© UNICEF/Razan Rashidi

Was tun bei Völkermord? Das Schicksal der Jesiden – und was wir daraus lernen können

Völkermord zählt zu den schwersten Verbrechen der Menschheit. In der jüngeren Vergangenheit stehen vor allem Ruanda (1994) und Srebrenica (1995) für die gezielte Absicht zur Auslöschung bestimmter ethnischer Gruppen. Doch Genozid scheint in unserer Welt noch immer nicht gebannt. Mit den brutalen Angriffen des sog. „Islamischen Staates“ (IS) gegen die Jesiden im Sommer 2014 begann erneut ein Vernichtungsfeldzug gegen eine ethnische und religiöse Minderheit, auf den die internationale Gemeinschaft zunächst nicht reagierte.

Bietet das völkerrechtliche Instrumentarium den Vereinten Nationen und ihren Mitgliedsländern ausreichende Möglichkeiten, auf die massenhafte Verletzung von Menschenrechten zu reagieren? Ist das Konzept der Schutzverantwortung (responsibility to protect) geeignet, Maßnahmen zum Schutz von Bevölkerungsgruppen      zu ergreifen, die von der Vernichtung bedroht sind? Wie können das internationale Strafrecht und die Politik auf drohenden oder tatsächlich stattfindenden Völkermord reagieren?

Die in Hannover geborene und aufgewachsene deutsche Bestseller-Autorin und Filmemacherin Düzen Tekkal hat in ihrem Dokumentarfilm „Hawar – Meine Reise in den Genozid“ authentisch festgehalten, was der im August 2014 durch den vom sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) gegen die Jesiden verübte Genozid im Nordirak für die Bevölkerung bedeutete: Gräueltaten, die Versklavung tausender Frauen, die Vertreibung hunderttausender Jesiden. Die Befreiung der Stadt Sindschar im November 2015 ging mit der Hoffnung auf baldige Rückkehr einher. Trägt diese Hoffnung, und wie sollte die internationale Gemeinschaft auf Völkermord im 21. Jahrhundert reagieren?   

Erleben Sie eine Diskussion mit profilierten Experten zu einem zugleich bedrückenden und aktuellen Thema der internationalen Politik, das die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten vor völkerrechtliche und politische Herausforderungen stellt. 

Programm

19:00 Uhr     Eintreffen / Empfang                                                                                                      

19:45 Uhr     Grußworte

  • Detlef Dzembritzki, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)  
  • Paolo Bragagna, Vorsitzender des DGVN-Arbeitskreises Niedersachsen                                                                                                                              

20:00 Uhr     Film „Hawar – Meine Reise in den Genozid“ (Kurzversion, ca. 20 min) 

20:20 Uhr     Podiumsgespräch mit

  • Düzen Tekkal
    Journalistin, Filmemacherin, Kriegsberichterstatterin, Studium der Politik- und Literaturwissenschaft an der Leibniz-Universität Hannover, 2003-2007 Deutsches Orient-Institut Hamburg, 2007-2013 Redakteurin/Reporterin (RTL), seit 2014 selbständig
  • Prof. Dr. Sven Simon
    Professur für Völkerrecht und Europarecht mit öffentlichem Recht, Philipps-Universität Marburg, Mitglied des Bundesvorstandes der DGVN
  • N.N.

Moderation: Dr. Ekkehard Griep, stv. Vorsitzender der DGVN, Herausgeber des Buches „Wir sind UNO“ 

21:30 Uhr     Abendessen

Die Einladung können Sie hier als PDF herunterladen.
Hier gelangen Sie zur Anmeldung.

Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch die Unterstützung der TVN Group.

Veranstalter

DGVN, Paolo Bragagna

Veranstaltungsadresse

Paolo’s Landhaus am Golfpark
Hainhaus 24
30855 Langenhagen