II. Ausgewählte UN-Fonds und -Programme

II.04 Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen – UNDP

Helen Clark (2. v. l.), Leiterin des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), während eines Besuchs in Timbuktu, Mali im Mai 2010. UN-Foto 435720

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme – UNDP) wurde im Jahr 1965 durch den Zusammenschluss des Erweiterten Programms für Technische Hilfe (Expanded Programme for Technical Assistance – EPTA) und des Sonderfonds der Vereinten Nationen (United Nations Special Fund – SF) gegründet. Hauptziel dieses Zusammenschlusses war es, innerhalb des UN-Systems eine zentrale Instanz für multilaterale technische Hilfe zu schaffen. Als Spezialorgan der Vereinten Nationen gehört UNDP zu der Gruppe der UN-Fonds und -Programme, die keine eigene Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen besitzen. Hauptorgan ist der Exekutivrat (Executive Board), der seit 1994 aus 36 (vorher: 48 Staaten) Mitgliedstaaten besteht, die jeweils auf drei Jahre gewählt werden. Der Exekutivrat entscheidet über die allgemeine UNDP-Politik, setzt die Programmprioritäten und kontrolliert deren Umsetzung; er stimmt über den Verwaltungshaushalt ab und verabschiedet die integrierten Länderprogramme, die einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren umfassen und sich auf einen fünfjährigen finanziellen Planungsrahmen (indicative planning figure – IPF) beziehen.

Der Exekutivrat überwacht die Aktivitäten des UNDP, des UN-Bevölkerungsfonds (vgl. II.06 UNFPA) und des UN Office for Project Services (UNOPS).

Von den Mitgliedstaaten werden jedes Jahr zwölf vom Wirtschafts- und Sozialrat (Economic and Social Council – ECOSOC) neu gewählt. Seit 2006 hat die aus zwölf Mitgliedern bestehende Gruppe Westeuropa und andere Staaten außerdem einen eigenen Rotationsmechanismus entwickelt. Aufgrund des regionalen Schlüssels verfügen die Entwicklungsländer mit 20 Stimmen über eine Mehrheit im Exekutivrat. Im Rat ist jedoch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsländern (Empfängerländern) und den Industrieländern (Geberländern) erforderlich, da Entscheidungen einstimmig getroffen werden. Der Exekutivrat berichtet über den ECOSOC jährlich der UN-Generalversammlung.

Zur Finanzierung

UNDP finanziert sich ausschließlich aus freiwilligen Beitragsleistungen. Von den Regierungen der Empfängerstaaten wird erwartet, dass sie die lokalen Kosten der Projektumsetzung tragen (cost-sharing). Viele Geberländer bevorzugen zweckgebundene Treuhandfonds (non-core contributions) oder „Multi-bi“-Arrangements direkt mit den Spezialorganen, aber auch mit den Sonderorganisationen. Dies erklärt auch die zunehmende Differenz zwischen erhaltenen freiwilligen Beiträgen der Mitgliedstaaten und den Gesamteinnahmen (vgl. die Spalten A bzw. B und C in Tabelle II.04-03). 2015 betrugen die freiwilligen Beiträge der Mitgliedstaaten rund 746 Mio. US-Dollar, die die gesamten Einnahmen jedoch 5 046 Mio. US-Dollar.

In Tabelle II.04-01 erfolgt eine Übersicht zur Entwicklung der freiwilligen Beiträge Deutschlands, die erheblichen Schwankungen unterworfen ist. Eine Aufteilung in Kernbeiträge und zweckgebundene Beiträge, welche ab dem Jahr 2005 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als bilaterale Entwicklungshilfe verbucht werden, konnte lediglich ab 2000 erfolgen. Ab 2009 ist eine deutlicher Trend zu überwiegend zweckgebundenen Beiträgen zu beobachten, die 2015 mit 125,13 Mio. US-Dollar 80 Prozent ausmachten. Tabelle II.04-02 führt die zehn größten Beitragszahler für die Kern-Ressourcen zum UNDP auf. Während in den 1990er Jahren Deutschland sich in den Rängen 4 bis 9 befand, erreichte es ab dem Jahr 2000 höchstens Rang 10. Erst 2012 und 2015 wurde der 9. Rang erreicht.


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