Hauptbeiträge

Deutschland und die UNAMA: Bisher nur ein Nebenkriegsschauplatz

Johannes Varwick, Martin Schmid, Christian Stock

Trotz des häufig proklamierten UN-Enthusiasmus Deutschlands steht sein Engagement für die zivile UN-Mission UNAMA deutlich im Schatten des NATO-Einsatzes ISAF. Dies äußert sich nicht nur in einer Ungleichgewichtung der materiellen und personellen Unterstützung, sondern auch in einer eher nachlässigen Beachtung der UNAMA bei der Formulierung der deutschen Afghanistan-Politik. Die gleichzeitige Schwäche und Überlastung des derzeitigen UNAMA-Mandats spielt hierbei sicherlich eine Rolle. Mit dem bis 2014 geplanten Abzug der ISAF wird jedoch der UN-Misson eine wachsende Bedeutung zukommen. Deutschland sollte sich daher, aber auch um seiner Rolle als engagiertes UN-Mitglied gerecht zu werden, stärker im Rahmen der UNAMA engagieren.

Download (pdf) 535 KB

Das könnte Sie auch interessieren

  • Peter Wittig

    Deutschland im UN-Sicherheitsrat Schwerpunkte der Arbeit für die Jahre 2011/2012

    Deutschland ist für die Jahre 2011/2012 in den UN-Sicherheitsrat gewählt worden. Daraus ergeben sich sowohl Pflichten als auch Chancen. Zu den Pflichten gehört, bei der Lösung oder zumindest Beruhigung der aktuellen Konflikte eine konstruktive und gestaltende Rolle zu spielen – seien dies Sudan, Somalia, die Côte d'Ivoire, Iran oder Nordkorea. Chancen ergeben sich aus der Übernahme der… mehr

  • Anja Papenfuß

    Libyen – Afghanistan – Japan

    Seit dem Frühjahr 2011 überschlagen sich die Ereignisse in der arabischen Welt. Erst gingen in Tunesien die Menschen auf die Straße, um für mehr Freiheit und bessere Zukunftsaussichten zu demonstrieren, dann in Ägypten, Jemen, Libyen, Bahrain und Syrien. In Libyen wurden die Demonstrationen auf Befehl von Staatschef Muammar al-Gaddafi gewaltsam niedergeschlagen.... mehr

  • Wolfgang Weisbrod-Weber

    Vereinte Nationen und NATO in Afghanistan Wie bestehende Hindernisse der zivil-militärischen Zusammenarbeit überwunden werden könnten

    Eine verbesserte zivil-militärische Zusammenarbeit ist eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg der internationalen Bemühungen in Afghanistan. Dieser verbesserten Kooperation stehen jedoch eine Reihe von Hindernissen im Weg. Für die Phase nach der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen im Jahr 2014 sollte versucht werden, das gegenwärtige Ungleichgewicht zwischen dem… mehr

  • Christian Sigrist

    Afghanistan: Konsequenzen des Scheiterns der NATO

    Schon am 11. September 2001 hat der amerikanische Präsident George W. Bush in seiner Ansprache an die Nation den Krieg gegen den Terrorismus proklamiert, damit sein Land zum Weltsouverän ausgerufen und so die Souveränität einzelner Staaten prinzipiell aufgehoben, insofern Anti-Terror-Maßnahmen dies als erforderlich erscheinen lassen. mehr

  • Thomas Matussek

    »Die faire Beteiligung aller« Rede des Ständigen Vertreters Deutschlands bei den Vereinten Nationen, Thomas Matussek, vor der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen

    In diesen stürmischen, von vielfältigen Krisen gezeichneten Zeiten brauchen wir mehr denn je eine globale Organisation, die alle Mitglieder nutzen und untersützen. Wir brauchen die Vereinten Nationen... mehr