Dr. Reinhard Schweppe zur Dritten Weltklimakonferenz

Beitrag des Deutschen Botschafters in Genf, Dr. Reinhard Schweppe, zur Dritten Weltklimakonferenz-Webseite der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen

Die Erwartungen an die Dritte Weltklimakonferenz 2009 in Genf sind hoch. Die beiden Vorgängerkonferenzen haben wichtige Beschlüsse gefasst. Die Erste Weltklimakonferenz 1979 beschloss das Weltklimaprogramm. Die Zweite Konferenz gründete das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), das 2007 für seine großen Leistungen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Was können wir von der Dritten Weltklimakonferenz in Genf erhoffen, in Zeiten, in denen Klimaschutz dringlicher ist als je zuvor? Das Konferenzthema gibt das Ziel bereits deutlich vor: „Klimavorhersage für Entscheidungsträger“.

Aus meiner Sicht sollte die Dritte Konferenz einen Prozess starten, der sowohl nationale und europäische Politiken wie auch die Vereinten Nationen bei der „klimasicheren“ Umsetzung der anstehenden Aufgaben unterstützt. Entscheidend wird es darauf ankommen, die Klimarisiken mit Hilfe entsprechender Vorhersagen über einen Zeitraum abzuschätzen, der die kommenden Jahrzehnte abdeckt. Nur auf dieser Basis lassen sich nachhaltige Maßnahmen beschliessen und einleiten.

Die Bundesregierung steht hinter den Zielen der Dritten Weltklimakonferenz und unterstützt die Veranstaltung politisch und finanziell. Der Tagungsort vermittelt ausgezeichnete Erfolgsaussichten. Genf ist der internationale Tagungsort mit der bei weitem größten umweltpolitischen und klimapolitischen Kompetenz. Neben New York ist Genf der wichtigste VN-Standort, gemessen an der Zahl der Sitzungstage und der hier Beschäftigten sogar der bedeutendste. Die zahlreichen in Genf angesiedelten internationalen Organisationen befassen sich alle mit Teilaspekten der Klimapolitik. Ob es sich um den Hohen Kommissar für Flüchtlinge, die Weltgesundheitsorganisation, die Weltorganisation für Meteorologie oder die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa handelt, alle verbindet ein roter Faden: der Klimawandel. Wenn über die Europäische Union und die G 8-Staaten hinaus eine global verbindliche Klimapolitik geschaffen werden soll, kommt man an den VN und ihren Sonderorganisationen in Genf nicht vorbei.

Um das besondere deutsche Interesse an diesem Thema deutlich zu machen, habe ich vor einiger Zeit einen Runden Tisch zu Fragen des Klimawandels ins Leben gerufen. Immer beteiligt sind Chefs der großen internationalen Organisationen mit Sitz in Genf, die Botschafter wichtiger Staaten wie USA, China, Indien, Russland, Brasilien und natürlich die Europäische Kommission sowie Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und der Wirtschaft. In den kommenden Runden wird es auch unser Ziel sein, die Entscheidungsträger in Genf auf die Dritte Weltklimakonferenz einzustimmen.

Die Weltklimakonferenz in Genf ist eine große Herausforderung, die die Staatengemeinschaft um unser aller Zukunft willen erfolgreich bestehen muss.