Wälder & Abholzung

Beim Waldschutz geht es um mehr als um Wald

Abholzung gefährdet Klima und Menschen – Vereinte Nationen rufen zum Handeln auf

Alle 2 Sekunden wird Waldgebiet von der Größe eines Fußballfeldes zerstört.  Die Hälfte der weltweiten Wälder wurde vom Menschen bis jetzt gerodet. Schon innerhalb von zwanzig Jahren könnte ein Drittel der noch existierenden Urwälder vernichtet sein. Die UN betonen, dass ein nachhaltiger Umgang mit Wäldern entscheidend für den Klimaschutz und die Armutsreduktion ist.

Beim Waldschutz geht es um mehr als um Wald. Wälder absorbieren große Mengen CO2 – werden sie abgeholzt, steigt der CO2 Anteil in der Luft. Waldrodung verursacht mehr Treibhausgase als alle Autos, Schiffe und Flugzeuge zusammen und ist deshalb eine wichtige Ursache für den globalen Klimawandel. Die Waldgebiete beherbergen 80% der weltweiten Artenvielfalt auf dem Land – durch die Rodung der Wälder sterben viele Arten aus. Die Wälder sind aber auch Lebensraum vieler indigener Menschen, deren Kultur durch die Abholzung gefährdet ist. Dabei kommen für die durch Waldrodung verursachten Schäden meist nicht die Profiteure auf, sondern die Schäden müssen von allen Menschen getragen werden – mit negativen Folgen für die menschliche Entwicklung. Davon sind insbesondere arme Menschen im globalen Süden betroffen.

Eine Ursache für diese Probleme ist die mangelnde Regulierung der weltweiten Waldwirtschaft. Dies ermöglicht eine Situation, in der kurzfristige Profitinteressen einerseits über das langfristige Gemeinwohl der ganzen Menschheit und andererseits über die Interessen großer Teile der heute lebenden Bevölkerung gestellt werden können.

Ein Regulierungsproblem kann durch verstärkte Regulierung gelöst werden. Dafür gibt es verschiedene Mechanismen: Zertifikate für den Holzhandel nach bestimmten Standards, Implementierung von guten Regierungspraktiken, Emissionshandel und internationale Verträge. Die Vereinten Nationen haben dabei als globale Plattform eine entscheidende Bedeutung. In den letzten Jahren hat es große Fortschritte gegeben, aber die schädliche Waldrodung geht weiter – genauso wie die Bemühungen, sie zu verhindern. Ein Teilerfolg dabei ist das REDD-Abkommen, das gerade auf der Weltklimakonferenz in Cancún beschlossen wurde.

Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zu den Problemen, Ursachen und möglichen Lösungen der Waldrodung. Es geht um folgende Fragen:

Vier Probleme. Welche Probleme entstehen durch Waldrodung? Warum sind Wälder wichtig? Welche Auswirkung hat ihre Abholzung?

Ursachen der Waldrodung. Was sind die Ursachen? Was steckt dahinter? Wie kommt es zur Abholzung, wenn diese doch so schädlich ist?

Lösungswege und die Rolle der UN. Wie lässt sich das Problem lösen? Wie kann internationale Regulierung helfen? Was tun die Vereinten Nationen?

Wälder - Poster- und Postkartenserie

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Mit der Poster- und Postkartenserie präsentiert die DGVN den Themenschwerpunkt Wälder. „Wald macht Klima“, „Abholzung tötet" oder „Wald statt Wüste“ – die Titel der DGVN-Poster greifen das Thema Wälder aus einer weltweiten Perspektive auf. Es soll Aufmerksamkeit gelenkt werden auf die große Bedeutung der Wälder zum Beispiel für unser Klima, für indigene Menschen, für die Artenvielfalt oder für unser Kulturerbe. Verwiesen wird auf das neue Informationsangebot des DGVN-Themenschwerpunkts im Internet, der unter waelder.dgvn.de erreichbar ist.

Waldposter online bestellen (Versandkostenpauschale 3 Euro)

Interaktive Waldgrafiken

Eine Fotostrecke aus Bildern und Grafiken zum Thema Wald.
(alle Grafiken und Bilder: © DGVN)

Hier geht es zu den interaktiven Grafiken: Waldarten, Waldgeschichte & Waldvernichtung

Waldschutz ohne Waldbewohner?

Das Bild zeigt einige Indigene.

Effektiver Waldschutz nur unter Beteiligung indigener Menschen möglich

23.12.2011 - Bei der Umsetzung des Waldschutzprogramms REDD+ („Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation“, deutsch: „Verringerung von Emissionen durch Abholzung“) vor Ort gibt es Probleme: Die Messung der CO2- Einspaarung durch Schutzprogramme ist aufwendig, indigene Waldbewohner haben keine ausreichenden Mitspracherechte und sind vom REDD+ Prozess entfremdet. Damit REDD+ effektiv funktionieren kann, müssen das Wissen, die Praktiken und die Interessen von indigenen Menschen berücksichtigt werden ...mehr

Aufforstungsprogramme verletzen Rechte von indigenen Menschen

Umsiedlungen, Vetreibungen und Ausbeutung der lokalen Bevölkerung gehen oft mit Aufforstungsprogramme einher

25.11.2011 - Aufforstung ist ein wichtiges Instrument des Klima- und Umweltschutzes und wird deshalb in der Öffentlichkeit überwiegend positiv bewertet. In ehemaligen Kolonialregionen sind Aufforstungsprogramme der Holzindustrie jedoch oft mit groben Verletzungen der Rechte indigender Menschen verbunden, deren Lebensraum zerstört wird ...WEITERLESEN

"Verursacher der Klimaschäden sollen dafür bezahlen"

Ein Bild aus dem Interview.

Das Interview mit Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung finden Sie hier.