UN Global Pulse - die Initiative der Vereinten Nationen für ein Krisenfrühwarnsystem

Die Auswirkungen der globalen Finanzkrise trafen die ärmsten Länder besonders hart. Das nahm UN-Generalsekretär Ban Ki-moon im September 2009 zum Anlass, eine Initiative für die Schaffung eines weltweiten Krisenüberwachungssystems ins Leben zu rufen, mit dem Krisen frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen planbarer werden sollen. Angesichts der zunehmenden Gefährdung durch globale Krisen – ob Finanz- und Ernährungskrise oder der Klimawandel – und ihrer schwerwiegenden Folgen fand die Initiative breite Unterstützung unter den Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern.

Von dem neuen Krisenfrühwarnsystem sollen vor allem arme und schutzbedürftige Bevölkerungen profitieren, denn gerade in diesen Ländern ist die Kluft zwischen dem Ausbruch einer Krise und dem Zeitpunkt, zu dem die entsprechenden Informationen politische Entscheidungsträger erreichen, groß. UN Global Pulse will dem entgegenwirken und die Folgen globaler Krisen zeitnah sichtbar machen. Damit könnten Regierungen in Krisenzeiten rechtzeitig reagieren und Maßnahmen zum Schutz der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen ergreifen. Mit dem Projekt soll ein effektiver Mechanismus entstehen, der Krisenerscheinungen und -folgen beobachtet und diese Informationen Regierungen, aber auch der weltweiten Öffentlichkeit, zur Verfügung stellt. Letztlich gilt es zu verhindern, dass globale Krisen zu Entwicklungskrisen werden.

Umsetzung des Projekts

Das auf mehrere Jahre angelegte Global Pulse-Projekt befindet sich derzeit im Anfangsstadium. Die Finanzierung erfolgt über freiwillige Beiträge einzelner UN-Mitgliedsstaaten und privater Organisationen. Um eine möglichst umfassende Bereitstellung von Krisendaten zu ermöglichen, wird die Expertise von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen zusammengeführt. Dazu werden 39 bereichsspezifische Frühwarnsysteme im UN-System miteinander vernetzt. Bislang beteiligen sich u.a. Experten des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, des Welternährungsprogramms WFP und des Kinderhilfswerks UNICEF sowie Vertreter akademischer Institutionen und private Akteure an dem Projekt.

Langfristig soll ein Netzwerk von "Pulse Labs" in Entwicklungsländern entstehen. Das erste dieser Labore wird im Januar 2011 in Uganda errichtet. Diese Forschungszentren sollen engen Kontakt zu Regierungseinrichtungen, Wissenschaft und dem Privatsektor pflegen. Dabei soll auch die regionale Kooperation gestärkt werden.
Bereits begonnene Global Pulse-Forschungsprojekte untersuchen die Auswirkungen der Finanzkrise auf schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen, insbesondere in Entwicklungsländern. Dabei beschäftigen sich die Studien mit den Auswirkungen der Krise auf Gesundheit, Armut, Kriminalität, den Bildungssektor, Migrationsverhalten und die Beschäftigung im Tourismussektor.
Analysen und Vulnerability Reports zeigen, wie arme und schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen die Finanzkrise erlebt haben, zum Beispiel durch den Verlust des Arbeitsplatzes. Die Studien sollen zur Nachvollziehbarkeit und zum Verständnis der Finanzkrise beitragen, um daraus Empfehlungen für das Handeln in künftigen Krisen zu generieren.
Ziel des Global Pulse-Projekts ist es, regelmäßige Trendanalysen zu aufkommenden globalen und regionalen Verwundbarkeiten zu erstellen und damit letztlich weltweit ein Bewusstsein für entstehende Risiken durch globale Krisen zu schaffen.

www.unglobalpulse.org