Tagung: Migration und Menschenrechte (Bad Boll)

An dem Thema Migration kommt heute niemand mehr vorbei, denn „ein zentrales Ergebnis ist, dass Migration weltweit fast alle Staaten betrifft. Migrationsprozesse und deren Auswirkungen machen an keiner Grenze, an keinem Status und an keiner Staats- oder Regierungsform halt und involvieren so viele Menschen, Akteure und Länder wie nie zuvor. Es ist Zeit, dies anzuerkennen und in die Praxis der Migrationspolitik und der damit in Zusammenhang stehenden weiteren Politikfelder umzusetzen. Migration ist ein transnationales Phänomen, und kein Land kann die Probleme allein regeln."
(Prof. Dr. Rita Süssmuth, Mitglied der Weltkommission für Internationale Migration im Vorwort zur deutschen Ausgabe des Berichts der Kommission von 2005.)

Migrantinnen und Migranten sind oft damit konfrontiert, dass ihnen fundamentale Menschenrechte vorenthalten werden. Ihre Rechte sollen deshalb gesondert in den Blick genommen werden: Ist die von der UN aufgelegte Wanderarbeiterkonvention von 1990 der richtige Ansatzpunkt oder sollten die Vereinten Nationen die Rechte der MigrantInnen eher durch eine Steuerung der weltweiten Migrantenbewegungen zur Durchsetzung verhelfen? Im September 2006 haben Staatsvertreter aus rund 120 Staaten auf höchster politischer Ebene im Rahmen der UN-Generalversammlung über diese Frage diskutiert. In seiner Eröffnungsrede wies UN-Generalsekretär Annan auf die Chancen für wirtschaftliche und soziale Entwicklung durch Migration hin und warnte davor, diese vor allem als Gefahr anzusehen. Es gebe einen Transfer von Wissen und Fähigkeiten der AuswanderInnen in ihre Herkunftsländer sowie Rücküberweisungen in Höhe von 232 Mrd. US-Dollar (2005). Die Tagung informiert über die Ergebnisse dieses politischen Dialogs und fragt, wo wir bei der Durchsetzung der Menschenrechtsnormen für MigrantInnen weltweit und in Deutschland stehen.

Veranstalter

Evangelische Akademie Bad Boll, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen

Veranstaltungsadresse

Bad Boll