Internationales Jahr der Wasserkooperation

Weltwasserjahr 2013

Im Dezember 2010 entschied sich die UN-Generalversammlung dazu, 2013 zum Internationalen Jahr der Wasserkooperation auszurufen (A/Res/65/154). Nachdem 2003 das Internationale Jahr des Süßwassers bereits großen Anklang fand, findet nun, 10 Jahre später, erneut ein Themenjahr zu Wasser und Abwasser statt. Das aktuelle Internationale Jahr reiht sich damit nahtlos in die Internationale Aktionsdekade „Wasser - Quelle des Lebens“, welche im Jahr 2015  enden wird. Im nächsten Jahr erscheint zudem der fünfte Weltwasserbericht. Die Vereinten Nationen versuchen so, das öffentliche Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser zu stärken. Die DGVN wird Sie in diesem Themenschwerpunkt über erfolgreiche Initiativen und Kooperation auf dem Laufenden halten.


Der Zugang zu Wasser ist ein grundlegendes Menschenrecht

In vielen Regionen der Welt ist Wasser eine knappe und daher umkämpfte Ressource. Während in großen Teilen Afrikas und des Nahen Ostens Wasser Mangelware ist, leiden Millionen Bewohner Asiens vor allem an der akuten Ver-schmutzung der Flüsse und Meere. Huang Ho, der zweitlängste Fluss Chinas ist so verschmutz, dass sein Wasser nicht einmal mehr für die Bewässerung der Felder eingesetzt werden kann. 2010 stimmte die UN-Generalversammlung zu, das Recht auf Wasser als allgemeines Menschenrecht anzuerkennen. 122 Staaten unterstützten die bolivianische Initiative (A/Res/64/292).

4 Poster zum Int. Jahr der Wasserkooperation

  • Asien: Menschen steuern Boote über einen Fluss. Am Ufer sieht man Häuser.

    Wasser ist Heimat

  • Ein afrikanisches Kind trinkt frisches Wasser aus einem Brunnen.

    Wasser ist Leben

  • Mehrere Frauen tragen Wasserkanister durch eine Wüste.

    Wasser-Sklavinnen

  • Luftaufnahme: Ein großer Fluss schlängelt sich durch eine Stadt.

    Wasser verbindet

Die Poster können Sie hier bestellen (kostenlos, zzgl. Erstattung der Portokosten).

News rund ums Themenjahr

  • Internationales Jahr der Wasserkooperation

    Wassergipfel in Budapest

    „Auch der Klimawandel wird das Angebot an sauberem Trinkwasser weiter schwinden lassen“, so UN-Generalsekretär Ban Ki-moon während seiner Eröffnungsrede in Budapest. UN Foto: Paulo Filgueiras

    Mehr als 1.500 Teilnehmer diskutierten in Budapest drängende Fragen rund um das Thema Wasser. Ban Ki-moon warnte eindringlich: "Fast ein Drittel der Menschheit trinkt gesundheitsgefährdendes Wasser."

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  • Internationales Jahr der Wasserkooperation

    Korruption im Wassersektor

    Leitragende der Korruption im Wassersektor sind die Ärmsten der Armen. Ca. 1.2 Milliarden Menschen bleiben bei der Verteilung der kostbaren Ressource außen vor. UN-Foto: Albert Gonzalez Farran

    Systematische Korruption steht in vielen Entwicklungsländern an der Tagesordnung. Die Korruption im Wassersektor hat jedoch besonders drastische Auswirkungen auf die Bevölkerung. Leider kann es in vielen Regionen oft gefährlich werden, Korruptionspraktiken öffentlich aufzudecken. Was kann dagegen getan werden?

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  • UN-Aktuell

    Wasser in der Post-2015-Entwicklungsagenda

    Ein Mann in einem Entwicklungsland holt Wasser aus einer dünnen Leitung in einem wüstenähnlichen trockenen Gebiet

    Wasser ist lebensnotwendig und unverzichtbar. Wasser kann aber auch Bindeglied sein zwischen universellen Zielen und nationalen oder lokalen Realitäten. Bei der Ausarbeitung neuer Entwicklungsziele sollten Wasser und sanitäre Anlagen im Zentrum stehen - eine Forderung, die nicht nur UN-Water unterstützt.

