Nachhaltige Energie für alle

Kenia. Das unscheinbare Gebäude in Nairobi hat Symbolwirkung. Es ist das erste Klimaneutrale Gebäude der UN und gehört zum Hauptquartier des UN-Umwetprogramms. In New York wird hingegen noch am Hauptqaurtier gebaut, um dessen Klimabilanz zu verbessern.
Kenia. Das unscheinbare Gebäude in Nairobi hat Symbolwirkung. Es ist das erste CO2-neutrale Gebäude der UN und gehört zum Hauptquartier des UN-Umwetprogramms. In New York wird hingegen noch am Hauptqaurtier gebaut, um dessen Klimabilanz zu verbessern. UN Photo/Mark Garten

1,5 Milliarden Menschen weltweit leben ohne Stromversorgung, wegen finanzieller Not oder einem schlecht ausgebauten Stromnetz. Der Zugang zu nachhaltiger, sauberer Energie ist ein Schlüssel, um diesen Menschen zu langfristiger, dauerhafter und nachhaltiger Entwicklung zu verhelfen, weltweite Armut konstant zu bekämpfen und die Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen.

Nachhaltige Energie schafft Jobs, Sicherheit, schützt Ökosysteme und das Klima, stärkt Volkswirtschaften und die Selbstständigkeit von Kommunen. Solar- und Windkraft erzeugen Energie ohne negative Einflüsse auf die Umwelt. Sie erreichen mithilfe von Mini-Grids auch abgelegene Gebiete. Um Aufmerksamkteit auf das Problem zu lenken und neue Lösungsansätze zu erarbeiten war 2012 das "Internationale Jahr der nachhaltigen Energie für alle" (International Year of Sustainable Energy for All).

UN-Energy, eine Leitgruppe aus 20 UN-Organen und Organisationen, führt die globale Initiative "Nachhaltige Energie für alle" durch. Diese Initiative soll bis 2030 weltweit zur Erreichung von drei bedeutsamen Zielen bewegen:

Das Internationale Jahr gilt als Musterbeispiel für die Trias der Nachhaltigkeit: nachhaltige Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Eine Roadmap für die Erreichung dieser Ziele, mit einer globalen Strategie und konkreten Maßnahmen wurde auf der Rio+20 Konferenz im Juni 2012 vorgestellt. Als Folge des Internationalen Jahres der Nachhaltigkeit soll letztlich eine globale, saubere Energierevolution stattfinden.

Erfolgsbeispiele

Benin. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon besichtigt eine Forschungs- und Ausbildungseinrichtung für nachhaltige Landwirtschaft in Porto Novo. Photo/Eskinder Debebe
Benin. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon besichtigt eine Forschungs- und Ausbildungseinrichtung für nachhaltige Landwirtschaft in Porto Novo. Photo/Eskinder Debebe

Solarstrom und Landwirtschaft in Benin

Erstmals können Bauern in den ländlichen Dörfern Bessassi und Dunkassa in Benin das gesamte Jahr über Früchte und Gemüse anbauen. Möglich gemacht wurde dies mithilfe des Solar Electric Light Fund (SELF), einer internationalen Hilfsorganisation, welche vor Ort solarbetriebene Tröpfchenbewässerungsanlagen bauen ließ. Zuvor konnte im Boden während der Trockenperioden kaum etwas wachsen, was zu weitverbreiteter Mangelernährung in der Bevölkerung führte. Die neue Tröpfchenbewässerung liefert dem Boden nun benötigtes Wasser wenn Regen ausbleibt. Dadurch hat die Bevölkerung eine unschätzbare Sicherstellung ihrer Lebensmittelversorgung erfahren: Familien und Kinder haben das ganze Jahr über genug zu essen, die Ernährung von Kindern hat sich stark verbessert. Die Bevölkerung von Bessassi und Dunkassa ist gesünder und produktiver geworden, mit mehr Zeit für andere Aktivitäten wie dem Aufbau eigener Geschäfte oder Bildung. Auch konnten Bauern ihre Einkünfte durch Exporte verbessern. In Kürze erhalten die Dörfer nun Solarstromsysteme, um Schulen, Häuser, Krankenhäuser und Geschäfte mit Elektrizität versorgen zu können.

Wie Energie Leben in Tadschikistan verbessert

In Bozorboi Burunov, einer ländlichen Region südlich von Dushanbe in Tadschikistan, erzeugen vom Entwicklungsprogramm der UN (UNDP) gebaute Solarkollektoren und ein kleines Kraftwerk verlässliche Elektrizität. Sie bringen Licht in Haushalte und Schulen, Heizwärme in Krankenhäuser und pumpen sauberes Wasser in die Gemeinde. Dies hat die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bevölkerung stark verbessert. Durch die verlässliche Energieversorgung steigen auch die Erfolgsmöglichkeiten lokaler Betriebe - Bauer Rahim Sharipov kann nun zum Beispiel seinen Milchhof ganzjährig und auch nachts betreiben. Kranke müssen zudem nicht mehr lange Strecken zurücklegen um eine gute Behandlung zu bekommen.

Jean Mikhail

Nach oben