Preis des Fortschritts oder Entwicklungsbremse?

Einlasszeit: h

 

Ungleichheit als globales wirtschaftliches Problem

Diskussionsveranstaltung und Vorstellung des
UNCTAD Trade and Development Reports 2012

 

Dr. Detlef Kotte
Leiter des UNCTAD-Projektteams

Heidemarie Wieczorek-Zeul
MdB, Bundesministerin a. D. 

Prof. Dr. Gustav A. Horn
Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung

Rainer Falk
Freier Wirtschaftspublizist, Herausgeber des Informationsbriefs Weltwirtschaft & Entwicklung

Moderation:
Petra Pinzler
Die Zeit

 

Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv auseinander entwickelt. Weltweit haben von den Einkommenszuwächsen vor allem die oberen Einkommen profitiert, während die Einkommen von Durchschnitts- und Niedrigverdienern in vielen Ländern stagnierten oder real sogar zurückgegangen sind. Lange Zeit wurde dies als scheinbar unvermeidliche Begleiterscheinung der Globalisierung hingenommen. Vor politischen Korrektureingriffen wurde ausdrücklich gewarnt, da sie von den Märkten mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen sanktioniert würden. Für Entwicklungsländer galt die Konzentration der Einkommen am oberen Ende sogar einst als funktional: Höhere Sparquoten der Wohlhabenden ermöglichten mehr Investitionen und damit ein schnelleres wirtschaftliches Wachstum, das irgendwann allen zu Gute käme.


Im Gefolge der Finanzkrise ist dieses Auseinanderdriften der innergesellschaftlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht nur aus gesellschaftspolitischen Gründen massiv in die Kritik geraten. Auch ökonomisch, so eine der Lehren aus der Krise, hat sich hohe gesellschaftliche Ungleichheit als dysfunktional erwiesen. Eine weniger spekulations- und schuldengetriebene und damit weniger krisenanfällige Wirtschaftsentwicklung setzt danach voraus, dass die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wieder stärker auf realer Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten beruht. Dies wiederum, so die Kritik, erfordere Veränderungen in der Einkommensverteilung zugunsten ärmerer Schichten und zulasten der Reichen. Selbst eine aus Umwelt- und Ressourcengründen diskutierte Drosselung des Wachstums in den reichen Ländern ließe sich in gleicheren Gesellschaften leichter bewerkstelligen als in ungleichen.

Aus Anlass der Veröffentlichung des neuen UNCTAD-Jahresberichts zu Handel und Entwicklung, der sich dem Thema „Ungleichheit“ widmet, wollen wir uns mit der Frage befassen, ob und wie sich wirtschaftlicher Fortschritt und die tendenzielle Angleichung der Lebensverhältnisse positiv miteinander verbinden lassen und welche politischen Reformen hierfür notwendig wären. Dabei wollen wir sowohl die Situation in Deutschland und Europa wie auch diejenige in den Entwicklungs- und Schwellenländern in den Blick nehmen.

Trade and Development Report der UNCTAD: Der jährlich erscheinende Trade and Development Report, der vom Sekretariat der Konferenz für Handel und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCTAD) in Genf erstellt wird, befasst sich in diesem Jahr mit den Zusammenhängen zwischen Einkommensungleichheit, Globalisierung und Wirtschaftswachstum. Der UNCTAD-Bericht gilt als einer der wichtigsten periodischen Berichte zur Lage der Weltwirtschaft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Berichten betrachtet der TDR insbesondere die Rückwirkungen weltwirtschaftlicher Entwicklungen auf die Entwicklungs- und Schwellenländer.

Die DGVN-Homepage enthält weitere Informationen zu UNCTAD.
Hier eine kleine Zusammenstellung:

DGVN-Basisinformation UNCTAD

UNCTAD-Artikel auf DGVN-Themenschwerpunkt "Weltwirtschaft, Handel und Entwicklung"

UNCTAD in Zeitschrift Vereinte Nationen (von Konrad Melchers, S. 56)

Finanzierung der UNCTAD

Online-Anmeldeformular auf der Webseite der Friedrich-Ebert-Stiftung 

PDF-Anmeldeformular 

Detailliertes Programm: siehe Veranstaltungsflyer

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an Katrien Klüver, Tel. 030 26935-7417

Veranstalter

DGVN/Friedrich-Ebert-Stiftung

Veranstaltungsadresse

Friedrich-Ebert-Stiftung
Haus 2
Hiroshimastraße 28
10785 Berlin