auch am Ende des 20. Jahrhunderts in unverminderter Schärfe, vielleicht sogar dringender denn je. Der Autor diskutiert die völkerrechtliche Bewertung der Antworten der internationalen Gemeinschaft auf die beiden Konflikte. Seine Thesen: Die Nato-Intervention war im Grunde gerechtfertigt, aber dem System der Vereinten Nationen und dem Völkerrecht wurde Schaden zugefügt.

Die Publikation dokumentiert das Einführungsreferat von Prof. Thomas Bruha, XXV. Ordentlichen Hauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen in der Humboldt-Universität zu Berlin am 3./4. Dezember 1999.

Bonn, 2000, 13 Seiten, € 2,50
(Schutzgebühr)

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