I. Vereinte Nationen

I.03 Gesamtdarstellungen

In Tabelle I.03-01 werden in der ersten Spalte die Beitragssätze für Deutschland aufgeführt, das – nach den USA, Japan und China - seit 2016 viertgrößter Pflicht-Beitragszahler ist. Diese Reihenfolge gilt jedoch nur für den ordentlichen UN-Haushalt (Spalte 2). Für die UN-Friedensoperationen, an denen Deutschland mit dem gleichen Beitragssatz beteiligt ist, rückt Japan nach den USA und China an die dritte Stelle, gefolgt von Deutschland als viertgrößtem (Pflicht-)Beitragszahler, das knapp vor Frankreich liegt.

Die folgenden Spalten beziehen sich auf kleinere Pflichtbeiträge, die hier im Einzelnen und in Tabelle I.03-02 zusammengefasst („Sonstige“) aufgeführt werden. Diese Tabelle ist zugleich die Grundlage für Abbildung I.03-01, in der die Entwicklung der drei Positionen im Zeitablauf 1991–2015 vergleichend dargestellt wird.

Diagramm
Abbildung I.03-01: Deutsche Pflichtbeiträge an die Vereinten Nationen, 1991–2015 (in Mio. US-Dollar)
Quelle: Tabelle I.03-02. © K. Hüfner/DGVN Stand: April 2016

Tabelle I.03-03 und Abbildung I.03-02 ermöglichen einen Vergleich der Entwicklung der Ausgaben für UN-Friedensoperationen zu den ordentlichen UN-Haushalten. Da der ordentliche Programm-Haushalt ein Zwei-Jahres-Haushalt ist, wurden sämtliche Zahlenwerte jeweils für zwei Jahre eingetragen. Beim ordentlichen UN-Haushalt handelt es sich bis 2012/2013 weder um verabschiedete noch revidierte Zwei-Jahres-Haushalte, sondern um von den Rechnungsprüfern (board of auditors) genehmigte Ergebnisse nach Abschluss der jeweiligen Haushaltsperioden. Die Ergebnisse für den Zwei-Jahres-Haushalt 2014-2015 liegen noch nicht vor, so dass hier nicht mit den tatsächlichen Ist-Ausgaben gearbeitet werden konnte (vgl. Tabelle I.03-04).

Schwieriger ist die Berechnung der jeweiligen zwei Jahre für die Finanzierung der UN-Friedensoperationen gewesen. Zugrunde gelegt werden könnten die veranlagten Beiträge (assessments), die genehmigten Finanzmittel (approved resources) oder die erfolgten Ausgaben (expenditures) für Friedensoperationen. Berücksichtigt wurden jedoch die erfolgten Ausgaben, wie sie dem UN Financial Report and Audited Financial Statements für UN-Friedensoperationen (A/…/5 /Vol. II) entnommen werden können, wobei die oben genannten Berechnungen der Durchschnitte vorgenommen wurden.

Diagramm
Abbildung I.03-02: Entwicklung der Ausgaben für UN-Friedensoperationen im Vergleich zu den ordentlichen UN-Haushalten, 1990/1991–2014/2015 (in Mrd. US-Dollar)
Quelle: Klaus Hüfner: Mehr Verantwortung übernehmen. Berlin, 2015, Abbildung 3-01, S. 54, sowie Aktualisierungen.

Abschließend veranschaulicht Abbildung I.03-03, in welchem Umfang die mangelhafte Zahlungsmoral der Mitgliedstaaten zu Rückständen bei den Friedensoperationen und beim ordentlichen Haushalt führt. Im Jahre 2008 betrugen die ausstehenden Beiträge insgesamt deutlich über drei Milliarden US-Dollar. Da der größte Teil der ausstehenden Beiträge UN-Friedensoperationen betraf, mussten die truppenstellenden Mitgliedstaaten auf die ihnen zustehenden Entschädigungen warten. Anders ausgedrückt: Die Truppensteller mit den höchsten Kontingenten gewährten der Organisation wegen der Wartezeiten kostenlose Kredite.

Diagramm
Abbildung I.03-03: Ausstehende Beiträge zum ordentlichen UN-Haushalt und den UN-Friedensoperationen, 1991–2014 (in Mio. US-Dollar)
Quelle: Klaus Hüfner: Die Finanzierung des UN-Systems, 1971–2003/2005, Bonn 2006,Abbildung III. 1–5, S. 139, sowie Aktualisierungen. © K. Hüfner/DGVN Stand: April 2016