Die UN haben 2009 den 19. August zum Internationalen Gedenktag der humanitären Hilfe ernannt. Dieser Tag ist allen humanitären Helfern gewidmet und soll auf ihre alltäglichen Gefahren aufmerksam machen, denen sie sich tagtäglich aussetzen.
Im Jahr 2009 waren 278 Hilfskräfte direkt betroffen von Gewalt und Terror, 102 Mitarbeiter verloren ihr Leben und 92 wurden Opfer von Entführungen. Für weitere Informationen siehe folgenden Link.
Erdbeben im Januar 2010 in Haiti
Aktueller Bericht des Sicherheitsrats zum Erdbeben in Haiti (17. Februar, 2010)
Koordinationsbüro der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe (OCHA)
Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)
Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Haiti (MINUSTAH)
Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA)
OCHA (Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) ist das zentrale Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten im UN-Sekretariat. Es wird von UN-Nothilfekoordinator John Holmes geleitet. Seine Aufgabe und die des Büros ist es, die Zusammenarbeit der zahlreichen UN-Orgnisationen im Fall einer humanitären Notsituation zu koordinieren, um effizient und effektiv auf Katastrophen zu reagieren. Unter der Leitung von OCHA werden die Reaktionen der einzelnen Organisationen abgestimmt. OCHA mobilisiert internationale Hilfe und plant humanitäre Aktionen in
Zusammenarbeit auch mit nationalen und internationalen Akteuren außerhalb der UN, um das menschliche Elend in Katastrophen und Notfällen zu mindern. Dazu zählt auch, für die Rechte der Menschen in Not einzutreten, mehr Engagement im Bereich der Prävention anzuregen sowie nachhaltige Lösungen zu ermöglichen. Als Teil des UN-Sekretariates bezieht OCHA fünf Prozent (Stand 2009) vom regulärem Budget der Vereinten Nationen. Die Hilfsmaßnahmen werden aber größtenteils durch freiwillige Beiträge von den Mitgliedstaaten gefördert, die aufgrund von Spenden- oder Hilfsappellen, die OCHA ausruft, geleistet werden.
Der UN-Nothilfekoordinator ist auch Vorsitzender des IASC (Inter-Agency Standing Committee), in dem alle im Bereich der humanitären Hilfe tätigen internationalen Organisationen, Fonds Programme und Netzwerke vertreten sind. Er besteht aus Vertretern folgender UN-Einrichtungen: der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF), des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), des Amts des Hohen Flüchtlingskommissars (UNHCR), des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA), des Welternährungsprogramms (WFP) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Hinzu kommen weitere ständige Teilnehmer wie z.B. das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, die Internationale Organisation für Migration, das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte und die Weltbank, der UN-Sonderbeauftragte für die Binnenvertriebenen sowie Nichtregierungsorganisationen.
Kann kein Konsens über die Aufgabenverteilung erzielt werden, entscheidet der UN-Generalsekretär. Neben der Koordination gehört es u.a. zu den Aufgaben des IASC, Bereiche zu finden, die durch Mandate der UN-Hilfsorganisationen nicht abgedeckt werden oder wofür es keine Kapazitäten gibt.
Um bei einer Katastrophe Doppelarbeit und eine Vielzahl unkoordinierter Spendenaufrufe von UN-Hilfsorganisationen zu vermeiden, werden erforderliche Hilfsaufrufe über den konsolidierten Hilfsappell (Consolidated Appeals Process)
gebündelt. Der konsolidierte UN-Aufruf zu humanitärer Hilfe richtet sich dann an alle potenziellen Geber, die ihre Beiträge an das UN-System entrichten können. Der Aufruf muss binnen einer Woche nach einem Notfall vom UN-Generalsekretär veröffentlicht werden. Im Zusammenhang mit der Erdbebenkatastrophe in Haiti erging ein Hilfsaufruf über 575 Mio. Dollar, ein Monat später wurde der Hilfsaufruf auf 1.488 Mrd. aufgestockt. Bis zum 14. Juli 2010 konnten 64 Prozent der geforderten Summe eingesammelt werden.
Der CERF (Central Emergency Response Fund) wurde am 15. Dezember 2005 durch die UN-Generalversammlung als humanitärer Fonds gegründet, um zuverlässige und schnellst möglich Hilfe bei Katastrophen und Konflikten zu ermöglichen. Der Fonds leistet schnelle Nothilfe in Katastrophensituationen und leitet Geldbeträge, die von Staaten, Einzelpersonen, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen eingenommen werden, an Institutionen oder Organisationen die diese am dringendsten benötigen. Ziele des Fonds sind die Förderung frühzeitigen Handelns und den Verlust von Lebenden zu minimieren, weshalb der Fonds binnen Stunden Hilfsorganisationen wie UNICEF, WFP, IOM, Oxfam unterstützt. Neben der Verbesserung der Reaktion auf zeitkritische Anforderungen ist die Stärkung der Kernelemente der humanitären Resonanz in unterfinanzierten Krisen Ziel der Arbeit. Der CERF ist dem Koordinationsbüro der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe (OCHA) und dem UN-Nothilfekoordinator untergeordnet. Durch den Fonds wird eine schnelle Nothilfe garantiert, damit Organisationen in Krisensituationen handeln können, bevor Spendenaufrufe oder humanitäre Appelle wirksam werden.
