Korruptionsbekämpfung fängt zu Hause an

Vor mehr als fünf Jahren unterzeichnete Deutschland das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption. Seither harrt es der Ratifizierung durch Deutschland, obwohl über 120 Staaten diesen Schritt bereits getan haben. Hinderungsgrund ist, laut dem Geschäftsführer von Transparency International Deutschland, die fehlende Bereitschaft von Seiten der CDU/CSU- und der SPD-Fraktionen, einer Verschärfung der bestehenden Regelung der Abgeordnetenbestechung zuzustimmen. Mit dieser Haltung mache sich Deutschland als Vorreiter bei der Korruptionsbekämpfung unglaubwürdig. Es müsse sich von anderen Ländern vorhalten lassen, manchem korrupten Staatsführer als Alibi für eigene Versäumnisse zu dienen. Wolle Deutschland bei der Korruptionsbekämpfung wirklich beispielgebend sein, müsse es die Konvention schnellstens ratifizieren.

Download (pdf) 66 KB

Das könnte Sie auch interessieren

  • Ein Mann mit wütendem Gesichtsausdruck in schwarz weiß und einem Dollarschein über seinen Mund geklebt

    Wes Brot ich ess, des Lied ich sing?

    Der 9. Dezember ist der Internationale Tag gegen Korruption. Den Anlass dazu gab die Unterzeichnung der UN-Konvention gegen Korruption (UNCAC) von 140 Nationen am 9. 12. 2003. Inzwischen ist das Abkommen in 161 Staaten ratifiziert und in Kraft getreten. Deutschland gehört bis heute nicht dazu - neben Saudi-Arabien, Syrien und Sudan. mehr

  • Dr. Sebastian Wolf im Portrait

    Bundestag ermöglicht Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption

    Dr. Sebastian Wolf, Mitglied des Führungskreises von Transparency International Deutschland e. V., über die Ermöglichung der Ratifizierung des ersten globalen UN-Konvention gegen Korruption für die Bundesrepublik Deutschland. mehr

  • Sebastian Wolf

    Internationale Korruptionsbekämpfung Zur Weiterentwicklung des UN-Übereinkommens gegen Korruption

    Deutschland gehörte zu den ersten Staaten, die das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption unterzeichneten. Doch es dauerte mehr als zehn Jahre, bis es im November 2014 in Deutschland in Kraft treten konnte. Der vorliegende Beitrag nennt die Gründe für die späte Ratifizierung, bewertet die Weiterentwicklung des Übereinkommens, insbesondere den umfassenden Überwachungsmechanismus, und… mehr

  • Mark Shaw

    Die UN und Organisierte Kriminalität Die heutigen Instrumente sind nicht mehr ausreichend

    Das Thema Organisierte Kriminalität erfährt international eine neue Aufmerksamkeit. In vielen der vom Sicherheitsrat behandelten Krisen spielt die Organisierte Kriminalität eine große Rolle. Doch oh-ne Einigung auf einen Überwachungsmechanismus und ohne Evaluierung der Wirkung der UN-Konvention gegen die grenzüberschreitende Kriminalität, ist die Antwort der UN auf diese wachsende Gefahr nicht… mehr

  • Gillian Dell

    Eindämmung von Bestechung und Bestechlichkeit Das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die Korruption

    Als ›Internationaler Tag gegen die Korruption‹ soll künftig der 9. Dezember begangen werden – in Erinnerung an die feierliche Besiegelung eines unter der Ägide der UN entstandenen neuen Vertragswerks in Mérida. In der mexikanischen Stadt lag vom 9. bis 11. Dezember 2003 das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die Korruption (United Nations Convention against Corruption, UNCAC) zur Zeichnung… mehr