Aufgaben der UN-Institutionen

Hauptorgane

Die Charta der Vereinten Nationen (UN, VN, UNO) legt sechs Hauptorgane fest. Zusammensetzung und Kompetenzen werden je in einzelnen Artikeln der Charta bestimmt. Die eigentliche Arbeits- und Verfahrensweise ist in der jeweiligen Geschäftsordnung festgeschrieben Die Hauptorgane  haben im Rahmen ihrer Kompetenzen umfangreiche Ausschüsse, Kommissionen und Gremien geschaffen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen. Mit Ausnahmen des Internationalen Gerichtshof (Den Haag) haben alle ihren Sitz in New York.

  •  Der Wirtschafts- und Sozialrat (Economic and Social Council- ECOSOC)

Dieses Organ setzt sich aus 54 Mitgliedern zusammen, die nach einem regionalen Schlüssel, für drei Jahre von der Generalversammlung gewählt werden. Der ECOSOC ist gemäß der UN Charta das zentrale Organ der Vereinten Nationen für wirtschaftliche, soziale und Entwicklungsfragen. Darüber hinaus koordiniert der ECOSOC die Arbeit von 14 Sonderorganisationen, zehn funktionalen Kommissionen und fünf Regionalkommissionen. Der Rat tagt in der Regel einmal jährlich im Juli, abwechselnd in New York und Genf.

  •  Generalversammlung

Die Generalversammlung ist die Vollversammlung der Vereinten Nationen. Jeder Mitgliedstaat (192, Stand 2006) verfügt über eine Stimme. Zu den Aufgaben der GV gehört die Prüfung des UN-Haushaltes, zudem kann sie sich mit allen Themen beschäftigen, die als Resolutionsentwurf eingebracht werden. Die Entscheidungen der Generalversammlung sind nicht völkerrechtlich bindend, können aber unter bestimmten Voraussetzungen zur Ausbildung von verbindlichem Völkergewohnheitsrecht beitragen. Die ordentliche Generalversammlung tritt jährlich im Herbst zu ihrer Sitzungsperiode an.

  •  Internationaler Gerichtshof
    (International Court of Justice - ICJ)

Der Internationale Gerichtshof, ICJ ist das Rechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen und hat seinen Sitz in Den Haag (Niederlande). Seine Funktionsweise und Zuständigkeit sind in der UN-Charta und im ICJ-Statut geregelt. Der Gerichtshof behandelt Rechtstreitigkeiten zwischen Staaten, die sich seiner Zuständigkeit unterworfen haben. Ihm gehören 15 Richter an, die vom SR und der GV in getrennten Verfahren für 9 Jahre gewählt werden. Maßstab für die Rechtssprechung ist das Völkerrecht.

  •  Sekretariat

Das Sekretariat ist das wichtigste administrative Organ der UN. Mit Hauptsitz in New York und Außenstellen in Genf, Nairobi und Wien, ist die Hauptaufgabe die organisatorische Unterstützung der anderen UN-Organe unter anderen Konferenzen organisieren, Etat aufsetzen und Berichte verfassen. Das Sekretariat besteht nach Artikel 97 der Charta aus dem Generalsekretär und den internationalen öffentlich Bediensteten. Der Generalsekretär hat somit auch die höchste exekutive Funktion im UN System. Zudem setzt sich das Sekretariat aus verschiedenen Unterbüros zusammen.

  •  Sicherheitsrat

Der Sicherheitsrat ist das mächtigste Gremium der UN. Er setzt sich aus fünf ständigen Mitgliedern mit Vetorecht (China, Frankreich, Großbritannien, Russland, USA) und 10 nichtständigen Mitgliedern zusammen. Nach Artikel 24 I der UN-Charta haben die Mitgliedstaaten dem Sicherheitsrat „die Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit“ übertragen. Der Sicherheitsrat ist das einzige Gremium, das weltweit bindende Entscheidungen treffen kann.

  •  Treuhandrat

 Der Treuhandrat ist zur Zeit inaktiv. Ursprünglich war er dafür gedacht, Staaten die unter Kolonialherrschaft gestanden haben, zurück in die Selbstverwaltung zu führen. Nachdem Palau als letzte Kolonie 1994 in die Unabhängigkeit entlassen wurde, hat der rat seine Arbeit suspendiert. Mitglieder des Rates sind die fünf Vetomächte.

