Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA)

OCHA (Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) ist das zentrale Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten im UN-Sekretariat. Es wird von UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos geleitet. Ihre Aufgabe und die des Büros ist es, die Zusammenarbeit der zahlreichen UN-Organisationen im Fall einer humanitären Notsituation zu koordinieren, um effizient und effektiv auf Katastrophen zu reagieren. Unter der Leitung von OCHA werden die Reaktionen der einzelnen Organisationen abgestimmt. OCHA mobilisiert internationale Hilfe und plant humanitäre Aktionen in Zusammenarbeit auch mit nationalen und internationalen Akteuren außerhalb der UN, um das menschliche Elend in Katastrophen und Notfällen zu mindern. Dazu zählt auch, für die Rechte der Menschen in Not einzutreten, mehr Engagement im Bereich der Prävention anzuregen sowie nachhaltige Lösungen zu ermöglichen. Als Teil des UN-Sekretariates bezieht OCHA sechs Prozent (Stand 2010) vom regulärem Budget der Vereinten Nationen. Die Hilfsmaßnahmen werden aber größtenteils durch freiwillige Beiträge von den Mitgliedstaaten gefördert, die aufgrund von Spenden- oder Hilfsappellen, die OCHA ausruft, geleistet werden.

Link zur Seite von OCHA.


 

Ständiger interinstitutioneller Ausschuss (IASC)

Der UN-Nothilfekoordinator ist auch Vorsitzender des IASC (Inter-Agency Standing Committee), in dem alle im Bereich der humanitären Hilfe tätigen internationalen Organisationen, Fonds Programme und Netzwerke vertreten sind. Er besteht aus Vertretern folgender UN-Einrichtungen: der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF), des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), des Amts des Hohen Flüchtlingskommissars (UNHCR), des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA), des Welternährungsprogramms (WFP) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO).  Hinzu kommen weitere ständige Teilnehmer wie z.B. das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, die Internationale Organisation für Migration, das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte und die Weltbank, der UN-Sonderbeauftragte für die Binnenvertriebenen sowie Nichtregierungsorganisationen. Kann kein Konsens über die Aufgabenverteilung erzielt werden, entscheidet der UN-Generalsekretär. Neben der Koordination gehört es u.a. zu den Aufgaben des IASC, Bereiche zu finden, die durch Mandate der UN-Hilfsorganisationen nicht abgedeckt werden oder wofür es keine Kapazitäten gibt.

Link zur Seite von IASC.


 

 

Aufruf zu humanitärer Hilfe - UN-Prozess der konsolidierten Hilfsappelle (CAP)

Um bei einer Katastrophe Doppelarbeit und eine Vielzahl unkoordinierter Spendenaufrufe von UN-Hilfsorganisationen zu vermeiden, werden erforderliche Hilfsaufrufe über den konsolidierten Hilfsappell (Consolidated Appeals Process) gebündelt. Der konsolidierte UN-Aufruf zu humanitärer Hilfe richtet sich dann an alle potenziellen Geber, die ihre Beiträge an das UN-System entrichten können. Der Aufruf muss binnen einer Woche nach einem Notfall vom UN-Generalsekretär veröffentlicht werden.

Link zur Seite des Humanitarian Appeal.


 

Zentraler Fonds für die Reaktion auf Notsituationen (CERF)

Der CERF (Central Emergency Response Fund) wurde am 15. Dezember 2005 durch die UN-Generalversammlung als humanitärer Fonds gegründet, um zuverlässige und schnellstmöglich Hilfe bei Katastrophen und Konflikten zu ermöglichen. Der Fonds leistet schnelle Nothilfe in Katastrophensituationen und leitet Geldbeträge, die von Staaten, Einzelpersonen, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen eingenommen werden, an Institutionen oder Organisationen, die diese am dringendsten benötigen. Ziele des Fonds sind die Förderung frühzeitigen Handelns und den Verlust von Lebenden zu minimieren, weshalb der Fonds binnen Stunden Hilfsorganisationen wie UNICEF, WFP, IOM, Oxfam unterstützt. Neben der Verbesserung der Reaktion auf zeitkritische Anforderungen ist die Stärkung der Kernelemente der humanitären Resonanz in unterfinanzierten Krisen Ziel der Arbeit. Der CERF ist dem Koordinationsbüro der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe (OCHA) und der UN-Nothilfekoordinatorin untergeordnet. Durch den Fonds wird eine schnelle Nothilfe garantiert, damit Organisationen in Krisensituationen handeln können, bevor Spendenaufrufe oder humanitäre Appelle wirksam werden.

