II. Ausgewählte UN-Fonds und -Programme

II.12 WFP - Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (World Food Programme – WFP) wurde von der 16. UN-Generalversammlung am 19. Dezember 1961 mit Resolution 1714 (XVI) gegründet. Es handelte sich um ein gemeinsames Unterfangen von den Vereinten Nationen und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Zusammenarbeit mit allen anderen, internationalen UN-Organisationen.

Von Anfang an standen drei Prioritäten im Vordergrund: (1) Festlegung von
Verfahren, um Nahrungsmittel-Nothilfen auf weltweiter Ebene sicherzustellen; (2) Mitwirkung an Speisungsprogrammen für Vorschul- und Schulkinder; und (3) Durchführung von Pilotprojekten, um Nahrungsmittelhilfe zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung einzusetzen.

Ende 1966 beschloss auf Empfehlung sowohl der FAO-Konferenz als auch des Wirtschafts- und Sozialrats (ECOSOC) die 21. UN-Generalversammlung, das WFP als ständiges Spezialorgan in die Gruppe der UN-Fonds und -Programme einzugliedern.

Heute gehört das WFP zu den größten Geldgebern für Zuschusshilfe innerhalb des UN-Systems und nimmt damit eine Schlüsselposition im Kampf der Vereinten Nationen gegen Hunger und Armut ein. Dabei hat sich die Gewichtung zwischen langfristig angelegter Entwicklungshilfe und kurzfristig notwendiger Notstandshilfe beträchtlich verschoben. Während in den 1960er Jahren die Not- bzw. Soforthilfe nur etwa ein Drittel der Programmhilfe ausmachte, gilt heute das WFP als die größte humanitäre Nothilfe-Organisation der Welt.

Die freiwilligen Beitragsleistungen erfolgen im Kontext ausdifferenzierter Arbeitsschwerpunkte: (1) an das Entwicklungsprogramm (WFP’s regular resources), (2) an die seit 1975 dem WFP unterstellte Internationale Nahrungsmittelnotreserve (International Emergency Fund Reserve – IEFR), (3) auf das Soforthilfe-Konto (Immediate Response Account – IRA), (4) seit dem Jahr 1987 an den Fonds für Flüchtlingshilfe/Längerfristige Flüchtlings- und Vertriebenen Operation (Protracted Refugee and Displaced Person Operations – PRO) bzw. seit 1998 für Längerfristige Nothilfe- und Wiederaufbaumaßnahmen (Protracted Recovery and Relief Operations – PRRO). Darüber hinaus verfügt das WFP über (5) ein Konto für Sondervorhaben (Special Operations – SO) sowie über (6) sonstige Einnahmen (unter anderem für besondere Notstandsoperationen sowie Gebühren für WFP-Dienstleistungen).

Dabei unterscheidet das WFP zwischen drei „Fenstern“ (funding windows): (a) als multilaterale Beiträge gelten solche, bei denen das WFP entscheidet, welches seiner Projekte oder Operationen wie daraus finanziert werden soll; (b) als gezielte multilaterale Beiträge (directed multilateral) gelten Beiträge für spezifische WFP-Aktivitäten, wobei der Geldgeber sämtliche damit zusammenhängende Kosten trägt (full-cost recovery requires to cover the cost of moving, managing and monitoring contributions); sie machten in den letzten Jahren mit rund 90 Prozent den Löwenanteil aus; (c) als bilateral werden die Beiträge zu einem Projekt oder einer Operation betrachtet, das nicht vom WFP initiiert worden ist.

Die freiwilligen Beitragsleistungen erfolgen in Form von Naturalien, Barzahlungen und Dienstleistungen. Dabei sollen nicht mehr als zwei Drittel des jährlichen Gesamtaufkommens aus Naturalbeiträgen bestehen, deren Wert auf der Grundlage der jeweiligen Weltmarktpreise zum Zeitpunkt der Zusagen bestimmt wird. Obwohl die Geberstaaten die zugesagten Naturalien bei Bedarf schnellstmöglich zur Verfügung stellten, hat es oftmals mindestens drei Monate gedauert, bis die Schritte von der Verpackung, Verschiffung, Transport und schließlich Verteilung in den Empfängerstaaten erfolgen konnten. 

Tabelle II.12-01 informiert über die Entwicklung der freiwilligen Beitragsleistungen Deutschlands an das WFP. Eine Differenzierung nach Kernbeiträgen und zweckgebundenen Beiträgen war nicht möglich. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass es sich ausschließlich um zweckgebundene Beiträge handelt.  Insgesamt ist ab 2008 eine deutliche Steigerung festzustellen, die 2015 329,2 Mio. US-Dollar erreichte. Tabelle II.12-02 zeigt vergleichend die Entwicklung von Einnahmen und Ausgaben auf, die 2014 deutlich über und 2015 knapp unter fünf Mrd. US-Dollar lag.

In Tabelle II.12-03 werden die zehn größten Beitragszahler (‚Top 10‘) für den Zeitraum 1991–2015 aufgeführt; Deutschland gehörte stets dazu, wies aber sichtbare Schwankungen in der Platzierung auf.  Angeführt wurde die Liste immer von den USA, deren Anteil ein Drittel, oftmals mehr als die Hälfte aller staatlichen freiwilligen Beitragsleistungen ausmachte. Seit 2010 befand sich Deutschland stets unter den ersten fünf Gebern, 2015 sogar an dritter Stelle.


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