Blickpunkt Westafrika: Côte d'Ivoire - ein neuer Anfang nach dem erzwungenen Machtwechsel?

Einlasszeit: h

EINLADUNG
zum Mittagsgespräch „Globale Politik“ der DGVN

Blickpunkt Westafrika:
Côte d’Ivoire – ein neuer Anfang nach dem erzwungenen Machtwechsel?

26. Juni 2012, 12.00 – 14.00 Uhr
Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund, Hiroshimastr. 12, 10785 Berlin


Als vor anderthalb Jahren in Côte d’Ivoire der innenpolitische Machtkampf eskalierte, mit der Absetzung des bisherigen Staatspräsidenten Gbagbo endete und diesen schließlich in den Gewahrsam des Internationalen Strafgerichtshofes nach Den Haag brachte, traten die Ereignisse in dem westafrikanischen Land kurzzeitig aus dem Schatten des Arabischen Frühlings heraus. Auch vor dem Hintergrund des internationalen Vorgehens gegenüber Libyen wurde das durch den VN-Generalsekretär angeordnete militärische Eingreifen der VN-Friedensmission UNOCI zum Schutz der Zivilbevölkerung in Côte d‘Ivoire als Beleg für die Notwendigkeit des völkerrechtlichen Prinzips der Schutzverantwortung („responsibility to protect“) herangezogen.
Doch auch darüber hinaus bietet die Entwicklung der Côte d’Ivoire vielfältigen Anlass für einen tieferen Blick: die faktische Nord-Süd-Teilung führte zur Lähmung des politischen Prozesses; Bevölkerungsbewegungen regionaler Dimension sind ursächlich für unverändert offene Fragen um Identität und Staatsbürgerschaft; Konflikte um Landrechte belasten den sozialen Zusammenhalt; eine unübersichtliche Ansammlung von Milizen beeinträchtigt bis heute die Sicherheitslage. Die VN-Friedensoperation UNOCI hat bereits seit 2004 die Bemühungen um eine Konfliktlösung abgesichert, doch nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Quattara im Mai 2011 ist die Rolle der Vereinten Nationen eher noch gewachsen: Denn die Lage hat sich äußerlich zwar beruhigt, doch das Land steht vor zahlreichen Herausforderungen. Dabei geht es u.a. um innere Aussöhnung, um Achtung der Menschenrechte, um wirtschaftlichen Wiederaufstieg und um die Stärkung rechtsstaatlicher Grundsätze.
Vor diesem Hintergrund bietet Côte d’Ivoire ein interessantes Anschauungsbeispiel für Maßnahmen des internationalen Krisenmanagements einschl. der Rolle der Vereinten Nationen.
Teilnehmer einer DGVN-Studienreise nach Côte d’Ivoire im Mai 2012 werden die aktuelle Entwicklung vor dem Hintergrund eigener Erlebnisse und Gespräche vor Ort bewerten.


Es referieren:
-    Dr. Ekkehard Griep, stellv. DGVN-Vorsitzender, Leiter der Studienreise
-    Dr. Alice Halsdorfer, Senatskanzlei Berlin, Vorstand Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit e.V.
-    Prof. Dr. Winrich Kühne, Steven Muller Professur, Johns Hopkins University, Bologna, Gründungsdirektor des Zentrums für internationale Friedenseinsätze (ZIF), Berlin

Moderation: Renate Wilke-Launer, Journalistin

Das Gespräch beginnt um 12.30 Uhr. Zuvor lädt die DGVN zu einem Imbiss ein.

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Veranstalter

DGVN

Veranstaltungsadresse

Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund, Hiroshimastraße 12-16, 10785 Berlin