19. August: Int. Tag der Humanitären Hilfe

Humanitäre Helfer bringen Hilfspakete nach Süd-Darfur. UN Photo/Olivier Chassot

Nach Angaben des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) benötigen mittlerweile über 60 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Ob Essen, Zelte oder Kleidung – alles muss an meist sehr gefährliche Orte gebracht und verteilt werden. Diese Leistung vollbringen jeden Tag zahlreiche humanitäre Helfer, die während ihres Einsatzes für friedliche Konfliktbeilegung nicht selten ihr Leben riskieren. Der Internationale Tag der humanitären Hilfe am 19. August 2012 honoriert deren Einsatz.

Begründet wurde der Tag im Jahr 2008 auf der 63. Sitzung der Generalversammlung. An diesem Datum soll sowohl der umgekommenen humanitären Helfer gedacht, als auch deren Arbeit anerkannt und auf bestehende humanitäre Nöte weltweit hingewiesen werden. Ziel ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit für die humanitäre Hilfe und deren Ausführung zu stärken.

Der Einberufung des Tages vorausgegangen war ein Ereignis im Jahr 2003 im Irak: Damals starben am 19. August der damalige Hochkommissar für Menschenrechte und Sondergesandte für Bagdad – Sergio Vieira de Mello – und 21 seiner Kollegen in einer Bombenattacke auf das UN-Hauptquartier. Daraufhin setzte sich de Mellos Familie dafür ein, den Tag als Würdigung und Andenken an die humanitäre Arbeit verstorbener und aktiver Helfer zu begehen. Außerdem kürt die Sergio Vieira de Mello Stiftung seit 2010 Individuen oder Institutionen mit einem Preis, die sich im besonderen Maße für eine friedliche Konfliktbeilegung einsetzen.

UN-Mitarbeiter in Afghanistan erweisen zwei Kollegen die letzte Ehre. UN Photo/Eric Kanalstein

Humanitäre Helfer riskieren ihr Leben

Dass die Arbeit humanitärer Helfer gefährlich sein kann, belegt der „Aid Worker Security Report 2011“: So stieg die Zahl der Fälle von Gewaltanwendungen gegen humanitäre Helfer von 42 im Jahr 2000 auf 165 im Jahr 2008 - die bisher höchste Zahl. Wobei diese Zahlen Tötung, Geiselnahme und bewaffnete Angriffe auf humanitäre Helfer einschließt.

Trotz des Rückgangs der Vorfälle auf 129 im Jahr 2010 ist es nicht sicher, ob sich diese Entwicklung angesichts steigender humanitärer Herausforderungen durch innerstaatliche Konflikte oder den Klimawandel fortsetzt. In diesem Zusammenhang scheint es humanitären Helfern nur bedingt zu nützen, dass ihre Arbeit auf den Grundsätzen der Menschlichkeit, Objektivität, Neutralität und Unabhängigkeit beruht.

Anlässlich des diesjährigen Tages der humanitären Hilfe haben die Vereinten Nationen und mehrere humanitäre Hilfsorganisationen zusammen mit der weltbekannten Pop-Sängerin Beyoncé eine Kampagne gestartet. Am Ende soll sie eine Milliarde Menschen erreichen. Auf einer Webseite können Menschen den Tag via Facebook oder Twitter begleiten. Am 19. August kann dann jeder etwas Gutes für einen anderen Menschen tun, wobei die Taten im Internet gezeigt und damit verbreitet werden.

Raija Hawly

Fotostrecke: Humanitäre Helfer im Einsatz

  • Helfer des UNHCR bringen Hilfsmaterial für Wirbelsturmüberlebende. UN Photo/UNHCR

  • Helfer bringen Deckenpakete zu notleidenden Menschen. UN Photo/UNHCR

  • Helfer des Roten Kreuzes transportieren Tote ab. UN Photo

  • Humanitärer Helfer unterrichtet Schüler in Simbabwe. UN Photo/Kryzanowski

  • Humanitärer Helfer in Argentinien gibt Mädchen zu trinken. UN Photo/Logan Abassi

  • Ein Opfer der Kämpfe im Sudan wird von einem Helfer behandelt. UN Photo/Tim McKulka

  • Mitglied der MINUSTAH-Mission trägt ein Baby zu einem Helikopter. UN Photo/Marco Dormino

  • Humanitäre Helfer aus der Dominikanischen Republik verteilen Essen. UN Photo/Marco Dormino