Weitere Informationen über CERF finden Sie hier.


Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen wurde 1965 gegründet und zählt zu den Exekutivausschüssen der UN-Generalversammlung. Es nimmt wichtige Koordinationsaufgaben bei der Entwicklungsarbeit der UN wahr. Leiterin des UNDP (United Nations Development Programme) ist die ehemalige Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, die im April 2009 ernannt wurde. Als Vorsitzende der "Development Group" bekleidet sie das dritthöchste Amt der UN. Eine der Hauptaufgaben des UNDP ist Ländern zu helfen, die Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) zu erreichen. Der Fokus liegt in diesem Zusammenhang vor allem bei der Förderung der am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs). Bei den Projekten des UNDP stehen vor allem die Themen Armutsbekämpfung, HIV/AIDS, Energie und Umwelt, demokratische Regierungsführung, sowie Krisenprävention im Vordergrund. Eine übergreifende Aufgabe bei allen Programmen des UNDP besteht beim Schutz der Menschenrechte und der Gleichberechtigung von Frauen. Die Projekte des UNDP werden zu großen Teilen aus freiwilligen Beiträgen der UN-Mitgliedstaaten finanziert. Durch seine 166 Büros und seine Koordinationsfunktion in der Entwicklungszusammenarbeit kommt dem UNDP auch in der Nothilfe ein Schlüsselfunktion zu.

Weitere Informationen zum UNDP finden sie hier.


 

Welternährungsprogramm (WFP)

Das WFP (World Food Programme) wurde im Jahr 1961 von der UN-Generalversammlung zusammen mit der Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) zunächst als dreijähriges Programm zur Nahrungsmittelsoforthilfe gegründet und 1965 auf Dauer eingerichtet. Der Exekutivdirektor des WFP wird von den Generalsekretären der FAO und der UN für fünf Jahre ernannt. Amtsinhaberin ist zurzeit die Amerikanerin Josette Sheeran. Im Jahr 2008 wurde eine Rekordsumme von 5,1 Mrd. US-Dollar eingeworben, davon wurde 102 Millionen Bedürftigen in 78 Ländern geholfen. An der Spitze der Geberstaaten stehen die USA, von denen das WFP über die Hälfte seiner Gelder bzw. zu verteilende Nahrungsmittel bezieht. Auf Platz zwei steht die EU mit 8%. Für lange Zeit war für die großen Geberländer die Unterstützung des WFP auch eine gute Möglichkeit, ihre Nahrungsmittelüberschüsse zu verkaufen. Heute hat sich dies geändert: Obgleich die Hilfen in Entwicklungsländer gehen, kauft das WFP gleichzeitig mehr Güter und Dienstleistungen von Entwicklungsländern als jede andere UN-Einrichtung. Vor allem die USA liefern noch Überschußproduktionen an die Länder, in denen das WFP Unterstützung benötigt.

Link zur Homepage des WFP.


