II. Ausgewählte UN-Fonds und -Programme

II.06 UNFPA – Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen

laut Berechnungen der Vereinten Nationen liegt die Zahl der Weltbevölkerung seit Oktober 2011 bei über sieben Milliarden Menschen. UN-Foto: Rick Bajornas

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA - UN Population Fund; vorher: UN Fund for Population Activities) wurde 1966 von der UN-Generalversammlung mit dem Ziel gegründet, im Rahmen der multilateralen Entwicklungspolitik die zur Durchführung bevölkerungspolitischer Maßnahmen notwendigen Finanz-Mittel zu beschaffen und einzusetzen. Ursprünglich im Jahr 1967 als Treuhandfonds eingerichtet, ist der Fonds seit 1972 ein Nebenorgan der Generalversammlung. Er berichtet über den gemeinsamen UNDP/UNFPA/UNOPS-Exekutivrat an den Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC).

UNFPA gehört zu den vier Gründungsmitgliedern der UN-Entwicklungsgruppe (UNDG), welche 1997 vom UN-Generalsekretär eingerichtet wurde, um die Kohärenz der Entwicklungsvorhaben auf Länderebene zu verbessern. UNFPA ist auch im Koordinierungsrat der Leiter/innen der Organisationen des UN-Systems (UN System Chief Executives Board for Coordination; CEB) vertreten.

Förderungsschwerpunkte sind die Bereiche reproduktive Gesundheit einschließlich Familienplanung und sexuelle Gesundheit sowie aktive Bevölkerungs- und Entwicklungspolitik. Seit 2007 hat UNFPA seine operativen Tätigkeiten dezentralisiert, um enger mit den Einzelstaaten zusammen arbeiten zu können, in denen der Fonds tätig ist. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden fünf regionale und sechs sub-regionale Büros eingerichtet, die bei der Koordinierung der Arbeit in 155 Staaten helfen.

Die Finanzierung des Fonds

Abbildung II.06-01 - Deutschlands Beiträge an UNFPA, 1991-2011 (in Mio. US-Dollar); © K. Hüfner/DGVN Stand: Juni 2016

Die Finanzierung des Fonds erfolgt überwiegend durch freiwillige Beitragsleistungen der UN-Mitgliedstaaten und zu einem geringen Teil durch Spenden von privaten Organisationen und Einzelpersonen. Auch der Verwaltungshaushalt wird darüber finanziert, das heißt der Fonds erhält keine finanziellen Zuwendungen aus dem ordentlichen UN-Haushalt.

Deutschlands Beiträge an UNFPA

Tabelle II.06-01 zeigt die Entwicklung der freiwilligen Finanzbeiträge Deutschlands an den Fonds für den Zeitraum 1991-2015 auf. Dabei wird deutlich, dass signifikante Steigerungen nicht aufgetreten sind. Obwohl Deutschland sich in diesem Zeitraum immer unter den „TOP 10“ befand, lag es jedoch in den 1990er Jahren stets unter den ersten Fünf (vgl. Tabelle II.06-02). Ab 2000 kam es zu deutlichen Einbrüchen. Der Aufschwung 2005 erklärt sich durch beträchtliche zweckgebundene Beiträge, darunter allein sechs Mio. Euro für Tsunami-Maßnahmen (vgl. auch Abbildung II.06-01). Insgesamt überwogen jedoch deutlich die Kernbeiträge, die es dem Fonds erlauben, im Rahmen seines Programms die Mittel flexibel einzusetzen.

Einnahmen und Ausgaben

Tabelle II.06-03 erlaubt einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben. Während die freiwilligen Kern-Beiträge in diesem Zeitraum von 221 auf rund 400 Mio. US-Dollar anstiegen, verzeichnete das Gesamteinkommen einen Anstieg von 224 auf 993 Mio. US-Dollar, darunter 581,2 Mio. US-Dollar zweckgebundene Einnahmen. Gegenüber 2014 gab es einen Rückgang um 3,2 Prozent, vor allem verursacht durch den Rückgang der freiwilligen Beiträge um 15 Prozent. 2015 machten die freiwilligen Beiträge nur 40 Prozent der Gesamteinnahmen aus; 2010 lag der Anteil noch knapp unter 60 Prozent. Die Gesamtausgaben betrugen 2015 rund 977 Mio. US-Dollar.

Neue Partnerschaften und Finanzierungshilfen vom privaten Sektor erschweren die Zurechnung, wie am jüngsten Beispiel deutlich wird. Die Firma Johnson & Johnson hat in den letzten vier Jahren 4 Mio. US-Dollar der „Health 4+“-Gruppe, bestehend aus UNFPA, UNAIDS, UNICEF, Weltbank und WHO, für ein gemeinsames Projekt zur Verfügung gestellt. Da nicht nur UNFPA davon ausgeht, dass dieser Finanzierungstyp im Umfang deutlich zunehmen wird, wird die Transparenz der Finanzströme in Zukunft deutlich erschwert, so dass auch die Zurechnung einschließlich der Jahresabgrenzung schwieriger zu erfassen ist.

UNFPA – UN Population Fund

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