III. Sonderorganisationen

III.10 WMO – Die Weltorganisation für Meteorologie

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO - World Meteorological Organization) mit Sitz in Genf ist seit 1950 die Nachfolgerin der International Meteorological Organization, die 1873 gegründet wurde. Sie ist seit 1951 UN-Sonderorganisation. Die Bundesrepublik Deutschland ist der Organisation im Juni 1954 beigetreten. Die WMO arbeitete ursprünglich mit Langfristprogrammen, die alle vier Jahre vom Kongress aktualisiert werden; derzeit orientiert sich die Arbeit der Organisation an einem Strategischen Plan über vier Jahre. Die Organisation, deren Mitgliederzahl inzwischen auf 185 Staaten und sechs Territorien angestiegen ist (Stand: 1. Januar 2016), hat zurzeit einen Personalbestand von insgesamt rund 260 Mitarbeitern, darunter 130 im höheren Dienst.

Nach Artikel 2 des WMO-Übereinkommens gehört es zu den Zwecken der Organisation, „eine weltumspannende Zusammenarbeit bei der Errichtung von Stationsnetzen zur Durchführung sowohl meteorologischer Beobachtungen als auch hydrologischer und anderer die Meteorologie berührender geophysikalischer Beobachtungen zu erleichtern und die Errichtung und den Betrieb von Zentralstellen zu fördern, die mit der Wahrnehmung meteorologischer und verwandter Aufgaben betraut sind“, ferner Systeme zum schnellen Austausch von entsprechenden Informationen zu errichten sowie die Anwendung der Meteorologie auf die Luft- und Schifffahrt, auf die Landwirtschaft und andere Gebiete zu fördern.

Die WMO besteht aus fünf Hauptorganen, dem Kongress als Plenarorgan, der alle vier Jahre tagt, dem alljährlich tagenden Exekutivrat, der die Entscheidungen des Kongresses umsetzt, den sechs Regionalverbänden, den acht Technischen Kommissionen und dem Sekretariat. Der Exekutivrat setzt sich zusammen aus 37 Direktoren nationaler Wetterdienste, die in ihrer persönlichen Eigenschaft, das heißt als Vertreter der Organisation, nicht als Vertreter ihrer Staaten tätig sind; darunter befinden sich der Präsident und drei Vize-Präsidenten der Organisation sowie die Präsidenten der sechs Regionalverbände.

Haushaltsaufstellungsverfahren

1988 passte sich die WMO dem zweijährigen UN-Rhythmus an; seitdem wird der Haushalt in Schweizer Franken aufgestellt. Da der Kongress nur alle vier Jahre tagt, umfasst die Finanzperiode jeweils vier Jahre. Der 16. WMO-Kongress verabschiedete 2011 den WMO-Strategie-Plan 2012-2015. Der Kongress hat für diese 16. Finanzperiode den Exekutivrat entsprechend Artikel 23 des Übereinkommens autorisiert, Ausgaben bis zu maximal 276 Mio. Schweizer Franken (CHF) zu tätigen, wobei 261 Mio. CHF als Pflichtbeiträge veranschlagt wurden. Die gesamten Bewilligungen für die beiden Zwei-Jahres-Haushalte dürfen den vom Kongress für die Jahre 2012-2015 gesetzten Ausgaben-Rahmen nicht überschreiten. Sollte die Organisation am Ende der vierjährigen Finanzperiode über Überschüsse verfügen, so sind diese entsprechend der Finanzvorschriften  den Mitgliedern zu erstatten.

Der gesamte Ablauf des Haushaltsaufstellungsverfahren wird in den Finanzvorschriften (Financial Regulations) der Organisation ausführlich beschrieben. Die Entwürfe der Zwei-Jahres-Haushalte werden vom Generalsekretär erstellt und dem Exekutivrat mindestens fünf Wochen vor Beginn der ordentlichen Tagung vorgelegt und von ihm genehmigt. Ein Beratender Finanz-Ausschuss (Financial Advisory Committee; FINAC) ist zwischengeschaltet; der WMO-Präsident fungiert als Vorsitzender. Das Gremium ist offen für alle WMO-Mitglieder.

Beitragszahlungen

Bis 1995 legte die Organisation die Beitragstabelle  nach einem 50:50-Schlüssel fest, das heißt zu einem WMO- und einem UN-orientierten Schlüssel mit unterschiedlichen Mindestsätzen. Nach einer schrittweisen Anpassung bis 1999 erfolgt seitdem eine Orientierung an der UN-Beitragstabelle, wobei allerdings der WMO-Mindestsatz weiterhin 0,02 Prozent beträgt (UN-Mindestsatz: 0,001 Prozent). Der deutsche Beitragssatz bewegte sich im Zeitraum 1991-2011 zwischen 7,41 (1991) und 9,64 (2002) Prozent; er lag 2012/2013 noch bei 7,89 Prozent (vgl. Tabelle III.10-01); 2014 erfolgt in Anlehnung an die UN-Beitragstabelle 2013-2016 eine Reduzierung auf 7,04 Prozent und 2017 auf 6,30 Prozent.

Die deutschen Pflichtbeiträge stiegen zwischen 1991 und 2013 nominal von rund 3,0 auf 5,4 Mio. US-Dollar.2014-2016 mussten jährlich rund 4,7 Mio. US-Dollar gezahlt werden. Für 2017 reduziert sich der Pflichtbeitrag auf 4,2 Mio. US-Dollar.   Dem gegenüber fluktuieren die freiwilligen Beitragsleistungen für technische Hilfsprojekte beträchtlich (vgl. Tabelle III.10-01 und Abbildung III.10-01). 

Zahlungsmoral

1988 wurde zunächst probeweise auf vier Jahre (und dann 1991 auf weitere vier Jahre bis 1995 verlängert) ein Anreiz-System eingeführt, wonach ein Teil des Kassenüberschusses während der vierjährigen Finanzperiode, nämlich die Zinseinnahmen aus dem Allgemeinen Fonds den „pünktlichen“ Zahlern entsprechend dem Zahlungseingang, gutgeschrieben wird. Allerdings hat dieses Anreizsystem bisher keinen erkennbaren positiven Einfluss auf die Zahlungspünktlichkeit der Mitglieder gehabt.

Haushaltsentwicklung

Im Vergleich zu den anderen technischen Organisationen sowie unter den Sonderorganisationen insgesamt handelt es sich um eine relativ kleine Organisation (lediglich die UPU und die IMO wiesen 2015 ein geringeres Haushaltsvolumen auf; vgl. Tabelle III.19-01). Die in Schweizer Franken aufgestellten Zwei-Jahres-Haushalte ebenso wie die tatsächlichen Ausgaben zeigten kontinuierliche nominale Steigerungen, die jedoch eher einem realen Nullwachstum entsprachen. Durch die Umrechnung in US-Dollar kann diese Entwicklung wegen der Wechselkursschwankungen  nicht verdeutlicht werden. Für den gesamten Zeitraum fand in etwa eine Verdopplung des Haushaltsvolumens, ausgedrückt in US-Dollar, statt (vgl. Tabelle III.10-02).

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