Unter-, Hilfs- und Sonderorgane

  • UN-Friedensmissionen

UN-Friedensmissionen, auch als Blauhelmmissionen bekannt, haben die Aufgabe, unter dem Kommando der UN friedenssichernde- oder friedenserhaltende Maßnahmen durchzuführen. Seit 1948 werden sie in verschiedenen Krisengebieten weltweit eingesetzt, jedoch sind Friedensmissionen nicht ausdrücklich in der UN-Charta festgeschrieben. Bewaffnete Einsätze erfordern einen Beschluss des UN-Sicherheitsrates. Das Mandat kann als Beobachtermission, Friedensmission oder Friedenserzwingung ausgestellt werden. Die Verwaltung der Truppen obliegt dem Sekretariat. gegnwärtig sind über 17 Missionen mit fast 100.000 Kräften im Einsatz.

  •  Kommission für Friedenskonsolidierung
    (Peacebuilding Commission)

Das neue sicherheitspolitische Organ der UN soll die friedenskonsolidierenden Maßnahmen der UN überwachen und somit dauerhaften Frieden organisieren. Die wesentlichen Aufgabenbereiche umfassen Konfliktnachsorge, Koordinierung der Finanzierung des Wiederaufbaus und bessere Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Das ständige Organisationskomitee der Kommission hat 31 Mitglieder mit Vertretern aus den verschiedenen UN-Gremien und hat beratende Funktionen. Die Kommission entscheidet im Konsensprinzip.

 Nebenorgane

Spezialorgane sind im Grunde Nebenorgane der UN, die von der Generalversammlung eingesetzt werden. Die Organe berichten entweder der GV oder dem Wirtschafts- und Sozialrat und sie haben keine eigene Budgethoheit, obwohl sie teilweise auch über freiwillige Spenden und privaten Spenden finanziert werden. Dennoch werden Spezialorgane auch als quasi-autonome Institutionen bezeichnet und treten dementsprechend auf.

  •  Menschenrechtsrat
    (Human Rights Council)

Der 2005 neu geschaffene Menschenrechtsrat ersetzt die Menschenrechtskommission. Der Rat hat 47 Mitglieder, die nach einem regionalen Schlüssel für drei Jahre von der GV gewählt werden. Der Menschenrechtsrat wird als Hauptforum der UN für den Dialog und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Menschenrechte dienen. Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Mitgliedsstaaten mit Hilfe von technischen Mitteln und Kapazitäten in der Umsetzung ihrer Menschenrechtsverpflichtung zu unterstützen. Hauptsitz des Gremiums ist Genf.

  •  Internationale Strafgerichtshöfe

a)      Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, ist ein, durch Beschluss (Res. 827) geschaffener Ad-Hoc Strafgerichtshof. Sein Mandat umfasst die Verfolgung schwerer Verbrechen, die während des Jugoslawien- /Kosovokrieges auf dem ehemaligen Gebiet Jugoslawiens begangen wurden. Sitz des Gerichtshof ist in Den Haag.

b)     Der internationale Strafgerichtshof für Ruanda ist ein durch verschiedene Sicherheitsratsbeschlüsse geschaffener Ad-Hoc Strafgerichtshof. Unter seiner Federführung wird versucht die Ereignisse des Völkermordes in Ruanda 1994 aufzuklären. Der Gerichtshof hat seinen Sitz in Arusha/Tanzania und besteht aus drei Kammern

  •  Ausschüsse der Generalversammlung 

Die Generalversammlung hat sechs Hauptausschüsse. Wie auch in der GV sind hier alle Mitgliedsstaaten mit einer Stimme vertreten.

Erster Ausschuss: Abrüstung und damit verwandte Fragen der internationalen Sicherheit
Zweiter Ausschuss: Wirtschaftsfragen
Dritter Ausschuss: Soziale, Humanitäre und kulturelle Fragen
Vierter Ausschuss: besondere politische Fragen und Dekolonialisierung
Fünfter Ausschuss: Verwaltungs- und Haushaltsfragen
Sechster Ausschuss: Rechtsfragen

Die meisten Fragen werden erst in den Ausschüssen debattiert, bevor sie der GV als Resolutionsentwurf vorgelegt werden. Weitere Ausschüsse sind z. B. der Lenkungsausschuss, der die Tagesordnung der GV festlegt und der Beglaubigungsausschuss, der die Vollmachten der Delegierten überprüft. Bei Bedarf kann die GV Unterausschüsse und Ad-Hoc Sondergremien bilden

  •  Fachkommissionen des ECOSOCs

Ein Großteil der Arbeit des ECOSOC wird in Ausschüssen und Kommissionen geleistet. Die teilen sich in funktionale Kommissionen zu Themen wie Bevölkerung und Entwicklung, nachhaltige Entwicklung und weitere; in ständige Ausschüsse für Wohn- und Siedlungswesen oder Nichtregierungsorganisationen usw. und in Expertengruppen z. B. im Bereich Entwicklungspolitik oder Energiepolitik ein.

