Hauptbeiträge

Das erste Jahr der UNMIK Die Organisation der Zivilverwaltung im Kosovo

Markus Wagner

Noch im Frühjahr 1998 gab der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner Resolution 1160 der Hoffnung Ausdruck, auf der Grundlage »der territorialen Unversehrtheit der Bundesrepublik Jugoslawien« könne eine »sinnvolle Selbstverwaltung« für das Kosovo hergestellt werden. Die Ereignisse nahmen bekanntlich einen anderen Verlauf, und es bedurfte einer – unter Umgehung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen erfolgten – Operation der Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO), um die in Entschließung 1199 festgestellte »Bedrohung des Friedens und der Sicherheit in der Region« zu beseitigen. Mit dem Ende des Luftkriegs der NATO und dem Abzug der jugoslawischen Truppen aus dem Kosovo wurde die Einrichtung einer Zivilverwaltung für das Gebiet dringlich. Erwähnt wird das Thema erst in der Entschließung 1244 vom 10. Juni 1999, mit der die »allgemeinen Grundsätze zur politischen Lösung der Kosovo-Krise« – auf die sich die Außenminister der G-8 wenige Wochen zuvor, am 6. Mai bei ihrem Treffen auf dem Petersberg bei Bonn, geeinigt hatten – angenommen wurden und die Schaffung internationaler »ziviler und Sicherheitspräsenzen« festgelegt wurde.

Download (pdf) 713 KB

Das könnte Sie auch interessieren

  • Michael Bothe, Bernd Martenczuk

    Die NATO und die Vereinten Nationen nach dem Kosovo-Konflikt Eine völkerrechtliche Standortbestimmung

    Während der ersten vier Jahrzehnte ihres Bestehens bewegte sich die Nordatlantikvertrags-Organisation (North Atlantic Treaty Organisation, NATO) völkerrechtlich auf gesichertem Grund. Sie wurde geschaffen als ein Bündnis zur kollektiven Selbstverteidigung für den Fall des Angriffs auf eines ihrer Mitglieder. Ihr Hauptzweck bestand in der Verteidigung der Mitgliedstaaten gegen einen möglichen … mehr

  • Karin Oellers-Frahm

    IGH Jugoslawien und die NATO

    Im Dezember 2004 erklärte sich der Internationale Gerichtshof (IGH) in der Klage Jugoslawiens gegen zehn NATO-Mitgliedstaaten aufgrund des Kosovo-Einsatzes als nicht zuständig. Dieses Urteil baut auf dem Befund auf, daß Jugoslawien zum Zeitpunkt der Intervention nicht Mitglied der UN war – und somit nicht klagebefugt. Noch fand das Gericht besondere Umstände, die eine Klage auch für… mehr

  • Angela Rapp

    Gesellschaftliches Eigentum und Privatisierung Die KTA – eine Treuhandanstalt für den Kosovo

    Seit mehr als vier Jahren verwalten die Vereinten Nationen durch ihre Übergangsverwaltungsmission im Kosovo (United Nations Interim Administration Mission in Kosovo, UNMIK) auf der Grundlage der Resolution 1244(1999) des Sicherheitsrats vom 10. Juni 19991 diese Provinz des ehemaligen Jugoslawien, die formell nach wie vor unter der Souveränität Serbiens steht. Nach den Vorgaben der Resolution 1244… mehr

  • Rafael Biermann

    Zwischen Friedenskonsolidierung und Friedensschaffung Gemischte Bilanz der UN-Verwaltung in Kosovo

    Acht Jahre haben die Vereinten Nationen die Provinz Kosovo verwaltet. Seit Jahresanfang 2007 ringen die Mitglieder des Sicherheitsrats darum, diesen chronischen Konflikt in seinen ›Endstatus‹ zu überführen. Will man den Erfolg der Übergangsverwaltung ermessen, kann man verschiedene Parameter anlegen und kommt zu unterschiedlichen Ergebnissen. Doch die Bilanz ist ernüchternd, nicht nur in punkto… mehr

  • Titelbild Basis-Informationen 39

    UN-Basis-Informationen 39 UN-Friedensmissionen