II. Ausgewählte UN-Fonds und -Programme

II.09 UNITAR – Ausbildungs- und Forschungsinstitut der UN

Die Idee, ein UN-Institut für Ausbildungs- und Forschungszwecke zu gründen, wurde erstmals Ende 1962 von der Generalversammlung gefordert (Resolution 1827 (XVII) vom 18. Dezember 1962). Damals war vor allem wegen der Gründung zahlreicher, unabhängig gewordener Staaten in Afrika der Bedarf an einer Ausbildung von Jungdiplomaten für die Arbeit in den Institutionen des  UN-Systems enorm hoch.

Das Ausbildungs- und Forschungsinstitut der Vereinten Nationen (United Nations Institute for Training and Research – UNITAR) begann im Frühjahr 1965 seine Arbeit mit dem Ziel, durch entsprechende Ausbildungs- und Forschungsaktivitäten die Tätigkeiten in den Administrationen des UN-Systems zu verbessern. Heute befindet sich sein Hauptsitz in Genf; zwei Nebenstellen sind in New York und Hiroshima. Das Sekretariat wird von einem Exekutiv-Direktor geleitet und von einem jährlich tagenden Board of Trustees überwacht, dessen Mitglieder ad personam tätig sind.  UNITAR berichtet direkt an den Wirtschafts- und Sozialrat.

Angesichts der steigenden Nachfrage vor allem der Entwicklungsländer hat sich UNITAR zunehmend zu einem Zentrum der Erwachsenenbildung, des lebenslangen Lernens entwickelt. Angeboten werden im Kontext der 2030-Agenda Kurse zu Umweltproblemen, nachhaltiger Urbanisierung, internationalem Recht, zu Governance und Frieden, Menschenrechten, zum internationalen Handel sowie zu Friedensoperationen, Sicherheit und multilateraler Verhandlungsführung. Dabei nimmt das Angebot an E-Learning-Kursen ständig zu und hat sich zu einem Kerngeschäft entwickelt; es umfasst bereits mehr als ein Viertel aller Veranstaltungen. Seit 2003 hat UNITAR ein weltweites  Netzwerk internationaler Ausbildungszentren (International Training Centres for Authorities and Leaders; CIFAL) entwickelt, das derzeit 16 Zentren umfasst.

Im Frühjahr 2007 begann ein umfassender Reform-Prozess, der zu zwei Strategie-Plänen 2007-2009 und 2010-2012 führte. Der gegenwärtige Strategie-Plan (strategic results framework) ist auf vier Jahre angelegt und umfasst die Jahre 2014 bis 2017.  Besondere Prioritäten gelten innovativen Wissenssystemen unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien. Dementsprechend nutzerfreundlich ist auch die Website von UNITAR (http://www.unitar.org).     

Das Institut wird durch freiwillige Beitragsleistungen der Mitgliedstaaten, durch zwischenstaatliche Organisationen, Stiftungen und andere NGO-Quellen finanziert. Die entsprechenden Einkommensquellen betrugen 2015 anteilsmäßig: Regierungen 28 Prozent; internationale Organisationen 5 Prozent; Privatsektor 2 Prozent; Stiftungen/NGOs 65 Prozent. 2015 umfassten die Einnahmen freiwillige Beitragsleistungen in Höhe von 22 Mio. US-Dollar (= 87 Prozent) und Eigeneinnahmen (self generated income) in Höhe von 3,4 Mio. US-Dollar (= 13 Prozent).

Tabelle II.09-01 gibt einen Überblick der Einnahmen und Ausgaben seit 1991. Dabei wird zwischen zwei Arten von Zuwendungen unterschieden. Es handelt sich um allgemeine Zuwendungen (General Fund) und zweckgebundene Zuwendungen (Special Purpose Grants Fund), das heißt um core und non-core contributions. Beim Blick auf die Einnahmen-Seite wird deutlich, dass die allgemeinen Zuwendungen im Zeitablauf stets nur einen geringen Anteil ausmachten und bei höchstens knapp unter zwei Mio. US-Dollar lagen (2006-2007 und 2010-2011). Demgegenüber stiegen die zweckgebundenen Zuwendungen beträchtlich, die auch steigende Einnahmen aus den Ausbildungsangeboten umfassten; dies gilt vor allem für die letzten Jahre.

Der UN-Generalsekretär empfahl in seinem Bericht an den Wirtschafts- und Sozialrat, dass die Mitgliedstaaten den strategischen Reformprozess durch allgemeine Zuwendungen stärker unterstützen (E/2011/115 vom 12. Mai 2011). Aber der neugegründete Fellowship Fund hat die Erwartungen bisher nicht erfüllt. Er sollte dazu dienen, ausgewählten Teilnehmern die Kursgebühren zumindest teilweise zu erlassen. Demgegenüber positiv entwickelte sich der Anstieg der Einnahmen insgesamt seit 2010; er lag 2015 bei rund 25,4 Mio. US-Dollar (vgl. auch Tabelle II.09-01).

2015 hat sich Deutschland mit zweckgebundenen Beiträgen, vor allem zum Peacekeeping Training Programme, in Höhe von 2,083 Mio. US-Dollar beteiligt.  2014 waren es 1,071 Mio. US-Dollar.

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