Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008

Die Finanzkrise führte 2008 zu einem Einbruch in den internationalen Handelsbeziehungen. Die Leistungsfähigkeit zahlreicher Wirtschaften weltweit nahm sprunghaft ab. Zugleich stiegen die Arbeitslosenzahlen an. Viele Staaten mussten enorme Verschuldungen in Kauf nehmen. 

 

Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise waren für den internationalen Handel gravierend: Weltweit nahmen 2009 Exporte und Importe ab; das Handelsvolumen brach um mehr als 13 Prozent ein. Besonders entwickelte Länder und Schwellenländer litten unter den Handelseinbrüchen. Entwicklungsländer, die kaum in den Weltmarkt integriert sind, waren weniger von dieser Krisenfolge betroffen.
Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2009 zeichnete sich wieder eine allmähliche Erholung der Handelsbeziehungen ab. Besonders zwischen Entwicklungsländern ist der Handel seit 2010 gestiegen.

Infolge der globalen Finanzkrise stieg die Arbeitslosigkeit an. Besonders entwickelte Länder und die Staaten Mittel- und Südosteuropas sowie Zentralasiens waren davon betroffen. Massive Entlassungen und eine plötzliche Zunahme der Arbeitslosigkeit sind übliche Folgen von Finanz- und Währungskrisen. Damit nimmt auch Armut zu. Durch die Krise verloren seit 2008 34 Millionen Menschen weltweit ihren Arbeitsplatz. In den entwickelten Ländern lag die Arbeitslosenquote noch 2010 bei durchschnittlich 9 Prozent, in den USA und Spanien sogar bei 20 Prozent. 

In entwickelten Ländern nahmen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Beschäftigung mit der Wirtschafts- und Finanzkrise dramatisch ab.
Das reale BIP gibt Auskunft über die Leistungsfähigkeit einer Ökonomie und entspricht dem Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb einer Volkswirtschaft erwirtschaftet werden. 

Ein deutlicher Abwärtstrend des BIP- und Beschäftigungswachstums ist auch in Entwicklungs- und Schwellenländern erkennbar. Hier zeigte sich aber bereits seit 2007 ein Rückgang, der sich im Zuge der globalen Wirtschaftskrise weiter verschärfte.

Am Beispiel ausgewählter Länder lassen sich unterschiedliche Effekte der Krise aufzeigen. Das Ausmaß der wirtschaftlichen Erholung ab Mitte 2009 hängt v.a. von den Maßnahmen der jeweiligen Staaten ab, die sie während der Finanzkrise getroffen haben. Deutschland, USA, Japan und China versuchten, die Nachfrage im eigenen Land anzukurbeln. Nur China war dabei zunächst erfolgreich.
Alle vier Länder mussten eine Abnahme des BIP-Wachstums verkraften. Ab Mitte 2009 zeichnete sich jedoch allmählich wieder ein Aufwärtstrend ab. Die Haushaltsbilanzen verschlechterten sich mit der Krise in Deutschland, USA, Japan und China. Dies ist v.a. auf die zunehmenden Schulden der Länder zurückzuführen. Besonders die USA und Japan hatten drastische Haushaltsdefizite zu verzeichnen. Die USA mussten außerdem eine negative Leistungsbilanz in Kauf nehmen.
Unter den ausgewählten Ländern ist China am wenigsten von der Finanzkrise betroffen.

 

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