III. Sonderorganisationen

III.12 IFC – Die Internationale Finanzkooperation

Die Internationale Finanzkooperation (International Finance Corporation – IFC), deren Mitglieder zwischen 1995 und 2016 von 165 auf 184 angestiegen ist, verfügte Ende Juni 2016 über einen Stab von insgesamt rund 3.760 Mitarbeiter(innen); mehr als die Hälfte von ihnen arbeitete in den 109 regionalen Büros, die sich in 98 Staaten befinden.

Die IFC wurde 1956 gegründet. Die Bundesrepublik Deutschland gehört zu den Gründungsmitgliedern; sie hält gegenwärtig  einen Kapitalanteil von 5,02 Prozent und einen Stimmrechtsanteil von 4,77 Prozent.

Die IFC ist juristisch und finanziell unabhängig von der IBRD (vgl. III.05); sie nimmt aber administrative und andere Dienstleistungen der IBRD in Anspruch. Ergänzend zur IBRD-Tätigkeit werden von der IFC nur privatwirtschaftliche Projekte unterstützt; in Ausnahmefällen gibt es Joint Ventures mit Staatsunternehmen. Im Gegensatz zur IBRD akzeptiert die IFC für ihre Finanzierungen keine ­Bürgschaften durch Regierungen. Das Geschäftsjahr der IFC weicht vom Kalenderjahr ab. 2016 bedeutet daher: 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016.

Mittelbeschaffung

Die IFC ist weltweit die größte Entwicklungsbank, die auf die Förderung des Privatsektors ausgerichtet ist. Die wichtigsten Finanzierungsquellen der IFC sind Einzahlungen der Mitgliedstaaten auf das Grundkapital, Mittelaufnahmen auf den privaten Kapitalmärkten, Rückzahlungen aus gewährten Darlehen, Veräußerungen von Aktiva sowie laufende Gewinne.

Bei der Gründung wurde das Grundkapital auf 100 Mio. US-Dollar festgelegt. 1985 wurde eine Erhöhung von 650 Mio. auf 1,3 Mrd. US-Dollar beschlossen. Die 2010 beschlossene selektive Kapitalerhöhung um 200 Mio. US-Dollar sowie Aufstockung der Basisstimmrechte wurde Ende Juni 2012 abschließend genehmigt und führte zu einer Erhöhung der Kapitalanteile und Stimmrechte einiger Entwicklungsländer und Schwellenländer.

Erst nach einer Satzungsänderung im Jahre 1965 war es der IFC möglich, Darlehen von der IBRD aufzunehmen. Seit 1985 hat sie begonnen, auch auf den Kapitalmärkten Fremdmittel aufzunehmen.

Die Netto-Erträge der IFC (vgl. Tabelle III.12-02) werden in die Rücklagen eingestellt und dienen der Refinanzierung. Sie setzen sich aus den Erträgen verkaufter Beteiligungen, aus Dividenden aus Eigenkapitalbeteiligungen, den Zinszahlungen aus gewährten Darlehen sowie den Verwaltungsgebühren für Kapitalbeteiligungen Dritter zusammen, abzüglich der Ausgaben für Schuldendienstleistungen (charges on borrowings), für Verwaltung sowie Einstellungen in die Reserve gegen Verlust. Ebenfalls abgezogen sind die jährlichen Zuschüsse an die IDA (vgl. III.14), die sich in dem Geschäftsjahr 2015 auf 340 Mio. US-Dollar beliefen..

Mittelverwendung

Die IFC offeriert Darlehen, Eigenkapitalbeteiligungen, Garantien sowie eine  Reihe innovativer Finanzierungsprodukte zu kommerziellen Bedingungen. Sie übernimmt dabei eine Katalysatorrolle für private Investitionen in Entwicklungsländern. Oberste Geschäftsmaxime der IFC ist es, Projekte niemals allein, sondern nur in Verbindung mit privatem Kapital zu fördern. Dementsprechend übernimmt sie niemals Mehrheitsbeteiligungen und übt auch keinen direkten Einfluss auf die Geschäftsführung der von ihr geförderten Unternehmen aus. Allerdings nimmt die IFC periodische Konsultationen der von ihr geförderten Projekte vor.

Das typische Engagement der IFC besteht in einer geringen Eigenkapitalbeteiligung, die mit Darlehen mit einer Laufzeit von 6 bis 15 Jahren verbunden ist, Im Unterschied zur IBRD sind die IFC-Darlehen nicht gebunden, d.h. sie können für alle dem Betriebszweck dienlichen Investitionen Verwendung finden. Finanzhilfen werden geleistet in Form von langfristigen Darlehn, Eigenkapitalbeteiligungen, Kombinationen von langfristigen Darlehen und Eigenkapitalbeteiligungen sowie Garantieleistungen.

Die Darlehen werden zu marktüblichen, festen oder variablen Zinssätzen gewährt; die Tilgung erfolgt nach etwa drei Jahren. Für die Bereitstellung des nicht ausgezahlten Teils der Darlehen werden Bereitstellungsgebühren von einem Prozent bei festverzinslichen Darlehen bzw. 0,5 Prozent für zinsvariablen Darlehen erhoben. Außerdem müssen Abschlussgebühren in Höhe von einem Prozent geleistet werden.

Seit ihrer Gründung haben die IFC-Investitionen sehr stark zugenommen. Die jährlichen Auszahlungen überschritten 1990 erstmals eine Mrd. US-Dollar; sie erreichten 1995 über 1,8 Mrd. US-Dollar und 2016 knapp zehn Mrd. US-Dollar (vgl. Tabelle III.12-01 und Abbildung III.12-01, Spalte B).

Die IFC berichtet, dass im Geschäftsjahr 2016 insgesamt 11,12 Mrd. US-Dollar für langfristige Investitionen in 344 Projekte in 78 Entwicklungsländern zugesagt wurden..

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