Fonds und Programme

  • Programm der Vereinten Nationen für Wohnungs- und Siedlungswesen (United Nations Human Settlements Programme)

Im Jahr 1978 nimmt Habitat seine Arbeit auf. Die Gründung geht zurück auf einen Beschluss der Konferenz für Wohnungs- und Siedlungswesen von 1977. Habitats Aufgabenbereiche umfassen Städtebau und das Bau- und Wohnungswesen in Staaten Afrikas, Asien und Lateinamerikas. 1996 fand in Istanbul die zweite Konferenz der Vereinten Nationen über Wohn- und Siedlungswesen (HABITAT II) statt. Die dort verabschiedete HABITAT-Agenda schreibt das Ziel der nachhaltigen Stadtentwicklung und das Recht auf angemessene Wohnung fest. Der Hauptsitz des Programms ist in Nairobi, Kenia.

  • Kapitalentwicklungsfonds der Vereinten Nationen
    (United Nations Capital Development Fund - UNCDF)

Der UNCDF wurde 1966 gegründet mit dem Ziel kleinere gezielte Kapitalinvestitionen in den Entwicklungsländern durchzuführen. Der Fonds konzentriert sich auf Projekte, die vom Volumen zu klein sind für Entwicklungsländer und zu groß für Nichtregierungs-organisationen. Bekannt geworden ist der Fond durch die Armutsbekämpfung mit Hilfe der Vergabe von Mikrokrediten, für Infrastrukturmaßnahmen und Frauen- und Kinderprojekten.

  •  Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung
    (United Nations Conference on Trade and Development - UNCTAD)

UNCTAD wurde 1964 von der GV gegründet. Als Spezialorgan der GV gehören ihr momentan 192 Mitgliedsstaaten an. Die UNCTAD beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Problemen der Entwicklungsländer und deren Integration in die Weltwirtschaft. Unter anderem unterstützt sie die Entwicklungsländer bei Verhandlungen in der Welthandelsorganisation. Die UNCTAD hat ihren ständigen Sitz in Genf.

  •  Das Internationale Drogenkontrollprogramm der Vereinten Nationen (United Nations International Drug Control Programme - UNDCP)

Das UNDCP entstand 1991 aus der Zusammenlegung verschiedener Programme und Fonds. Das Programm überwacht die Maßnahmen der Vereinten Nationen auf dem Gebiet der Drogenkontrolle. Zum einen gewährleistet es den Informations- und Erfahrungsaustausch zum anderen werden geeignete Maßnahmen zur Drogenkontrolle entwickelt und bewertet. Die Zentrale des Programms ist in Wien.

  •  Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen
    (United Nations Development Programme - UNDP)

Das Entwicklungsprogramm entstand 1964 aus einer Fusion des erweiterten Programms für technische Hilfe und dem Sonderfonds der Vereinten Nationen. Das Aufgabengebiet von UNDP ist sehr umfangreich. Neben Koordination und Finanzierung von Technischer Zusammenarbeit im Bereich Entwicklungsarbeit umfasst das Programm Schwerpunkte wie:

- Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, Industrie, natürliche Ressourcen, Verkehrs- und Kommunikationswesen, Wissenschaft und Technologie, Gesundheitswesen, Bildungswesen sowie allgemeine Entwicklungsthemen. UNDP verwaltet auch einen Großteil der anderen Sonderfonds und Programme. Hauptziel ist die Bekämpfung von Armut.

  •  Das Umweltprogramm der UN
    (United Nations Environment Programme - UNEP)

Das Programm wurde 1972 mit der UN Resolution A/27/2997 ins Leben gerufen. Das Programm selbst beschreibt sich als Stimme der Umwelt in der UN und sichert sich als Vermittler für den schonenden Umgang mit der Umwelt. Mit verschiedenen Partnern aus Regierungen und der Zivilgesellschaft und NGOs setzt sich das Programm für eine nachhaltige Entwicklung ein.  UNEP hat seinen Hauptsitz in Nairobi.