Als Reaktion auf das schwere Erdbeben in Haiti wurden am 13. Januar, zwei Tage nach dem Beben, von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon 10 Millionen US-Dollar für Nothilfemaßnahmen bereitgestellt. Zwei Tage später folgten dann weitere 15 Millionen US-Dollar, die es den oben genannten Hilfsorganisationen ermöglichte, schnell zu handeln.
Weitere Informationen über CERF finden Sie hier.
Das E
ntwicklungsprogramm der Vereinten Nationen wurde 1965 gegründet und zählt zu den Exekutivausschüssen der UN-Generalversammlung. Es nimmt wichtige Koordinationsaufgaben bei der Entwicklungsarbeit der UN wahr. Leiterin des UNDP (United Nations Development Programme) ist die ehemalige Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, die im April 2009 ernannt wurde. Als Vorsitzende der "Development Group" bekleidet Sie das dritthöchste Amt der UN. Eine der Hauptaufgaben des UNDP ist Ländern zu helfen, die Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) zu erreichen. Der Fokus liegt in diesem Zusammenhang vor allem bei der Förderung der am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs). Bei den Projekten des UNDP stehen vor allem die Themen Armutsbekämpfung, HIV/AIDS, Energie und Umwelt, demokratische Regierungsführung, sowie Krisenprävention im Vordergrund. Eine übergreifende Aufgabe bei allen Programmen des UNDP besteht beim Schutz der Menschenrechte und der Gleichberechtigung von Frauen. Die Projekte des UNDP werden zu großen Teilen aus freiwilligen Beiträgen der UN-Mitgliedstaaten finanziert. Durch seine 166 Büros und seine Koordinationsfunktion in der Entwicklungszusammenarbeit kommt dem UNDP auch in der Nothilfe ein Schlüsselfunktion zu.
Nach dem UN-Spendenaufruf (siehe oben) wird sich UNDP mit etwa 36 Millionen US-Dollar an der Hilfe für Haiti beteiligen. Die Administratorin Helen Clark verschaffte sich persönlich ein Bild von der Lage in Port-au-Prince. Das UNDP beabsichtigt, zusammen mit der Regierung von Haiti und anderen Hilfsorganisation, einen Wiederaufbauplan zu entwickeln. Dabei sollen die Schäden der Infrastruktur eingeschätzt und die Bedürfnisse der Menschen ermittelt werden.
Die Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Haiti (MINUSTAH) trat am ersten Juni 2004 mit der Sicherheitsratresolution 1542 in Kraft. Das Mandat wurde seither regelmäßig verlängert und gleichzeitig wurde die Anzahl von Soldaten und Polizisten stetig erhöht. Durch die Resolution 1927 (Juni 2010) sollen 680 weitere uniformierte Kräfte eingesetzt werden.
Die Mission soll Sicherheit und Stabilität für die Übergangsregierung gewährleisten und den Aufbau einer neuen demokratisch gewählten Regierung überwachen. Für den Zeitraum Juli 2010 bis Januar 2011 bewilligte die Generalversammlung ein Budget von etwa 380 Mio. US-Dollar.
Auf Grund des Erbebens in Haiti hat MINUSTAH bereits über 158 Todesopfer gemeldet. Mit der neuen Resolution kommen weitere Polizisten von MINUSTAH ins Land, um in den Erdbebenregionen Aufbauhilfe zu leisten.
Personal (Stand 31. Mai 2010)
- 11.578 uniformierte Kräfte im Einsatz in Haiti:
- 8.609 Soldaten
- 2.969 Polizisten
- 473 internationales ziviles Personal
- 1.235 lokales ziviles Personal
- 208 UN-Freiwillige
Mit Resolution 1908 vom 19. Januar 2010 wird die Zahl der uniformierten Kräfte um 2.000 Soldaten und 1.500 Polizisten erhöht. Weitere 680 Polizeikräfte wurden mit Resolution 1927 vom 04. Juni 2010 bewilligt.
Literaturhinweis:
Artikel zur Vertiefung in die Thematik: Dr. Wolfgang Weisbrod-Weber "Haitis historische Chance- Warum die internationale Gemeinschaft helfen muss", Zeitschrift Vereint Nationen 5/06.
