Biodiversität

Die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde, die biologische Vielfalt (oder kurz: Biodiversität), ist die Variabilität lebender Organismen und der ökologischen Komplexe zu denen sie gehören.

Sie umfasst die folgenden drei Ebenen:

  • die Vielfalt an Ökosystemen bzw. Lebensgemeinschaften, Lebensräumen und Landschaften
  • die Artenvielfalt
  • die genetische Vielfalt innerhalb der verschiedenen Arten

Das zentrale weltweite Abkommen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt ist das Übereinkommen über die biologische Vielfalt, die Biodiversitätskonvention.

Das Übereinkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen souveränen Staaten und wurde 1992 auf der UN-Konferenz in Rio de Janeiro verabschiedet. Inzwischen ist es von 193 Vertragsparteien unterzeichnet und auch ratifiziert worden. Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich, die Bestimmungen der Konvention in nationales Recht umzusetzen. Die Bundesregierung hat ihre Nationale Biodiversitätsstrategie im November 2007 vorgelegt - 15 Jahre nach der Verabschiedung der Konvention. Die Mitgliedstaaten haben sich das Ziel gesetzt, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen, zu sichern und deren nachhaltige Nutzung so zu organisieren, dass möglichst viele Menschen heute und auch in Zukunft davon leben können. Zum ersten Mal wird völkerrechtlich anerkannt, dass die genetischen Ressourcen ähnlich wie Bodenschätze unter die Souveränität der einzelnen Nationalstaaten fallen.

Die Biodiversitätskonvention verfolgt folgende Ziele:

  • die Erhaltung der biologischen Vielfalt
  • die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile
  • der gerechte Vorteilsausgleich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen

Mit diesen Zielen wird versucht, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte beim Umgang mit biologischer Vielfalt in Einklang zu bringen. Damit geht die Konvention weit über die "klassischen" Schutzansätze hinaus und ist somit von ihrem Anspruch und Umfang her das weltweit umfassendste Übereinkommen im Bereich des Naturschutzes und der Entwicklungspolitik.

Aus dieser Absichtserklärung ist das im Januar 2000 unterzeichnete Protokoll über Biologische Sicherheit (Cartagena-Protokoll) hervorgegangen.