  •  Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen
    (United Nations Fund for Population Activities - UNFPA)

1967 wurde im Rahmen der UN ein Treuhandfonds für Bevölkerungsfragen eingerichtet, der 1969 dem UNDP unterstellt und in UNFPA umbenannt wurde.

Arbeitsschwerpunkte des UNFPA sind Programme zur Familienplanung, Aufklärungs- Informations- und Ausbildungsprogramme. Seit 1969 veröffentlicht der Fonds jährlich den Weltbevölkerungsbericht. Dieser ist Beratungs- und Entscheidungsgrundlage für den Weltbevölkerungsgipfel.

  •  Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge
    (United Nations High Commissioner on Refugees - UNHCR)

Das Kommissariat wurde 1951 als Nachfolgeorganisation des Flüchtlingskommissariats des Völkerbundes gegründet. Das Flüchtlingshilfswerk, mandatiert durch die Genfer Flüchtlingskonventionen schützt und unterstützt Vertriebene. Vorraussetzung dafür ist, dass der jeweilige Staat die Konventionen ratifiziert hat. Zu den Aufgabenbereichen zählt auch der Schutz von Binnenflüchtlingen und die Integration oder Umsiedlung nach ihrer Rückkehr. Politisches Leitungsgremium ist ein Exekutivrat, bestehend aus 53 Staaten, unter Leitung des Flüchtlingskommissars (seit 2005 Antonio Gueterres).

  •  Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen
     (United Nations Children’s Fund - UNICEF)

Ursprünglich wurde UNICEF 1946 gegründet, um Kindern, die vom Zweiten Weltkrieg besonders getroffen waren, zu helfen. Inzwischen hat das Hilfswerk seinen Radius auch auf Asien, Afrika und Lateinamerika erweitert. Vor allem in Entwicklungsländern unterstützt UNICEF Mütter und Kinder in allen Lebensbereichen und tritt auf international politischer Ebene für die Rechte von Kindern ein. Mit der UN Kinderrechtskonvention hat UNICEF eine international anerkannte Rechtsgrundlage geschaffen, auf deren Basis nun die Arbeit von UNICEF basiert.

  •  Entwicklungsfond der Vereinten Nationen für die Frau
    (United Nations Development Fund for Women)

Der Fonds wurde 1976 gegründet und hieß zunächst „Freiwilliger Fonds für die Frauendekade der Vereinten Nationen“, wurde jedoch nach Ende der Dekade 1985 weitergeführt und umbenannt. Die Hauptaufgabe besteht darin Gleichbehandlung der Geschlechter zu erreichen und dadurch die Frauen zu stärken. Besonders in wirtschaftlichen und technischen Projekten werden Frauen unterstützt.

  •  Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East - UNRWA)

Das UNRWA ist ein temporäres Hilfsprogramm, dass jedoch seit seiner Gründung 1949 regelmäßig um drei Jahre verlängert wurde (zuletzt bis zum Juni 2008) Sein Mandat erstreckt sich momentan auf mehr als 3,9 Millionen Flüchtlinge in Jordanien, Syrien, West Bank und dem Gazastreifen. Die Tätigkeiten konzentrieren sich auf soziale und humanitäre Maßnahmen, sowie medizinische Versorgung. Der Hauptsitz des Hilfswerkes war zunächst in Beirut, wurde jedoch aufgrund des Krieges 1978 nach Wien verlegt.

  •  Das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen
    (United Nations Volunteers- UNV )

Das Freiwilligenprogramm der UN wurde 1970 initiiert, um die internationale Vermittlung Freiwilliger Helfer zu koordinieren. Das Programm rekrutiert Freiwillige aus allen Ländern mit verschiedenen beruflichen Qualifikationen, die für ein geringes Entgeld in den Entwicklungsländern Aufbauhilfe leisten. Der Hauptsitz von UNV ist in Bonn.

  •  Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen
    (World Food Programme - WFP)

Das Welternährungsprogramm nahm 1963 seine Arbeit auf, nachdem die Gründung 1961 von der Generalversammlung beschlossen wurde. WFP versorgt Opfer von Naturkatastrophen, Kriegen und Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln. Ferner verwaltet das Programm die Internationale Notstand-Nahrungsmittelsreserve (International Emergency Food Reserve). Das WFP ist dabei logistische Schnittstelle und Nothilfekoordinator in der Abwicklung von Nahrungsmittellieferungen. Der Hauptsitz des Gremiums ist in Rom.

