Christian Tomuschat

Kriegsverbrechen vor Gericht - Rückblick und Ausblick

Syrien, Südsudan, Zentralafrika – die gegenwärtige weltpolitische Lage wird geprägt von gewaltsamen Konflikten, die immer wieder zu schweren Kriegsverbrechen und weiteren massiven Menschenrechtsverletzungen führen. Bereits seit über einem Jahrhundert - und in besonderer Weise durch die Nürnberger Prozesse ins öffentliche Bewusstsein gerückt - existiert die Idee, natürliche Personen im Falle schwerer Menschenrechtsverbrechen unter eine wirksame Form internationaler Strafgerichtsbarkeit zu stellen. Mit den UN-Sondertribunalen zu Ruanda und Jugoslawien sowie insbesondere durch die Schaffung des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten schließlich juristische Institutionen der internationalen Strafgerichtsbarkeit geschaffen. Inwieweit diese jedoch effektiv sind und zur konkreten und angemessenen Bestrafung von Kriegsverbrechern führen, bleibt umstritten. So wurde das Römische Statut, die völkerrechtliche Grundlage der Einrichtung des IStGH, zwar von bisher 139 Staaten unterzeichnet, doch bedeutende Akteure wie die USA halten sich weiter zurück.
Vor dem Hintergrund dieser grundsätzlichen wie aktuellen völkerstrafrechtlichen Herausforderungen lädt die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen am diesjährigen Tag der Vereinten Nationen, dem 24. Oktober 2016 um 18.30 Uhr zu einem Fachgespräch ein. Mit der Veranstaltung ehrt die DGVN ihr langjähriges Präsidiumsmitglied, den herausragenden, international renommierten Völkerrechtler Prof. Dr. Christian Tomuschat aus Anlass von dessen 80. Geburtstag. Christoph Flügge, ein ausgewiesener Experte des internationalen Strafrechts, wird thematisch in die Diskussion einführen. Flügge ist permanenter Richter am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien und zugleich Richter des Internationalen Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe.

Begrüßung: Detlef Dzembritzki, Vorsitzender der DGVN
Vortrag: Christoph Flügge, Richter am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, Den Haag
Podiumsdiskussion: Prof. em. Dr. Christian Tomuschat, DGVN-Präsidium und Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte
Moderation: Thomas Nehls, Journalist, Redaktionsbeirat VEREINTE NATIONEN

Im Anschluss laden wir zu einem Empfang.

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Veranstalter

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.

Veranstaltungsadresse

Hotel Aquino | Tagungszentrum Katholische Akademie (Hannoversche Str. 5B, 10115 Berlin)