Kulturgüterschutz im System der Vereinten Nationen

Kulturgüterschutz im System der Vereinten Nationen

Die Bilder der zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan, der in Trümmern liegenden antiken Wüstenstadt Palmyra und von zerstörten Weltkulturerbestätten in Timbuktu haben viel Aufmerksamkeit in der internationalen Öffentlichkeit erhalten. Gleichzeitig spiegeln die Fälle auch eine neue Dimension der heutigen Führung bewaffneter Auseinandersetzungen wider, die vermehrt auf die Zerstörung von kulturellen Identitäten abzielen. Deshalb wird der Schutz von Kulturgütern neben der Frage der Erhaltung des weltweiten Kulturerbes, insbesondere im Rahmen des Menschenrechtsschutzes und des humanitären Völkerrechts, als zunehmend wichtige Aufgabe für die Vereinten Nationen angesehen.
Als Kernpunkte kultureller Identität werden Kunstobjekte, bedeutende Schriftstücke, Mahnmale und Begegnungsstätten in Konflikten gezielt von bewaffneten oder terroristischen Gruppierungen wie beispielsweise dem sogenannten Islamischen Staat zerstört. Die steigende Anzahl von Berichten über den Verlust von unschätzbaren Kulturgütern in Syrien, Irak und Mali stehen dafür exemplarisch. Immer häufiger nutzen nicht-staatliche Gewaltakteure gezielt die Zerstörung von Kulturgütern als Mittel der Kriegsführung und „ethnischen Säuberung“. Für die internationale Gemeinschaft macht dies den Schutz von Kulturgütern in bewaffneten Konflikten und im Bereich der Wiederherstellung von Staatlichkeit gleichzeitig immer bedeutsamer. Die Bewahrung dieses weltweiten menschlichen Gedächtnisses ist eine der größten Herausforderungen moderner sozialer, politischer und juristischer Diskurse. Obwohl die Nutzung der Zerstörung von Kulturgütern zur Teilung von Gesellschaften, gar zu Auslöschung eines kollektiven Gedächtnisses oder Vernichtung sozialer Strukturen schon länger Teil der Kriegsführung war, wurde dieser Aspekt von der medialen Öffentlichkeit und vor allem im wissenschaftlichen Diskurs bisher nur unzureichend berücksichtigt.

Themen und zu behandelnde Aspekte sind:

  • Kulturelle Rechte als Menschenrechte
  • Die Rolle der Vereinten Nationen im Kulturgüterschutz
  • Kulturgüterschutz im humanitären Völkerrecht und Völkerstrafrecht
  • Kulturgüterschutz als Grund für humanitäre Interventionen und dessen Rolle bei der Wiederher­stellung von Staatlichkeit

Anmeldung bis zum 24.08. unter: http://<wbr />www.uno-forschung.de/<wbr />protection-of-cultural-heri<wbr />tage/

Veranstaltungsadresse

Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Tagungsort: Welfenschloss
Welfengarten 1
30167 Hannover