Globale Politik aktiv gestalten – in und durch Deutschland: Zehn Prioritäten für die künftige deutsche UN-Politik

Forderungskatalog anlässlich der Bundestagswahl am 24. September 2017

10. Perspektiven für junge Menschen durch Bildung und Partizipation schaffen

Gerade aus der Perspektivlosigkeit junger Menschen wächst weltweit die Gefahr für Frieden und Sicherheit. Gleichzeitig können vor allem junge Menschen Triebkräfte für Veränderungen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene sein. Um dieses Potenzial zu realisieren, fordern die Vereinten Nationen die Mitgliedstaaten bereits seit Jahrzehnten auf, sich für Bildung einzusetzen. Das Ziel 4 der SDGs fordert auch von Deutschland, seine Bildung inklusiver, gerechter und hochwertiger zu gestalten und die Möglichkeiten des Lebenslangen Lernens für alle zu fördern. Jugend sollte im Mittelpunkt des „Marshallplans mit Afrika“ stehen. Auch unser nationales Bildungssystem weist klare Defizite in den Bereichen soziale Gerechtigkeit, Inklusion, Innovation und Beteiligung auf. Global als auch national muss sich die Bundesregierung für die Förderung von formeller, aber auch informeller Bildung und Jugendpartizipation stark machen. Junge Menschen sind die zentrale Gruppe von Menschen, die die Regierungen aktiv an ihre Rechenschaftspflicht gegenüber der Zukunft erinnern können. Gelebte Partizipation braucht Vorbilder. Deswegen fordert die DGVN, dass

  • Jugendliche und Jugendorganisationen Raum und Entscheidungsfähigkeit in der politischen Diskussion und relevanten Politikprozessen erhalten, um an der erfolgreichen Umsetzung der Agenda 2030 auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene sowie bei Fragen, die auf die Gegenwart und Zukunft dieser jungen Menschen am deutlichsten Einfluss haben, mitzuwirken;
  • der Prozess der Neubesetzung des UN Gesandten für die Jugend aktiv durch Deutschland begleitet sowie politisch und finanziell unterstützt wird, um der Einbeziehung von Jugendaspekten („Jugendmainstreaming“) bei der thematischen Arbeit auf globaler Ebene näher zu kommen;
  • die Sicherheitsratsresolution 2250 („Youth, Peace and Security“) und die darin geforderten Schritte auf UN-Ebene und in den Mitgliedstaaten konkrete Umsetzung erfahren. Ein erster Schritt ist die finanzielle sowieso organisatorische Unterstützung der regionalen und nationalen Konsultationen.