Expertentagung: Entwicklungstrends zu mehr globaler Demokratie

Einlasszeit: h

„Demokratie“ zählt zu den Hauptmerkmalen der Amtszeit von UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali. Spätestens mit seiner 1996 vorgelegten Agenda für Demokratisierung machte Boutros-Ghali deutlich, welche herausragende Rolle er dem globalen demokratischen Wandel bei der Wahrung von Weltfrieden und Entwicklung zugedachte. Die aktuellen Ereignisse in der arabischen Welt und die zurückhaltenden Reaktionen der Staatengemeinschaft belegen die Notwendigkeit einer effektiven Demokratisierungspolitik der Vereinten Nationen. Im Einzelnen zählen dazu sowohl Unterstützung von Mitgliedstaaten durch die UN bei der Organisation und Überwachung demokratischer Wahlen sowie Programme zur Entwicklung demokratischer Institutionen und Rechtsstaatlichkeit. Darüber hinaus verstand Boutros-Ghali Demokratie im Sinne einer zunehmenden Demokratisierung des internationalen Lebens, beispielsweise durch neue ausbalancierte Entscheidungsstrukturen im Nord-Süd-Verhältnis. Auch für den Binnenraum seiner eigenen Organisation Vereinte Nationen entwickelte der damalige Generalsekretär die Perspektive demokratisch legitimierten Handelns und zählt bis heute zu den prominentesten Befürwortern der Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung der Vereinten Nationen. 15 Jahre nach Boutros Boutros-Ghalis Agenda für Demokratisierung wird der Forschungsrat der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) im Rahmen einer Fachtagung erörtern, ob und welche Entwicklungstrends zur globalen Demokratie sich abzeichnen. Thema ist einerseits die Frage nach der Demokratisierung der UN selbst, also der Blick auf die Innenstrukturen der Weltorganisation. Andererseits geht es um die Frage, wie die UN als Mittler und Katalysator von Demokratie weltweit – aber speziell in Regionen mit mächtigen Demokratiebewegungen, wie sie zurzeit in Teilen der arabischen Welt aktiv sind – wirksam sind und sein können.
Referenten der Tagung sind u.a. Prof. Dr. Lothar Brock, Universität Frankfurt; Prof. Dr. Thomas Bruha, DGVN-Vorsitzender, Universität Hamburg; Prof. Dr. Manuel Fröhlich, DGVN-Forschungsrat, Universität Jena; Dr. Niels Petersen, Max-Planck-Institut für Gemeinschaftsgüter, Bonn; Dr. Christian Pippan, Universität Graz; PD Dr. Norman Weiß, DGVN-Forschungsrat, Universität Potsdam; Dr. Eva Högl, MdB; Silke Weinlich, DGVN-Forschungsrat, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, DIE, Bonn; Dustin Dehez, Düsseldorfer Institut für Außen- und Sicherheitspolitik; Prof. Dr. Johannes Varwick, DGVN-Forschungsrat, Universität Nürnberg-Erlangen; Prof. Dr. Wolfgang Kleinwächter, Universität Aarhus; Prof. Karl Heinz Ladeur, Universität Hamburg; Prof. Dr. Andrea Liese, DGVN-Forschungsrat, Universität Potsdam; Prof. Dr. Stefan Oeter, Universität Hamburg;  Prof. Dr. Angelika Emmerich-Fritsche, Universität Nürnberg-Erlangen; Prof. Dr. Heike Krieger, DGVN-Forschungsrat, FU Berlin

 

PROGRAMM

 

Freitag, 28. Oktober 2011

 

12.30 Uhr: Registrierung, Imbiss

 

13.15 Uhr: Begrüßung und Einführung

Demokratiedefizit in vielen Staaten, auch in den UN? – Eine Bestandsaufnahme

Vortrag: Prof. Dr. Lothar Brock, Universität Frankfurt

Kommentar: Prof. Dr. Thomas Bruha, DGVN-Vorsitzender, Universität Hamburg

Moderation: Prof. Dr. Manuel Fröhlich, DGVN-Forschungsrat, Universität Jena

 

14.45 – 16.15 Uhr

Initiativen der UN zu Demokratisierung und Good Governance

Referat: Dr. Niels Petersen, Max-Planck-Institut für Gemeinschaftsgüter, Bonn

Kommentar: Dr. Christian Pippan, Universität Graz

Moderation: PD Dr. Norman Weiß, DGVN-Forschungsrat, Universität Potsdam

 

16.15 – 16.45 Uhr: Pause - Kaffee & Kuchen

 

16.45 – 18.15 Uhr

Strukturen im Vergleich: Demokratisierung und parlamentarische Beteiligung

Referat: Peter Spiegel, stellv. Vorsitzender Komitee für eine Demokratische UNO (angefragt)

Kommentar: Prof. Dr. Egon Jüttner, MdB (angefragt)

Kommentar: Prof. Dr. Jürgen Neyer, Europa Universität Viadrina, Frankfurt/Oder

Moderation: Silke Weinlich, DGVN-Forschungsrat, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, DIE, Bonn

 

Samstag, 29. Oktober 2011

 

9.45 – 11.15 Uhr

„Alliance of Democracies“: Globalpolitik jenseits der Vereinten Nationen?

Referat: Dustin Dehez, Düsseldorfer Institut für Außen- und Sicherheitspolitik

Kommentar: Prof. Dr. Joachim Krause, Universität Kiel (angefragt)

Moderation: Prof. Dr. Johannes Varwick, DGVN-Forschungsrat, Universität Nürnberg-Erlangen

 

11.15 – 12.45 Uhr

„Quatschbude oder Kreativitätsstube“? Globale Multistakeholder-Dialoge im Internet Governance Forum

Referat: Prof. Dr. Wolfgang Kleinwächter, Universität Aarhus

Kommentar: Prof. Karl Heinz Ladeur, Universität Hamburg

Kommentar: Thomas Jarzombeck, MdB (angefragt)

Moderation: Prof. Dr. Andrea Liese, DGVN-Forschungsrat, Universität Potsdam

 

12.45 – 14.15 Uhr: Mittagessen

 

14.15 – 15.45 Uhr

Globalisierung und Weltrecht als Impulse für Demokratisierung

Referat: Prof. Dr. Stefan Oeter, Universität Hamburg

Kommentar: Prof. Dr. Bernd Ladwig, FU Berlin

Moderation: Prof. Dr. Angelika Emmerich-Fritsche, Universität Nürnberg-Erlangen

 

15.45 Uhr

Tagungsrückschau und Zukunftsperspektiven

Prof. Dr. Heike Krieger, DGVN-Forschungsrat, FU Berlin

 

Die Teilnahme an der Fachtagung findet auf Einladung statt. Anmeldungen bitte über dieses ONLINEFORMULAR

Veranstalter

DGVN-Forschungsrat

Veranstaltungsadresse

Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin,
Saargemünder Str. 2, 14195 Berlin