Ursachen der Waldrodung

Die Ursachen für Waldrodung sind vielfältig - es gibt keine monokausale Erklärung. Auf dieser Seite finden Sie Hintergrundanalysen und kurze Problemerläuterungen.


 

Aufforstungsprogramme verletzen Rechte von indigenen Menschen

Brief der südafrikanischen Forstbehörde aus dem Jahr 1928, in dem indigene Menschen als "Besetzer" (squatter) bezeichnet werden. Quelle: Bishop, Kristina Monroe (2006): Social Impacts of Afforestation in South Africa.

Umsiedlungen, Vetreibungen und Ausbeutung der lokalen Bevölkerung gehen oft mit Aufforstungsprogramme einher

Aufforstung ist ein wichtiges Instrument des Klima- und Umweltschutzes und wird deshalb in der Öffentlichkeit überwiegend positiv bewertet. In ehemaligen Kolonialregionen sind Aufforstungsprogramme der Holzindustrie jedoch oft mit groben Verletzungen der Rechte indigender Menschen verbunden, deren Lebensraum zerstört wird und die enteignet oder zwangsweise umgesiedelt werden. Die Auseinandersetzungen um die Lebensraeume von lokalen Anwohnern und die teilweise menschenrechtsverletzende Politik von Behörden und Unternehmen lassen sich mitunter bis in die frühe Kolonialzeit zurückverfolgen. Heutzutage kann der Protest gegen menschenrechtsverletzende Aufforstungsprojekte durch internationale zivilgesellschaftliche Netzwerke verstärkt werden. WEITERLESEN...


 

Waldzerstörung als Broterwerb - Ursachen und Lösungsansätze für die Rodung der Wälder

Die Ursachen der Waldzerstörung sind so vielfältig wie der Wald selbst. Wald fällt für die Papier- und Zellstoffproduktion, die Landwirtschaft, die Deckung des Energiebedarfs, Infrastrukturprojekte, die Ausbeutung von Bodenschätzen oder für den Holzhandel. Neben handfesten wirtschaftlichen Interessen sind es auch die Verbraucher der Industriestaaten, die als treibende Kraft der Waldzerstörung auftreten. Ein riesiges Problem ist dabei der illegale Holzhandel, der 20-40 % der jährlichen Industrieholzerzeugung ausmacht. Der Hintergrundartikel von Martin Glöckle, PRO REGENWALD informiert. WEITERLESEN...


 

Biosprit vernichtet Wälder

Biokraftstoff gilt als nachhaltig und klimaneutral, weil beim Verbrennen nur das CO2 ausgestoßen wird, das vorher von den Pflanzen gebunden wurde. Deshalb soll die Biosprit-Quote in Deutschland bis 2020 auf 18% erhöht werden. Doch neue Studien zeigen: Biosprit hat oft eine schlechtere Klimabilanz als traditioneller Kraftstoff, insbesondere wenn für seine Produktion Waldgebiet vernichtet wird. Außerdem führt er zu steigenden Lebensmittelpreisen, weil immer weniger Anbaufläche zur Verfügung steht.

Der CO2-Ausstoß durch Biokraftstoff aus Palmöl beispielsweise kann laut einer Studie des internationalen Rates für nachhaltiges Ressourcenmanagement (SCP) bis zu 2000% höher sein als der von fossilen Energieträgern. Dies ist dann der Fall, wenn Regenwald für den Anbau abgeholzt wird und deshalb kein CO2 mehr absorbieren kann. Noch schlechter ist die Klimabilanz, wenn der Regenwald durch Brandrodung vernichtet wird, denn dadurch wird das in der Regenwald-Biomasse gespeicherte CO2 freigesetzt. Auch die beim Anbau der Biokraftstoff-Pflanzen in großem Maß eingesetzten Düngemittel sind klimaschädlich. Weil die Produktion von Biosprit riesige Anbauflächen benötigt, wird sie als Faktor für Waldrodung immer wichtiger. In Indonesien wird laut der SCP-Studie beispielsweise bis 2030 über die Hälfte des Regenwaldes von 1990 vernichtet werden, wenn keine nachhaltigeren Lösungen gefunden werden.  Dies hat verheerende Folgen,  nicht nur für das Klima, sondern auch für die Biodiversität und die Menschen, die von oder in den Wäldern leben.

Neben der dramatischen Waldrodung führt Biokraftstoff auch zu Hungersnöten. Die erhöhte Nachfrage nach Biosprit – vor allem aus westlichen Ländern –, führt zu einer Knappheit der Anbauflächen. Dies lässt die weltweiten Getreidepreise steigen. Werden Benzin und Brot quasi auf dem gleichen Markt gehandelt, führt das zu Nahrungsmittelknappheit bei denjenigen, die mit dem westlichen Benzinpreisniveau nicht mithalten können.

Mehr Informationen zum Thema Biokraftstoffe:

Agro-Kraftstoffe: Fragen & Antworten - Agro-Kraftstoffe – Grundlagen. http://umweltinstitut.org/faq/agro-kraftstoffe/grundlagen524.html

Agro-Sprit. Die verheerende Bilanz der Energiepflanzen. Münchner Stadtgespräche Nr. 47, Dezember 2007. http://www.umweltinstitut.org/stadtgespraeche/download/m-stadtgespraeche47.pdf

Internationaler Rat für nachhaltiges Ressourcen-Management: Assessing Biofuels. Towards sustainable production and use of resources. (Flyer, engl.)  http://www.unep.fr/scp/rpanel/pdf/Assessing_Biofuels_Flyer.pdf

Internationaler Rat für nachhaltiges Ressourcen-Management: Assessing Biofuels. Towards sustainable production and use of resources. (Zusammenfassung der Studie, engl.)  http://www.unep.fr/scp/rpanel/pdf/Assessing_Biofuels_Summary.pdf

Mangrovenschutz ist Hochwasserschutz

Mangrovenwälder wachsen in Küstenbereichen. Sie sind nicht nur der Lebensraum vieler Reptilien, Säugetiere und Vögel, sondern schützen die Küste auch gegen Überflutungen und Erosion. Doch Mangrovenwälder sind gefährdet: Sie werden abgeholzt, um Platz für Shrimpsfarmen zu schaffen. Lesen Sie hier einen Artikel über die Zerstörung und Schutz der Mangrovenwälder im vietnamesischen Mekong-Delta.

 

Hintergrundinformationen