Heiner Bielefeldt

Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit - Synergiechancen zwischen zwei Menschenrechten

Mehr als zehn Jahre lang (von 1999 bis Anfang 2011) fanden in der UN Debatten statt zum Thema Religionskritik, in denen die „Diffamierung von Religionen“ als Menschenrechtsproblem behandelt wurde. Auf diese Weise entstand der Eindruck, zwischen Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit bestehe ein inhärentes Spannungsverhältnis, das sich allenfalls auf dem Wege der Kompromissfindung bewältigen ließe.
Seit zwei Jahren hat sich die Debatte jedoch erheblich verändert. An die Stelle des „Kampfes“ gegen Religionsdiskriminierung sind produktivere Projekte getreten, die auf die Überwindung negativer religiöser Stereotypen abzielen und weitaus eher mit einem menschenrechtlichen Ansatz kompatibel sind. Zugleich ist deutlich geworden, dass die Religionsfreiheit keineswegs einen generellen Schutz religiöser Gefühle gegen Religionskritik beinhaltet. Mit dem Rabat Plan of Action liegt nun seit wenigen Monaten ein Projekt vor, das auf einen kreativen Gebrauch der Meinungsfreiheit setzt, um Religionshass zu überwinden.

Prof. Dr. Heiner Bielefeldt
ist seit 2010 UN-Sonderberichterstatter über Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Von 2003 bis 2009 bekleidete er das Amt des Direktors des Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin. Der studierte Theologe, Philosoph und Historiker ist seit dem Wintersemester 2009 Inhaber des einzigen Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik in Deutschland an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte statt.


Moderation: Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Institutes für Menschenrechte

Begrüßung: Detlef Dzembritzki, DGVN Vorsitzender

 

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Veranstalter

DGVN in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte

Veranstaltungsadresse

Hessische Landesvertretung
In den Ministergärten 5
10117 Berlin