Stellt sich Deutschland seiner internationalen Verantwortung? Die Kandidatur der Bundesrepublik für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat 2019/2020

Podiumsdiskussion im Rahmen der Verleihung des DGVN-Dissertationspreises

Die Bundesrepublik Deutschland bewirbt sich zum sechsten Mal für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat mit dem Motto ‚Frieden, Gerechtigkeit, Innovation, Partnerschaft‘ für die Jahre 2019/2020. Damit kandidiert Deutschland aus der Regionalgruppe ‚westeuropäische und andere Staaten‘ zusammen mit Belgien und Israel für einen Sitz im sicherheitspolitisch wichtigsten Gremium der Vereinten Nationen. Prägend für die letzte Amtszeit der Bundesrepublik war ihre oft kritisierte Enthaltung zur militärischen Intervention in Libyen im Jahr 2011. Gegenwärtig sieht sich die internationale Staatengemeinschaft mit zahlreichen internationalen Krisen und Konflikten konfrontiert – auch Deutschland muss darauf reagieren. Darüber hinaus wird Großbritannien die EU als Mitgliedstaat voraussichtlich im März 2019 verlassen, was sich ebenfalls auf die Zusammenarbeit der europäischen Staaten im Sicherheitsrat negativ auswirken könnte.

Deutschland war bereits in den Jahren 1977/1978, 1987/1988, 1995/1996, 2003/2004 und zuletzt 2011/2012 Mitglied im Sicherheitsrat. Die DDR war in den Jahren 1980/1981 nichtständiges Mitglied.

Welche Agenda und welche Themen möchte Deutschland im Sicherheitsrat konkret vorantreiben, wenn es von der Generalversammlung in den Sicherheitsrat gewählt wird? Wie verläuft die Wahlkampagne und wofür steht das Land vor dem Hintergrund der Forderung, dass Deutschland endlich mehr internationale Verantwortung tragen solle? Laut Artikel 23 (1) der Charta der Vereinten Nationen qualifizieren sich jene Mitgliedstaaten für eine Bewerbung, die „in erster Linie [einen] Beitrag […] zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit und zur Verwirklichung der sonstigen Ziele der Organisation [leisten].“

Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie gerne zu einer Abendveranstaltung einladen und diese und andere Fragen gemeinsam mit Ihnen im Rahmen der Verleihung des DGVN-Dissertationspreises diskutieren. Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu einem Empfang.

Um Anmeldung bitten wir hier bis zum 20. Februar 2018.

Begrüßung und Preisverleihung

  • Dr. Lisa Heemann, Generalsekretärin der DGVN
  • apl. Prof. Dr. Norman Weiß, Universität Potsdam und Koordinator des DGVN-Forschungsrats
  • Laudatio an den Preisträger von Prof. Dr. Manuel Fröhlich, Universität Trier und Mitglied des DGVN-Forschungsrats
  • Preisverleihung an den Preisträger Dr. Thomas Dörfler, Research Fellow an der United Nations University (UNU), Centre for Policy Research, Tokyo mit seiner Dissertation zum Thema „Security Council Sanctions Committees: From power-based to rule-based decision-making?“

Podiumsdiskussion

  • Andreas Künne, Referatsleiter für den Bereich Sicherheitsrat, Generalversammlung und Friedensmissionen der Vereinten Nationen (OR01), Auswärtiges Amt
  • Dr. Thomas Dörfler, UNU Centre for Policy Research, Tokyo
  • Prof. Dr. Manuel Fröhlich, Universität Trier, Mitglied des DGVN-Forschungsrats
  • Moderation: apl. Prof. Dr. Norman Weiß, Universität Potsdam und Koordinator des DGVN-Forschungsrats

Veranstalter

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)
Redaktion der Zeitschrift VEREINTE NATIONEN

Veranstaltungsadresse

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Einsteinsaal
Jägerstraße 22-23
10117 Berlin