Institutionen mit Sonderstatus

  •  Internationale Atomenergiebehörde
    (International Atomic Energy Agency - IAEO)

Die Internationale Atomenergiebehörde wurde 1957 als autonome wissenschaftlich-technische Organisation gegründet. Aufgabe der Organisation ist es, die friedliche Nutzung der Kernenergie und der Anwendung radioaktiver Stoffe, sowie die internationale Zusammenarbeit hierbei, zu fördern und gleichzeitig die militärische Nutzung dieser Technologie (z. B. Proliferation von Kernwaffen) durch Überwachungsmaßnahmen zu verhindern. Die IAEA hat 142  Mitglieder (stand 2006).  Das Sekretariat wird sei 1998 von Mohammed El Barradei geleitet. Hauptsitz der Organisation ist in Wien.

Sonderorganisationen

Sonderorganisationen, die teilweise die gleichen Themenfelder wie die Spezialorgane abdecken, sind zwischenstaatliche Einrichtungen. Sie beruhen auf völkerrechtlichen Verträgen und verfügen über ein eigenes Budget und eigene Organisationsstrukturen. Man kann die Sonderorganisationen in verschiedene Kategorien einteilen:

- Technische Organisationen
- Sozialer, humanitärer und Kultureller Bereich
- Finanzorganisationen

Einige der Organisationen bestanden schon vor der Gründung der VN, andere wurden erst im Laufe der UN-Geschichte gegründet.

  •  Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur
    (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation- UNESCO)

Die UNESCO wurde 1945 von 37 Staaten gegründet, mit einer eigenen Verfassung, die 1946 von 20 Staaten ratifiziert wurde und damit in Kraft trat.

Die Aufgabengebiete der UNESCO umfassen die Förderung von Bildung, Wissenschaft, Kommunikation, Information und Kultur. Die wichtigsten Maßnahmen schließen die Förderung des Dialogs der Kultur, Grundbildung für alle und die Betreuung des Weltkulturerbes ein.

UNESCO setzt sich aus einen der Generalkonferenz, dem Exekutivrat und dem Sekretariat zusammen. Seit 1999 ist  Koïchiro Matsuura aus Japan Generaldirektor. Insgesamt hat die UNESCO 191 Mitgliedsstaaten (Stand 2006).

  •  Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung
    (United Nations Industrial Development Organisation - UNIDO)

Die Organisation wurde 1966 gegründet und bekam 1985 den Status einer Sonderorganisation der UN. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Förderung von industrieller Entwicklung in den Entwicklungs- und auch Transformationsländern. Die Konzentration liegt dabei auf zwei Schwerpunktbereichen; der Stärkung von industriellen Kapazitäten sowie der Nachhaltigkeit von Industrialisierungsprozessen. Oberstes Organ von UNIDO ist die alle zwei Jahre in Wien tagende Generalkonferenz die sich aus den 171 Mitgliedsstaaten zusammensetzt. (Stand 2006)

  •  Welttourismusorganisation
    (United Nations World Tourism Organisation - UNWTO)

Die UNWTO wurde als 1975 Nachfolgeorganisation der International Union for Official Tourism Organisationes (IUOTO) eingeführt. Seit Ende 2005 lautet die offizielle Abkürzungen UNWTO um Verwechslungen mit der Welthandelsorganisation WTO auszuschließen. Die eigene Zielsetzung der UNWTO wird folgendermaßen formuliert. „Förderung und Entwicklung des Tourismus als Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung, internationalem Verständnis, Frieden, Wohlstand und Respekt für Freiheit und Menschenrechte für alle ohne Unterschiede nach Rasse, Geschlecht, Sprache und Religion“ In der WTO sind 140 Vollmitglieder und 7 assoziierte Mitglieder versammelt.

  •  Weltpostverein
    (Universal Postal Union - UPU)

Der Weltpostverband ist das internationale Forum für die Kooperation zwischen den Postbehörden weltweit. Er wurde schon 1874 in Bern gegründet und hat bis heute 190 Mitglieder angesammelt. Alle fünf Jahre veranstaltet die UPU den Weltpostkongress Generalsekretär ist seit 2005 Edouard Dayan.

