Die Entwicklung des UN-Systems

Graphen zeigen an, wie die Zahl der UN-Organisationen seit 1945 zugenommen hat.
*Anmerkung: 2010 in UN Women intergirert
Die UN-Familie ist seit 1945 stetig gewachsen. © Agel

Die Vereinten Nationen werden in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals auf die Hauptorgane Sicherheitsrat, Sekretariat/Generalsekretär und Generalversammlung reduziert. Dabei gehören zum UN-System zahlreiche Programme, Fonds, Institute und Organisationen, von denen viele weitgehend unbekannt sind. Zum in Artikel 7 der Charta definierten Kern des komplexen UN-Systems zählen neben den drei genannten Hauptorganen auch der Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC), der Internationale Gerichtshof (IGH) und der seit 1994 suspendierte Treuhandrat.

Schon bei der Unterzeichnung der Charta im Jahr 1945 war klar, dass neben dem Grundgerüst zusätzliche Organe nötig sein würden, um die vielfältigen und wechselnden Aufgaben der Vereinten Nationen erfüllen zu können. So wurde in den Artikeln 7 (2), 22 und 29 der Charta die Möglichkeit festgehalten, nach Bedarf Nebenorgane (subsidiary organs) einzurichten, wovon in der Folge häufig Gebrauch gemacht wurde. Zu den Nebenorganen zählen unter anderem die UN-Friedensmissionen oder die Strafgerichtshöfe für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda. Hinzu kommen zahlreiche Institute, Ausschüsse, Kommissionen und andere Gremien wie der Menschenrechtsrat sowie Fonds und Programme wie das Kinderhilfswerk UNICEF, das UN-Entwicklungsprogramm UNDP oder das Umweltprogramm UNEP.

Zahlreiche Sonder- und Partnerorganisationen

Anders als die Nebenorgane sind die Sonderorganisationen (specialized agencies) der UN-Familie nicht direkt einem Hauptorgan unterstellt, sondern rechtlich, organisatorisch und finanziell unabhängig. Durch Abkommen sind die Sonderorganisationen, die sich in der Regel nur einem bestimmten Thema widmen, mit dem ECOSOC verbunden, dem sie Bericht erstatten.

Die ersten Sonderorganisationen – die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank – nahmen bereits 1945 ihre Arbeit auf. Es folgten zahlreiche weitere bekannte (beispielsweise die Bildungs- und Kulturorganisation UNESCO oder die Weltgesundheitsorganisation WHO) und weniger bekannte Sonderorganisationen wie die Internationale Fernmeldeunion (ITU), der Weltpostverein (UPU) oder die Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Heute sind – je nach Zählweise – 15 bis 17 Sonderorganisationen Teil der UN-Familie.

Daneben haben sich weitere Organisationen herausgebildet, die zwar eng mit den UN kooperieren, aber nicht dem UN-System angehören. So sind etwa der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) und die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) keine UN-Organe, ihre Zusammenarbeit mit der Weltorganisation ist aber vertraglich geregelt.

Das Schaubild zeigt die Organisationsstrukturen des UN-Systems

Weitere Informationen zum UN-System und den Sonderorganisationen finden Sie in den UN-Basis-Informationen und in dieser Präsentation.