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Die Vereinten Nationen 50 Jahre nach Dag Hammarskjöld

Weltorganisation und Völkerrecht im Wandel - Die Vereinten Nationen 50 Jahre nach Dag Hammarskjöld

Der zweite Generalsekretär der Vereinten Nationen, der vor etwas mehr als 50 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, gilt als der „Erfinder“ der UN-Friedenstruppen, die 1956 anlässlich der Suez-Krise erstmals zum Einsatz kamen. Dag Hammarskjöld formulierte die Prinzipien der klassi­schen Friedenssicherung durch UN-Blauhelme: Zustimmung der Konfliktparteien, Unparteilichkeit und Gewaltanwendung nur zur Selbstverteidigung. Allerdings ist er in der Kongo-Mission (1960–1964), deren Ende er nicht mehr erlebte, mit der bis heute viel diskutierten Frage konfrontiert ge­wesen, ob Unparteilichkeit im Zweifelsfall bedeutet, dass die Truppen auch angesichts von Massa­kern nicht eingreifen dürfen. Hammarskjöld positionierte sich vor 50 Jahren dabei erstaunlich nah an der heutigen Schutzverantwortung (Responsibility to Protect). Hammarskjöld formulierte eine um­fassende Vision der UNO als aktive Weltorganisation, die auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod immer noch Orientierung für die aktuellen Herausforderungen der Friedensarbeit der Vereinten Nationen bietet.

 

Vor diesem Hintergrund diskutieren auf dem Podium Jan Eliasson, ehemaliger Sondergesandter des UN-Generalsekretärs und ehemaliger Präsident der UN-Generalversammlung und zwei Wissen­schaftler über politische, völkerrechtliche und ethische Aspekte der Bemühungen der Vereinten Nationen zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit.

 

Jan Eliasson, geb. 1940, ist schwedischer Diplomat und ehemaliger schwedischer Außenminister. Er ist Mitglied der im Juni 2010 vom UN-Generalsekretär eingerichteten Gruppe namhafter Persönlich­keiten zur Mobilisierung für die Millenniums-Entwicklungsziele. Zuvor war er u.a. von 2007 bis 2008 Sondergesandter des UN-Generalsekretärs für Darfur. Von September 2005 bis September 2006 war Eliasson Präsident der 60. UN-Generalversammlung, von 1992 bis 1994 war er der erste Untergene­ralsekretär für Humanitäre Angelegenheiten und von 1988 bis 1992 Schwedens Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York. Ab Juli 2012 wird er als stellvertretender UN-Generalsekretär Asha-Rose Migiro ablösen.

 

Manuel Fröhlich, Prof. Dr., geb. 1972, ist Professor für Internationale Organisationen und Globalisierung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Mitglied des Forschungsrats und des Bundesvorstands der DGVN. Er veröffentlicht zu den Vereinten Nationen, Global Governance, dem Wandel staatlicher Souveränität sowie der Friedenssicherung. Aktuell leitet er ein Forschungsprojekt zur Arbeit der UNO-Sondergesandten. Zu seinen Veröffentlichungen zählen u.a. Wege multilateraler Diplomatie, Baden-Baden 2005 (Hrsg. mit K. Dicke); Political Ethics and the United Nations. Dag Hammarskjöld as Secretary-General, London/New York 2008 sowie UN Studies. Umrisse eines Lehr- und Forschungsfeldes, Baden-Baden 2008 (Hrsg.).

 

Gerd Hankel, Dr. jur., M.A., geb. 1957, ist Sprachwissenschaftler und Völkerrechtler am Hamburger Institut für Sozialforschung; seit einigen Jahren arbeitet er zum Gebiet der Großen Seen in Afrika. Zu seinen Veröffentlichungen zählen: Die UNO. Idee und Wirklichkeit, Hamburg 2006; Die Macht und das Recht. Beiträge zum Völkerrecht und Völkerstrafrecht am Beginn des 21. Jahrhunderts, Hamburg 2008 (als Herausgeber); Das Tötungsverbot im Krieg – Ein Interventionsversuch, Hamburg 2011.

 

Ablauf:

Begrüßung

Staffan Carlsson, Botschafter Schwedens in Deutschland

 

Podiumsdiskussion

Jan Eliasson, ehem. Außenminister Schwedens, designierter stellv. UN-Generalsekretär

Prof. Dr. Manuel Fröhlich, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Dr. Gerd Hankel, Hamburger Institut für Sozialforschung

 

Moderation

Dr. Beate Wagner, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen

 

Schlusswort

Dr. Henning Melber, Dag-Hammarskjöld-Stiftung

 

Die Schwedische Botschaft lädt Sie während der Veranstaltung recht herzlich zu Schwedischen Zimtschnecken (Kanelbullar) ein.

Anmeldung über das Onlineformular.

Die Einladung als PDF finden sie hier.

 

 

Aktuelle Publikationen der Referenten zum Thema:

 

Eliasson, Jan. "Frieden, Entwicklung und Menschenrechte gehören zusammen" (Rede), in: Vereinte Nationen: 6/2011 (59), S. 266-270.
Fröhlich, Manuel & Melber, Henning. Die Hammarskjöld-Tradition in der internationalen Politik - Das Vermächtnis des zweiten UN-Generalsekretärs, in: Vereinte Nationen, 6/2011 (59), S. 262-265. 

Für DGVN-Mitglieder sind beide Artikel kostenlos verfügbar. VN 6/11

Fröhlich, Manuel/Klumpjan, Helmut/Melber, Henning. Dag Hammarskjöld (1905-1961) Für eine friedliche Welt - Ideen und Impulse des zweiten UN-Generalsekretärs. Frankfurt a.M. 2011. Informationen zum Buch.

 

Hankel, Gerd. Das Tötungsverbot im Krieg - Ein Interventionsversuch. Hamburg 2011. Informationen zum Buch.

Veranstalter

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V., Schwediche Botschaft Berlin, Dag-Hammarskjöld-Foundation

Veranstaltungsadresse

Haus der Nordischen Botschaften
Rauchstraße 1, 10787