 

 

Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)

Das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (United Nations High Commissioner for Refugees) wurde von der UN-Generalversammlung am 14. Dezember 1950 eingerichtet. Im Jahre 2010 beschäftigte UNHCR circa 6800 Mitarbeiter in 126 Ländern, wobei 80% außerhalb der Genfer Zentrale im Einsatz sind. Seit der Gründung des UNHCR wurden bereits 50 Millionen Menschen dabei unterstützt, sich ein neues Leben aufzubauen. UN-Hochkommissar für Flüchtlinge ist der ehemalige portugiesische Premierminister António Guterres. Das Budget des UNHCR stammt nur zu etwa 3 % aus dem regulären UN-Haushalt (Stand 2008-2009: 115,3 Millionen US-Dollar), darin enthalten sind Personalkosten, Mieten etc., der Rest kommt durch freiwillige Beiträge der Staaten zusammen (119,9 Millionen US-Dollar). UNHCR stützt sich bei seiner Arbeit auf die 1951 unterzeichnete und 1954 in Kraft getretene Genfer Flüchtlingskonvention sowie das Zusatzprotokoll von 1967. Das Hilfswerk hat hauptsächlich die Aufgabe, sich um jene Menschen zu kümmern, die ihren Heimatstaat oder Staat, in dem sie wohnen, aufgrund ihrer Religion, Rasse, Nationalität oder politischen Ansichten verlassen mussten. In Katastrophensituationen hat der UNHCR die Möglichkeit, innerhalb von 72 Stunden etwa 300 ausgebildete Helfer aus den Nothilfe-Teams (ERT - Emergency Rescue Teams) in die Krisenregion zu schicken. Der UNHCR spezialisiert sich auf diejenigen Opfer, die vor der Katastrophe geflohen sind. Der UNHCR stellt Hilfsmittellager bereit, auf die in solche Notfälle zurückgegriffen werden kann und bietet Mechanismen für schnelle Mobilisierung finanzieller Mittel.

Informationen zum UNHCR finden sie hier.


 

 

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die primäre Aufgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, dafür Sorge zu tragen, dass alle Menschen den höchstmöglichen Grad an Gesundheit erreichen können. Gesundheit wird von der WHO sehr breit als Zustand eines vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens definiert und nicht als eine bloße Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit. Humanitäre Notsituationen haben mittelbare und unmittelbare Folgen für die Gesundheit der Menschen. Die Vertreter/innen der WHO sind dafür zuständig, die medizinische Lage im Krisengebiet für die UN zu beurteilen, und falls nötig, technische/medizinische Unterstützung sowie Hilfe bereitzustellen. Diese kann aus der Lieferung von Notfalllazaretten, Impfstoffen, technischem Gerät, Medikamenten, Beratung der Regierung, gesundheitlicher Aufklärung, Hygiene- und Quarantänemaßnahmen etc. bestehen. Generalsekretärin der WHO ist die am 9. November 2006 von der Weltgesundheitsversammlung ausgewählte Chinesin Margaret Chan.

Das reguläre Budget der WHO für die Jahre 2008 - 2009 lag bei etwa 928 Mio. US-Dollar, hinzu kommen ca. 3,3 Mrd. US-Dollar an freiwilligen Beiträgen, diese umfassen 78 Prozent und die Unterstützungen der Mitgliedstaaten 22 Prozent der Geldbeträge.

Link zur WHO.


 

 

Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)

Eine der bekanntesten Einrichtungen der humanitären Hilfe im UN-Bereich ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Es kümmert sich um Hilfe für Kinder weltweit und arbeitet schwerpunktmäßig in fünf Bereichen: Mädchenbildung, HIV/AIDS-Aufklärung, Förderung der frühkindlichen Entwicklung, Immunisierung und Schutz der Kinder vor Gewalt beziehungsweise vor Ausbeutung aller Art (z.B. sexuell und wirtschaftlich, Kindersoldaten etc.). Der Amerikaner Anthony Lake ist seit März 2010 der Exekutivdirektor UNICEFs. Das Mandat von UNICEF ist in Bezug auf die Entwicklung des Kindes allumfassend. Es beginnt bei der Unterstützung der Mutter während der Schwangerschaft und reicht bis ins Erwachsenenalter, wenn es um Ausbildung und Berufswahl geht. Im Gegensatz zu anderen UN-Organisationen ist UNICEF vollständig auf die freiwilligen Beiträge der Staaten angewiesen. Zwei Drittel des Budgets stammt von Regierungen und internationalen Organisationen, ein Drittel aus privaten Spendengeldern.

Weitere Informationen zu UNICEF finden sie hier.