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  • Veranstaltungsbericht

    Upstream vs. Downstream

    Während sich im letzten Jahrhundert die Weltbevölkerung verdreifachte, stieg der Wasserverbrauch sogar um das Siebenfache. Wasser wird zunehmend zum Konfliktstoff. UN Photo/Milton Grant

    Auch 16 Jahre nach erfolgreicher Abstimmung in der Generalversammlung ist der Vertrag über die Nutzung internationaler Wasserläufe noch immer nicht in Kraft getreten. Prof. Dr. Aysegül Kibaroglu erklärte in Jena weshalb es auch deswegen immer wieder zu Konflikten kommt.

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  • UN-Aktuell

    Wegweisende afrikanische Initiative für den Meeresschutz

    Regierungsmitglieder aus Namibia, Angola und Südafrika tauschen die unterzeichneten "Benguela Current Convention" Dokumente unterainander aus, im Hintergrund stehen weitere Personen

    Drei Länder engagieren sich für einen kalten Meeresstrom: Südafrika, Namibia und Angola. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass das einzigartige Ökosystem des Benguelastroms im Südatlantik nicht durch Ölförderung und andere menschliche Eingriffe zerstört wird. Das wurde jetzt in einem verbindlichen Vertrag festgelegt, und dabei geht es auch ökonomisch um viel, denn vor allem Namibia und Angola leben von der Rohstoffförderung in ihren Küstengewässern. Nun versuchen sie gemeinsam, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen.

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  • Nachhaltigkeit

    „Wasser muss im Zentrum der Post-2015 Entwicklungsagenda stehen“

    Seit November 2012 ist Ben Braga Präsident des Weltwasserrats, einer 1996 gegründeten Denkfabrik. Weltweit jat jede sechste Person immer noch keinen Zugang zu sauberem Wasser. Foto: UN-Water

    Ben Braga, Präsident des Weltwasserrats, spricht über zukünftige Prioritäten der internationalen Wasser-Gemeinschaft, die Zusammenarbeit mit UN-Water und den Stellenwert des Themas Wasser bei der Ausarbeitung neuer Entwicklungsziele. Seine Forderung: Es sollte mehrere neue Entwicklungsziele zum Thema Wasser geben.

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  • UN-Aktuell

    Gemeinsam das kostbare Gut pflegen

    Eine Demonstration mit drei Personen im Vordergrund, alle in Blau, sie tragen ein Banner mit der Aufschrift "2013)

    Jedes Jahr weisen die Vereinten Nationen mit dem Weltwassertag auf die Bedeutung der blauen Ressource für die Menschheit hin. In diesem Jahr betont die UN die besondere Relevanz von unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit im Bereich Wassermanagement.

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  • Nachhaltigkeit

    Verschmutzung, Umleitung und Übernutzung

    Durch Übernutzung und Verschwendung wird regionale Wasserknappheit weiter verschärft. Un Photo/Noel Gomez

    Ca. 3.800 km³ Süßwasser entziehen wir jedes Jahr unserer Umwelt. 70 Prozent davon wird für Ackerbau und Landwirtschaft, 20 Prozent für die Industrie und nur 10 Prozent in Haushalten verwendet. Vielen Menschen bleibt der Zugang zu Trinkwasser jedoch verwehrt. Immer wieder kommt es zu Konflikten. Ein Überblick über die fünf Kernprobleme beim Umgang mit Wasser:

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  • Internationales Jahr der Wasserkooperation

    „Der Wassertank hat unser Leben verändert“

    Salem Mdalal und seine Familie haben acht Jahre lang mit gravierenden Wasserproblemen leben müssen, bis hin zu der drastischen Maßnahme, dass das WC der zwölfköpfigen Familie nur zwei Mal am Tag gespült werden konnte. Salem Mdalal lebt im Gazastreifen, und die politischen Auseinandersetzungen zwischen israelischer Regierung und den Palästinensern haben dort direkte Auswirkungen auf die Wasserversorgung. Das UN-Entwicklungsprogramm UNDP hat jetzt dafür gesorgt, dass die Familie von Salem Mdalal und zahlreiche weitere Familien im Gazastreifen endlich wieder ausreichend Trinkwasser erhalten.

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  • UN-Aktuell

    „Wasser, Wasser überall – wenn wir es nur miteinander teilen“

    Kleine Boote auf dem Wasser, viele Blechhütten direkt am Fluss

    Es gibt weltweit viele Konflikte um das knappe Gut Wasser, aber es gibt auch zahlreiche ermutigende Beispiele dafür, wie Wasser alle Menschen bereichert, wenn sie es miteinander teilen. Die Vereinten Nationen setzen auf eine solche Kooperation und versuchen, zum Abbau von Konflikten beizutragen.

