G-8 - G-20 - G-24 - G-77

Informelle zwischenstaatliche Gruppierungen im Wirtschafts- und Finanzbereich verfügen – im Unterschied zu den UN – nicht über vergleichbare feste Arbeitsstrukturen (z.B. in Form eines ständigen Sekretariats). Da sie Nichtmitglieder aus ihren Entscheidungsprozessen ausschließen, wird ihre mangelnde Legitimität kritisiert. Dennoch übernahm die Gruppe der 20 im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 weitgehend das internationale Krisenmanagement.


Die G-7/G-8 ist eine informelle Gruppe der großen westlichen Industrieländer, die seit den 1970er Jahren Treffen zur Koordinierung internationaler Wirtschaftspolitik abhält. Ihr gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, die USA und Russland an.

Die G-20 wurden 1999 als informelles Forum der wirtschaftsstärksten Industrie- und Schwellenländer gegründet. Gemeinsam erwirtschaften die Mitgliedsstaaten 80% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Die Gruppe erfuhr während der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 eine Aufwertung und löste zunehmend die G-8 ab (G-20-Prozess). Bei den Gipfeltreffen kamen nun auch die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten zusammen. Die G-20 sind heterogener als die G-8, was die Konsensbildung erschwert. Sie umfasst zwar im Unterschied zur G-8 auch Schwellenländer, schließt aber weiterhin Nichtmitglieder aus.  
Mitglieder der G-20 sind: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei, USA und EU.

Die zwischenstaatliche Gruppe der 24 (G-24) für internationale Währungsangelegenheiten und Entwicklung wurde 1971 mit dem Ziel gegründet, die Verhandlungsstärke der Entwicklungsländer innerhalb internationaler Finanzinstitutionen (IWF, Weltbank) zu stärken. Mitglieder sind Staaten aus Afrika, Asien und Lateinamerika & Karibik: Algerien, Argentinien, Brasilien, Kolumbien, DR Kongo, Côte d´Ivoire, Ägypten, Äthiopien, Gabun, Ghana, Guatemala, Indien, Iran, Libanon, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Peru, Philippinen, Südafrika, Sri Lanka, Syrien, Trinidad und Tobago, Venezuela (sowie China mit Beobachterstatus).

Die größte Gruppierung im Wirtschaftsbereich bildet die G-77, ein Zusammenschluss aus 130 Entwicklungsländern. Die G-77 versteht sich als Sprachrohr des Südens innerhalb der Vereinten Nationen. Sie fordert, die G-20 zu multilateralisieren und in den Rahmen der UN zu integrieren.

zurück zum Themenschwerpunkt