  •  Weltbank-Gruppe
    (World Bank Group)

Die Weltbankgruppe besteht aus fünf Einzelorganisationen und wurde ursprünglich nach dem Zweiten Weltkrieg für den Wiederaufbau gegründet.

  • Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (International Bank for Reconstruction and Development – IBRD; auch: World Bank)
  • Internationale Entwicklungsorganisation (International Development Association – IDA)
  • Internationale Finanz-Corporation (International Finance Corporation – IFC)
  • Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (Multilateral Investment Guarantee Agency – MIGA)
  • Internationales Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (International Center for Settlement of Investment Disputes – ICSID)

Die Bezeichnung Weltbank bezieht sich nur auf die ersten beiden Institutionen. Alle Einrichtungen fördern soziale Entwicklung und Wirtschaftswachstum.

  •  Weltgesundheitsorganisation
    (World Health Organisation - WHO)

Die WHO, mit Hauptsitz in Genf, wurde 1948 gegründet, um die Gesundheitsversorgung weltweit zu verbessern. Die WHO ist besonders in den Entwicklungsländern aktiv, da hier der Aufbau nachhaltiger Systeme der Gesundheitsvorsorge nur mangelhaft von den Regierungen ausgeführt werden kann. Oberstes Organ der WHO ist die jährlich tagende Weltgesundheitsversammlung. In sechs Regionalbüros werden die Beschlüsse dann umgesetzt. Zur WHO gehören derzeit 193 Mitglieder (Stand 2006).

  •  Weltorganisation für geistiges Eigentum
    (World Intellectual Property Organisation - WIPO)

Die WIPO besteht seit 1893 als Bureau international pour la protection de la propriété intellectuelle (BIRPI). Seit 1974 ist sie eine Sonderorganisation der UN. Die WIPO ist in zwei Bereichen tätig; zum einen im gewerblichen Rechtsschutz und zum anderen im Urheberrecht.

Vor allem fordert die Organisation den weltweiten Schutz des geistigen Eigentums durch Abschlüsse von internationalen Verträgen. Derzeit hat die WIPO 183 Mitglieder (Stand 2006) und als Generalsekretär fungiert Kamil Idris aus dem Sudan.

  •  Weltorganisation für Meteorologie
    (World Meteorological Organisation - WMO)

Die WMO ist die Nachfolgeorganisation der International Meteorological Organisation (IMO). Diese wurde 1873 gegründet. 1951 ging Sie in den Status einer Sonderorganisationen der UN über. Das Aufgabenspektrum umfasst Meteorologie, Hydrologie und Klimatologie.

Eine Hauptaufgabe ist unter anderem die Überwachung des World Weather Watch Programme (WWWP), das weltweit auf über 10.000 Wetterstationen zurückgreift und Standards für die Messung, den Austausch und die Verarbeitung meteorologischer Daten entwickelt.

  •  Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation
    (Food and Agriculture Organisation - FAO)

Die FAO wurde 1945 in Kanada gegründet und hat sich zum Hauptziel gesetzt weltweiten Hunger zu verhindern. Dabei konzentriert sich die Organisation im Wesentlichen auf folgende vier Bereiche: Entwicklungshilfe, Informationskampagnen, Regierungsberatung und internationale Kommunikationsschnittstelle. Der Tag ihrer Gründung ist auch der offizielle UN „Welthunger“ Gedenktag“. Der Sitz der FAO ist in Rom und sie hat derzeit 190 Mitglieder (189 Staaten und eine Mitgliedsorganisation)­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­.

  •  Internationale Zivilluftfahrtorganisation
    (International Civil Aviation Organisation - ICAO)

Die ICAO wurde 1944 durch das Übereinkommen über die internationale Zivilluftfahrt (Chicagoer Abkommen) gegründet. Seit 1947 ist sie eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Die Zentrale sitzt in Chicago und ihr gehören 188 Mitgliedsstaaten an. Die wesentlichen Aufgaben sind die Standardisierung und Sicherung des Flugverkehrs sowie die Regelung der internationalen Verkehrsrechte im Luftraum. Dafür werden Empfehlungen und Richtlinien erarbeitet, die dann in der alle 3 Jahre tagenden Versammlung zur Debatte stehen. Generalsekretär ist seit 2005 Dr. TAÏEB  Cherif aus Algerien.

