II. Ausgewählte UN-Fonds und -Programme

II.02 UN-HABITAT – Programm der UN für menschliche Siedlungen

Calcutta, Indien, UN-Foto, Oddbjorn Monsen

Das Zentrum der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen/HABITAT (United Nations Centre for Human Settlements – UNCHS / HABITAT) wurde 1978 nach der ersten UN-Konferenz für menschliche Siedlungen (HABITAT I) mit Sitz in Nairobi (Kenia) gegründet. 2002 wurde das UNCHS in das Programm für menschliche Siedlungen (United Nations Programme for Human Settlements; UN-HABITAT) überführt.

UN-HABITAT gilt als zentrale Organisation im UN-System für die Koordinierung der Bereiche Stadtentwicklung, Siedlungswesen und Wohnungsversorgung in Entwicklungs- und Transformationsländern. Aufgabe von UN-HABITAT ist es, angesichts der rapide wachsenden Bevölkerungen in den Städten das Konzept einer nachhaltigen Urbanisierung zu entwickeln und umzusetzen. Dafür werden die Instrumente der Politikberatung, Kapazitätsbildung und des Wissensmanagement eingesetzt und Partnerschaften zwischen Regierungen, Städten, NGOs und dem Privatsektor unterstützt.

Die Arbeit von UN-HABITAT wird aus drei unterschiedlichen Quellen finanziert. Neben Zuschüssen für administrative Zwecke aus dem ordentlichen UN-Haushalt stammt der größte Teil der Einnahmen aus freiwilligen Beitragsleistungen. Dazu zählen die Zahlungen an die UN HABITAT and Human Settlement Foundation sowie die Mittel für die Durchführung von Projekten der Technischen Zusammenarbeit.

UN-Habitat - Die Finanzierung

In Tabelle II.02-01 werden die freiwilligen Zahlungen ab 1998 im Einzelnen aufgeführt. Dabei muss bei der Foundation zwischen allgemeinen (core) und zweckbestimmten (non-core) Beiträgen unterschieden werden. Auch hier werden – ebenso wie bei der zweckbestimmten Technischen Zusammenarbeit – jährliche Schwankungen sichtbar, obwohl insgesamt ein Trend zur nominalen Erhöhung der Finanzmittel zu erkennen ist (vgl. auch Abbildung II.02-1). Deutlich wird ebenfalls der außerordentlich hohe Anteil der Non-core-Beiträge, der 2015 bei über 87 Prozent lag.

Der Anteil aus dem ordentlichen UN-Haushalt bewegte sich in den Jahren 2003-2004 und 2009-2010 zwischen 11 und 6,5 Prozent bzw. 8,4 und 11,4 Mio. US-Dollar. 2015 waren es 11,6 Mio. US-Dollar.

Deutschlands Beitrag

Deutschland taucht unter den zehn größten Beitragszahlern bis 2013 lediglich einmal auf, nämlich im Jahr 2005 auf Rang 9 mit einem Anteil von einem Prozent (=1,34 Mio. US-Dollar). Differenziert man die Entwicklung nach Kernbeiträgen und zweckgebundenen Beiträgen, findet sich Deutschland öfter unter den Top 10, so zum Beispiel bei den Kernbeiträgen 2005 und 2006 auf den Rängen 6 und 7.

Der deutsche Anteil ist noch höher, wenn man die Anteile aus den Mitteln des ordentlichen UN-Haushalts (jeweils über 8 Prozent) und dem EU-Haushalt (rund 20 Prozent) herausrechnet. Dieses Berechnungsverfahren müsste allerdings auch bei den anderen UN- und EU-Mitgliedstaaten erfolgen, um zu vergleichsfähigen Werten zu gelangen.


Freiwillige Zahlungen (allgemein und zweckbestimmt), 1998-2015 (in Mio. US-Dollar)

Abbildung II.02-01: UN-Habitat: Freiwillige Zahlungen (allgemein und zweckbestimmt), 1998-2015 (in Mio. US-Dollar), © K. Hüfner/DGVN, Stand: 31. Juli 2016

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