UN Photo/James Bu

Die Vereinten Nationen, Nordkorea und der Hunger

Einlasszeit: h

Die Vereinten Nationen, Nordkorea und der Hunger -
Auf dem Weg in eine bessere Zukunft?

 

Mittagsgespräch am 04. September 2012 in Berlin

Claudia von Roehl
Landesdirektorin des Welternährungsprogramms (WFP) in Nordkorea

Moderation:
Dr. Markus Tidten
Stiftung für Wissenschaft und Politik

Vor wenigen Wochen kamen bei schweren Regenfällen in Nordkorea mindestens 169 Menschen ums Leben, rund 400 wurden verletzt. Die Überschwemmung von über 65.000 Hektar Land verschärft die ohnehin angespannte Nahrungsmittelsituation im kommunistischen Staat. Gründe dafür sind die sehr kurzen Ernteperioden und die starke Ausrichtung der weitgehend staatlich betriebenen Landwirtschaft auf die Getreideproduktion. Gemüse und Früchte werden nur wenig angebaut.

Heute sind rund 16 Mio. Nordkoreaner und damit über die Hälfte der Bevölkerung vom staatlichen Nahrungsmittelverteilungssystem abhängig. Da die Regierung große Schwierigkeiten bei der Essensversorgung hat, sind diese Menschen ständig von Hunger bedroht. Ungefähr 2 Millionen Menschen erhalten daher Unterstützung von den Vereinten Nationen. Um die Nahrungsmittelsituation in Nordkorea zu verbessern und ca. 2 Mio. Menschen direkt Hilfe zu leisten, hat das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) im Juli 2012 eine neue Operation begonnen: Ziel ist es, vor allem Kinder und Mütter mit nährstoffangereichertem Essen zu versorgen. Außerdem arbeitet das WFP daran, dem Hunger durch die lokale Produktion von nährstoffangereicherter Nahrung vorzubeugen.

Die deutsche Landesdirektorin des WFP in Nordkorea Claudia von Roehl wird ihre Arbeit, auch im Zusammenhang mit den anderen fünf vor Ort tätigen UN-Organisationen vorstellen: Gibt es Anzeichen, dass die kürzlich von Kim Jong Un angedeuteten Wirtschafts- und Agrarreformen wirklich umgesetzt werden? Welche Folgen haben Überschwemmungen und Dürren für die humanitäre Situation? Wie ist es um die Unterstützung durch Geberländer wie Deutschland bestellt? Diese und weitere Fragen können Sie mit Frau von Roehl und unter der Leitung von Dr. Markus Tidten von der Stiftung für Wissenschaft und Politik diskutieren.

Zur Person: Claudia von Roehl ist seit 2010 Landesdirektorin des WFP in Nordkorea. Vorher war sie in mehreren Positionen am Hauptsitz des WFP in Rom tätig. Außerdem übernahm sie die Leitung der WFP-Büros in Honduras, Nicaragua und Costa Rica. Durch die Entwicklung von mehreren bedeutenden Programmen zur Ernährung von Schulkindern, hat Claudia von Roehl zu einer größeren Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern beigetragen.             

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.
Von 12:00 - 12:30 Uhr laden wir zu einem Mittagsimbiss ein.

Anmeldung bitte online oder per E-Mail: presse@dgvn.de

Veranstalter

DGVN/World Food Programme

Veranstaltungsadresse

Tagungsraum Deutsches Institut für Menschenrechte, Aufgang D
Zimmerstraße 26/27
10969 Berlin