  •  Internationaler Fons für landwirtschaftliche Entwicklung
    (International Fund for Agricultural Development - IFAD)

Der IFAD entstand 1977 auf Anregung des Welternährungsgipfels. Dem in Rom sitzenden Fonds gehören 165 Länder (Stand 2006) an. Der Fonds hat sich zum Ziel gesetzt Kleinbauern und landlose Landarbeiter zu unterstützen, um die weltweite Ernährungslage zu verbessern. Durch finanzielle Zuwendungen soll die Nahrungsmittelproduktion erhöht werden und damit schließlich auch die Lebensbedingungen in den betroffenen Ländern.

  •  Internationale Arbeitsorganisation
    (International Labour Organisation - ILO)

Im Rahmen der Friedenskonferenz von Versailles nahm 1919 die Internationale Arbeitsorganisation ihre Tätigkeit auf. 1946 wandelte man dann ihren Status in eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Die ILO hat es sich zum Ziel gesetzt die Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Sicherheit zu bewerten und zu bearbeiten. Die ILO hat ihren Sitz in Genf und hat 178 Mitglieder (Stand 2006).

  •  Internationaler Währungsfonds
    (International Monetary Fund - IMF)

Als ein Ergebnis der Bretton Woods Konferenz entstand 1944 der IWF, der jedoch seine Arbeit erst 1946 aufnahm. Er gehört damit als Schwesternorganisation der Weltbankgruppe zu den Bretton-Woods Institutionen und soll in erster Linie die internationale Stabilität in der Währungspolitik fördern. Der Fonds bietet seinen Mitgliedern Stabilisierung von Wechselkursen, Kreditvergabe, Überwachung der Geldpolitik und Technische Hilfe. Der IWF hat 184 Mitglieder (stand 2006) und die Stimmverteilung richtet sich nach dem jeweiligen Kapitalanteil der einzelnen Staaten. Hauptsitz ist in Washington D.C.,USA.

  • Internationale Seeschifffahrtsorganisation
    (International Maritime Organisation - IMO)

Sie IMO wurde ursprünglich als Zwischenstaatliche Beratende Schafffahrtsorganisation 1948 gegründet. Erst 1959, nachdem alle erforderlichen Gründungsstaaten den Vertrag ratifiziert hatten, trat die Satzung in Kraft. Seit 1982 ist sie eine Sonderorganisation der VN und bekam ihren aktuellen Namen. Ihre Aufgabe ist es internationale Standards für nicht wirtschaftliche Aspekte der Schafffahrt zu vereinbaren, Meeresverschmutzung zu verhindern und alle technischen Angelegenheiten in diesem Bereich zu regeln. Die Organisation hat derzeit 162 Mitglieder (Stand 2006) und 3 assoziierte Mitglieder ( Hongkong, China, Macau, Faröer).

  •  Internationale Fernmeldeunion
    (International Telecommunication Union- ITU)

Die ITU ist die direkte Nachfolgerorganisation des 1865 gegründeten Welttelegraphenvereines. Seit 1932 läuft die Arbeit unter dem Namen der ITU. Ziel war es die internationale Zusammenarbeit im Nachrichtenwesen zu fördern. Die ITU arbeitet auf der Grundlage des internationalen Fernmeldevertrages von 1982, der alle Aufgabenbereiche definiert. Momentan sind 191Staaten Mitglied (Stand 2006) der Union, die ihren Sitz in Genf hat.

Autonome Orgnisationen

  • Welthandelsorganisation
    (World Trade Organisation - WTO)

Die WTO ist die Nachfolgeorganisation des 1947 gegründeten Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT). 1994 beschloss die Konferenz von Marrakesch die Gründung der Welthandelsorganisation bis Ende 1995.

Ziel der WTO ist der Abbau von Handelshemmnissen und damit einhergehend die Liberalisierung des Handels und die Förderung eines internationalen Freihandels. Die Organisation beruht auf dem Meistbegünstigungsprinzip. Das heißt, wer einem Handelspartner Vergünstigungen gewährt, muss diese Vergünstigungen allen WTO-Mitgliedstaaten gewähren. Die WTO hat ihren Sitz in Genf und umfasst momentan 149 Mitglieder (Stand 2006).

Sie ist rechtlich gesehen keine Sonderorganisation der UN, arbeitet aber eng mit den Finanzinstitutionen, wie z. B. der Weltbankgruppe zusammen.