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  • Weitere Nachrichten im Archiv

Wasser im UN-System & in den Millenniumsentwicklungszielen

Für über 40 Prozent der Weltbevölkerung ist der Zugang zu sanitären Einrichtungen keine Selbstverständlichkeit. Als eine Folge leiden Millionen Menschen an weitestgehend vermeidbaren Krankheiten, die insbesondere für Kinder häufig tödlich enden.

Um die Weltöffentlichkeit auf diese Missstände hinzuweisen, hat die UN zahlreiche Aktionen zu diesen Thema durchgeführt. Das "Internationale Jahr der Sanitären Grundversorgung" im Jahr 2008 und das "Internationale Jahr des Süßwassers" im Jahr 2002 sind nur einige Beispiele. Von 2005-2015 findet in diesem Rahmen die Internationale Aktionsdekade "Wasser- Quelle des Lebens" statt. Ein wichtiger Aspekt der verschiedenen Projekte ist es, einen grundlegenden Zugang zu Sanitäranlagen zu ermöglichen. Auch in den Millenniums-Entwicklungszielen ist diese lebenswichtige Vorgabe verankert. Seit dem Weltgipfel in Johannesburg in Jahre 2002 ist das Ziel aufgestellt, dass bis 2015 der Anteil der Menschen ohne ausreichende Sanitärversorgung haltbiert werden soll. Gleichzeitig soll die Gesundheitssituation dadurch nachhaltig verbessert werden.

Dieses Ziel wurde bereits 2012 erreicht. Der neueste Weltwasserbericht "Wasserbewirtschaftung – Unsicherheiten und Risiken" legt dar, dass der Anteil der Bevölkerung in Entwicklungsländern ohne eine gesundheitsgefährliche Trinkwasserversorgung mittlerweile auf die Hälfte gesunken ist.

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Welt-Wasser-Tag 2013

Logo des Weltwasserjahres 2013 zum Thema Zusammenarbeit im Bereich Wasser

Ban Ki-moon eröffnet das Int. Jahr

Alle Events im Überblick

  • 8.-10. Januar, UN-Water Konferenz, Zaragoza, Spain (Ergebnisse)
  • 22. März, Weltwassertag
  • 20.-21. August, Dushanbe, Tajikistan
    Internationale Konferenz auf hoher Ebene zur Wasserkooperation (Ergebnisse)
  • 1.-6. September, Stockholm, Schweden
    Welt-Wasser-Woche 2013 (Ergebnisse)
  • 8.-11. Oktober 2013, Budapest, Ungarn
    Budapest Water Summit (Bericht)
    Schwerpunkte: u.a. Nachhaltigkeitsziele zum Thema Wasser, int. Wasserkooperation und neue Technologien

Fotostrecke: Wasserkooperation als Schlüssel für Entwicklung

WissensWerte: Wasser

20 Jahre int. Wasserkooperation

Wasser hält sich nicht an nationale Grenzen. Ungefähr 40 Prozent der Weltbevölkerung leben an 260 Flüssen und Seen, die mehr als einen Anrainerstaat besitzen. Umso logischer erscheint es, durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Anrainern, die Verknappung und Verschmutzung der Wasserressourcen gemeinsam anzugehen. Neben der Norm- und Regelbildung auf internationaler Ebene, rückt somit die regionale Zusammenarbeit in den Vordergrund. Durch UN-Initiativen wie dem Übereinkommen über das Recht der nicht­schifffahrtlichen Nutzung internationaler Wasserläufe und dem Über-einkommen zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen wurde nach und nach eine Basis für bi- und multilaterale Wasserkooperationen geschaffen.

Das Übereinkommen für den Schutz des Rheins ist ein Beispiel eine solchen Kooperation mit deutscher Beteiligung. Deutschland, Frankreich, Holland, Luxemburg und die Schweiz beschlossen 1999 ihre Zusammenarbeit zur Erhaltung und Verbesserung des Ökosystems Rhein zu verstärken.

Einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der letzten 20 Jahre bietet Ihnen dieses Schaubild:

Barcelona setzt sich durch

Hospital de la Santa Creu i Sant Paul ©GWOPA

Seit Juli 2012 ist Barcelona der designierte Sitz des Sekretariats der Global Water Operator’s Partnerships Alliance(GWOPA). Damit konnte sich die katalanische Hauptstadt gegen das niederländische Delft und die Bosporus Metropole Istanbul durchsetzen. Die GWOPA ist dem UN-Wohn- und Siedlungsprogramm HABITAT unterstellt. Primäre Aufgabe ist die weltweite Unterstützung regionaler Partnerschaften sanitärer Dienstleister durch Aufklärung, sowie technische und finanzielle Hilfestellung. Mit dieser Tätigkeit trägt die GWOPA einen entscheidenden Anteil bei der Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele im Bereich Wasser bei. Weitere Informationen zur Arbeit der GWOPA unter gwopa.org.

Wasser: ein knappes Gut umsichtig nutzen

Bildung, Kinder, Schule


Allgemein

- Kampagne der German Toilet Organisation
- NoMix – Ein Lernspiel um Recycling, Wasser, und ein neues WC“ von EAWAG, bezogen auf Europa und mit Fokus auf ökologische Sanitärversorgung. Themen: u.a. Mensch & Ausscheidung, Kläranlagen und Gewässer 
- UNICEF-Seiten „Voices of the Youth“ zu Wasser, Umwelt und Sanitärversorgung (englisch) - Enthält Basisinformationen, Kinderrechte, Fragespiele, Geschichten von Kindern aus Entwicklungsländern, Glossar 

Für Lehrer, Multiplikatoren, Fachleute
- Unterrichtsmaterialien zum Thema Wasser
- Sammlung von Unterrichtsmaterialien - Gesichter Akrikas
- Unterrichtsideen zur Hygiene Institut Pasteur
- Informationen der Weltgesundheitsorganisation (engl)
- Infoplattform der Initiative Water, Sanitation, Hygiene in School (engl)

Internationale Aspekte

- Allgemeine Informationen zum Thema aus dem englischsprachigen Magazin des Stockholm International Water Institute
-
Allg. Infos (ebenfalls auf Englisch) des Stockholm Environment Institute 
- Gründungserklälrung der "Sustainable Sanitation Alliance"  SuSanA
- Discussion Paper von WaterAid
-  Bericht der norwegischen Regierung für die Commission on Sustainable Development (CSD):  Securing Sanitation:The Compelling Case to Address the Crisis

Tabuthema Toiletten

Eine ausführliche Antwort von Uschi Eid, stellvertretende Vorsitzende von UNSGAB, dem Beraterkreis für Wasser und Sanitäre Grundversorgung des UN-Generalsekretärs.

Wasser ist Leben (Der Artikel ist im WUS-Rundbrief Bildungsauftrag Nord-Süd, Nr.57, Dezember 2007 erschienen)

Wasser ist nicht nur ein Teil unserer Umwelt, sondern die wichtigste Ressource. Ohne Wasser wäre Leben auf der Erde nicht denkbar. Trotzdem haben schätzungsweise 1,1 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die Zahl derer, die unter Wasserknappheit leiden, wird sich nach UN-Prognosen, von heute 700 Millionen Menschen, bis zum Jahr 2025 auf 3 Milliarden Menschen vervielfachen. Mehr als doppelt so hoch ist mit 2,6 Milliarden Menschen die Zahl derjenigen, die keinen Zugang zur sanitären Grundversorgung besitzen, also keine Toiletten und keinen Anschluss an Abwasserentsorgung– das sind ca. 40 Prozent der Weltbevölkerung. In den Millenniums-Entwicklungszielen hat sich die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet, den Anteil der Menschen ohne Trinkwasser und Sanitärversorgung bis 2015 zu halbieren.

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Sanitäre Grundversorgung: Bedeutung und Ziele

(Nachfolgender Text ist eine Arbeitsübersetzung, basierend auf dem UN-Aktionsplan zum Internationen Jahr der Sanitären Grundversorgung. Die verhandelten Ziele haben weiterhin Geltung. Hier finden Sie den englischen Originaltext)

Global geraten wir in Verzug dabei, das Sanitärversorgungsziel der Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen. Daher ist es das zentrale Ziel des Internationalen Jahrs der Sanitären Grundversorgung, die internationale Gemeinschaft auf den Weg zu bringen, der zur Erreichung des Sanitärversorgungs-Millenniumsentwicklungsziels führt. Sanitäre Grundversorgung ist die Grundlage für Gesundheit, Würde und Entwicklung. Erweiterter Zugang zu sanitärer Grundversorgung besonders für arme Menschen ist von fundamentaler Bedeutung dafür, alle Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen. Weiterlesen