Etappen der deutschen UN-Mitgliedschaft

Die Flaggen von BRD und DDR wehen nebeneinander vor dem UN-Amtssitz in New York.
Fast zwei Jahrzehnte wehten die Flaggen der BRD und der DDR nebeneinander vor dem UN-Amtssitz in New York. Foto: Bundesarchiv/Spremberg

Für Deutschland lag eine Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und auch nach der Gründung der beiden deutschen Staaten in weiter Ferne. Gemäß der Artikel 53 und 107 der UN-Charta wurden sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR als „Feindstaaten“ eingestuft. Ebenso wie gegen andere ehemalige Kriegsgegner der UN-Gründerstaaten wie Italien oder Japan wären demnach bei einer neuen Aggression sofortige Zwangsmaßnahmen möglich gewesen. An eine eigenständige deutsche Außenpolitik war zur zunächst nicht zu denken.

Erst am 18. September 1973 wurden beide deutsche Staaten in die Vereinten Nationen aufgenommen. Zuvor hatten sie sich in mehreren Schritten der Vollmitgliedschaft angenähert. So war die BRD bereits Mitglied in allen UN-Sonderorganisationen und trug maßgeblich zur Finanzierung der UN bei. Die DDR hatte bereits 1966 einen ersten Aufnahmeantrag gestellt.

Deutschland drittgrößter Beitragszahler

In den Jahren 1977/78 wurde Westdeutschland erstmals in den UN-Sicherheitsrat gewählt. Für den Osten folgte die Premiere in den Jahren 1980/81. Nach 1990 ging aus den Sitzen der BRD und der DDR die Mitgliedschaft des wiedervereinigten Deutschland hervor.

Heute ist Deutschland nach den USA und Japan der größte Beitragszahler für den regulären UN-Haushalt. Rund 190 Millionen US-Dollar überweist die Bundesrepublik derzeit jährlich nach New York. Die über die Jahrzehnte gewachsene Bedeutung der Vereinten Nationen in der deutschen Außenpolitik wird auch dadurch deutlich, dass inzwischen 27 UN-Organisationen ihren Sitz in Deutschland haben.

Das Cover der Publikation UN-Basis-Informationen 47

Weiterführende Informationen zur Entwicklung der deutschen UN-Politik finden Sie in den UN-Basis-Informationen 47.