José Ramos-Horta (Foto: A. Kaellner)

Timor-Leste nach 10 Jahren Unabhängigkeit – stabil oder fragil?

 

 

 

 

 

 

 

Eröffnungsvortrag:
H.E. Dr. José Ramos-Horta
Friedensnobelpreisträger und ehem. Präsident der Demokratischen Republik Timor-Leste

 

Im Anschluss Diskussion mit:

Lena Lenzen, Filmemacherin
Dr. Ekkehard Griep, stellv. Vorsitzender DGVN
Friedhelm Elias, ehem. Fachberater in Timor-Leste

 

Der kleine Inselstaat Timor-Leste blickt auf eine wechselhafte Vergangenheit zurück. Unterdrückung, Fremdherrschaft und Befreiungskampf gehören ebenso dazu, wie der schrittweise Wiederaufbau des Landes und noch immer schwelende Spannungen mit Blick auf erlittenes Leid. Wie kann – nach Jahrhunderten, die von Kolonialisierung und Besatzung geprägt waren – eine demokratische Gesellschaft entstehen? Vor welchen Aufgaben steht ein erst zehnjähriger Staat? Wie kann die internationale Gemeinschaft das Land dabei unterstützen, seine Herausforderungen zu meistern?
Nach zehn Jahren der staatlichen Unabhängigkeit wird die Friedensmission der Vereinten Nationen in Timor-Leste (UNMIT) den kleinen Staat „am anderen Ende der Welt“ voraussichtlich zum Jahresende 2012 verlassen. Damit endet eine wichtige Phase der staatlichen und gesellschaftlichen Identitätsbildung Timor-Lestes. In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten haben die Vereinten Nationen die Geschichte Timor-Lestes kontinuierlich begleitet und mitgeprägt: Von der Organisation des Unabhängigkeitsreferendums 1999 über die Anwesenheit des damaligen VN-Generalsekretärs Kofi Annan bei den offiziellen Feiern zur Erlangung der staatlichen Unabhängigkeit im Mai 2002 bis hin zur Präsenz mehrerer, aufeinander folgender VN-Friedensmissionen mit Rückschlägen und Erfolgen.
Auch Deutschland engagiert sich seit langem bilateral mit Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit in Timor-Leste. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Bestrebungen der timoresischen Regierung, im Land soziale Stabilität und die Entwicklung der Jugend voranzutreiben. Neben der Beschäftigungsförderung für Jugendliche liegt ein Fokus auf der Entwicklung von demokratischem und gewaltfreiem Verhalten. Junge Timoresen sollen Lust auf Mitgestaltung und Solidarität vermittelt bekommen und sich der Gesellschaft zugehörig fühlen, in der sie leben. Ein erfolgreicher Weg dorthin führt über den Aufbau von Sportvereinen und gemeinsam organisierten Sportveranstaltungen.
In seinem Eröffnungsvortrag wird der Friedensnobelpreisträger und ehem. Präsident der Demokratischen Republik Timor-Leste José Ramos-Horta die Entwicklung seines Landes seit Erlangung der Unabhängigkeit skizzieren, auf erreichte Fortschritte im politischen und gesellschaftlichen Stabilisierungsprozess eingehen und noch offene Herausforderungen benennen.
Im Anschluss diskutieren die mehrfach prämierte und in Timor-Leste ansässige Filmemacherin Lena Lenzen, der Leiter der DGVN-Studienreise nach Timor-Leste (2009), Dr. Ekkehard Griep sowie Friedhelm Elias, der zwischen 2009 und 2011 als Integrierte Fachkraft das Staatssekretariat für Jugend und Sport in Timor-Leste beraten hat, gemeinsam mit dem Friedens­nobelpreisträger über konkrete Maßnahmen zur Friedensentwicklung.
Die Veranstaltung verspricht ein authentisches Bild Timor-Lestes zu vermitteln – eines jungen Staates, dessen Schicksal in Europa
zu häufig übersehen wird.

Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 23. September 2012 an veranstaltung-berlin@giz.de.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Veranstalter

GIZ und DGVN

Veranstaltungsadresse

GIZ-Repräsentanz Berlin
Reichpietschufer 20, 10785 Berlin