II. Ausgewählte UN-Fonds und -Programme

II.03 UNCTAD – Konferenz der UN für Handel und Entwicklung

Die Konferenz der UN für Handel und Entwicklung (UNCTAD) gehörte zu den UN-Institutionen, die im Rahmen der Reform-Diskussionen in den 1990er Jahren abgewickelt werden sollten. UNCTAD blieb jedoch als Forum für den Nord-Süd-Meinungsaustausch zu Handels- und Entwicklungsproblemen bestehen, wobei heute ihre wichtigste Aufgabe darin besteht, sich um die marginalisierten Staaten im Globalisierungsprozess zu kümmern. Demgegenüber werden in der Welthandelsorganisation (WTO) multilaterale Handelsregeln abgeschlossen und deren Entwicklung mit Hilfe von Streitschlichtungsverfahren überwacht.

1964 sowohl als Konferenz als auch als Institution gegründet, erfüllt UNCTAD drei Funktionen:

  • Es fungiert als ein Forum für zwischenstaatliche Verhandlungen mit dem Ziel, einvernehmliche Lösungen zur wirtschaftlichen Integration der Entwicklungsländer in die Weltwirtschaft zu erreichen.
  • Es führt Forschung, Politik-Analysen und statistische Sammlungen für die Gespräche von Experten und Regierungsvertretern durch (Vordenker-Funktion im Sinne einer „OECD des Südens“).
  • Es betont als besondere Aufgabe Maßnahmen zur Technischen Zusammenarbeit.

Das höchste Entscheidungsgremium von UNCTAD ist die alle vier Jahre stattfindende Konferenz. Die Konferenz ist ein Nebenorgan der UN-Generalversammlung und erfüllt eine wichtige Funktion bei der Behandlung von Problemen der wirtschaftlichen Entwicklung. Die erste Konferenz (UNCTAD I) fand 1964 in Genf statt; zeitgleich wurde die G-77 (2015: 134 Mitgliedstaaten) von den Entwicklungsländern gegründet. UNCTAD XIV wurde im Dezember 2015 in Nairobi (Kenia) durchgeführt.

Die Finanzierung der UNCTAD

Im Sekretariat sind rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Der jährliche Haushalt umfasst derzeit insgesamt etwa 112 Mio. US-Dollar, davon 78 Mio. US-Dollar von den Vereinten Nationen und 35 Mio. aus Treuhandfonds für Technische Zusammenarbeit (vgl. Tabelle II.03-01 und Abbildung II.03-01), welche durch freiwillige Beitragsleistungen finanziert werden. 2014 stand Schweden mit 3,8 Mio. US-Dollar an erster Stelle, gefolgt von Norwegen mit 2,0 und Deutschland mit 1,85 Mio. US-Dollar.

UNCTAD: Einnahmen für Verwaltung und Technische Zusammenarbeit, 1991-2015 (in Mio. US-Dollar)

Abbildung II.03-01: UNCTAD: Einnahmen für Verwaltung und Technische Zusammenarbeit, 1991-2015 (in Mio. US-Dollar), © K. Hüfner/DGVN, Stand: 31. Juli 2016.

Während die UNDP-Mittel ab 1991 von 14,95 Mio. US-Dollar deutlich gesunken sind und derzeit nur noch 0,2 Mio. US-Dollar betragen, sind die zweckgebundenen Treuhandmittel beträchtlich angestiegen, stagnieren aber seit 2008. Aus dem Regulären UN-Programm wird die Technische Zusammenarbeit nur zu einem sehr geringen Anteil finanziert (vgl. die zweite Spalte).

Die Verwaltungsausgaben werden aus dem ordentlichen UN-Haushalt bestritten und machten 2015 73,57 Mio. US-Dollar aus (Deutschlands Anteil betrug mit 7,141 Prozent etwa 5,25 Mio. US-Dollar). Deutschland beteiligte sich an der Finanzierung von Treuhandfonds zwischen 2011 und 2014 mit insgesamt 4,945 Mio. US-Dollar.


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