Flutkatastrophe in Pakistan/UN fordern deutlich mehr Hilfe
Seit mehr als drei Wochen ist Pakistan von der größten Flutkatastrophe in der Geschichte des Landes betroffen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bezeichnete das Desaster als einen „Tsunami in Zeitlupe“, dessen „Kraft der Zerstörung sich mit der Zeit verstärkt“.
Gegenwärtig steht ein Fünftel des Landes unter Wasser, was circa 160.000 km² entspricht oder einer Fläche, die halb Deutschland bedecken würde. Fast 20 Millionen Menschen sind direkt von den Folgen der Flut betroffen, sechs Millionen sind obdachlos und 1600 sind bisher in den Fluten ums Leben gekommen. Vor allem das Kernland Pakistans, die Kornkammer des Landes, ist von der Katastrophe betroffen. Die Folgen für die bevorstehende Ernte sind verheerend, und für die nächsten Jahre werden weitere starke Beeinträchtigungen für die Landwirtschaft erwartet. Die Lebensmittelpreise sind in den letzten Tagen stark gestiegen. Experten rechnen mit einer Hungersnot in den überfluteten Gebieten, nachdem das Wasser zurückgegangen ist. Zudem sind in weiten Teilen öffentliche Gebäude, Straßen, Brücken und sechs Millionen Wohnungen zerstört.
Klimaanomalien sind schuld an der Flut
Der regelmäßig wiederkehrende Monsun bringt jedes Jahr zwischen Juli und August Regen nach Indien und Pakistan und ist normalerweise ein erfreuliches Ereignis für die Menschen in der Region. Die Landwirtschaft ist auf den Niederschlag angewiesen, gleichzeitig füllt der Regen die Seen und Wasserreservoirs. In der jetzigen Intensität ist der Monsun seit Bestehen Pakistans noch nie aufgetreten. Die ungewöhnlich starken Niederschläge sind der Auslöser der gegenwärtigen Überschwemmungen, welche auf Wetteranomalien im Äquatorbereich und die Auswirkungen der extremen Hitze in Russland zurückgeführt werden.
Die Schäden in Pakistan können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig beziffert werden, da sich die Wassermassen weiter ausbreiten. In einigen Regionen steigen die Pegel weiterhin, während in anderen Regionen die Pegel wieder sinken und ein Bild der Zerstörung hinterlassen. Bislang werden die entstandenen Kosten für den Wiederaufbau von der pakistanischen Regierung auf bis zu 15 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Mit Andauern der Katastrophe verschlechtern sich die Bedingungen der Menschen in den betroffenen Gebieten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete, dass sich Krankheiten wie Durchfall, Haut- und Atemwegserkrankungen und Malaria ausbreiten. Vor allem bei der Nahrungsmittelproduktion werden hohe Ausfälle erwartet. Auch die Nutztierhaltung wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) berichtete, dass schon über 200.000 Nutztiere verendet sind und die Zahl voraussichtlich in den Millionenbereich ansteigen wird. Durch die Flut sind die Futterpflanzen vernichtet worden, und tausende Tiere müssen geschlachtet werden.
Nur ein Teil der Opfer wird erreicht
Die Vereinten Nationen und ihre Organisationen kämpfen gegen die Notstände an, stoßen dabei aber durch das enorme Ausmaß der Katastrophe an ihre Grenzen. Aufgrund unzureichender finanzieller Mittel und des Fehlens geeigneter Geräte, wie z.B. Hubschraubern, konnte bislang nur ein kleiner Teil der Opfer erreicht und versorgt werden. Auf einer Sondersitzung der UN-Generalversammlung am 19. August 2010 rief der UN-Generalsekretär die Staatengemeinschaft auf, den Opfern schnelle Hilfe zukommen zu lassen. Mit der Resolution A/RES/64/294 beschloss die UN-Generalversammlung, die pakistanische Regierung bei der Bewältigung der Katastrophe zu unterstützen.
Bis jetzt konnten die UN schon mehreren Millionen Menschen helfen. Das Welternährungsprogramm (WFP) hat bereits über 1,3 Millionen Menschen mit einer Monatsration an Lebensmitteln versorgen können. Zum Beispiel wird eine Familie mit 80 kg Weizenmehl, 4,5 kg Energiekeksen und 4 Litern Öl versorgt. Das Kinderhilfswerk (UNICEF) stellt jeden Tag die Versorgung von 1,5 Millionen Menschen mit Trinkwasser sicher. Ferner versorgt UNICEF gezielt Kinder mit Medikamenten und Nahrung. In den letzten Tagen wurden über 60.000 Menschen in den überfluteten Gebieten gegen Masern, Polio und Tetanus geimpft. Gleichzeitig verteilen Mitarbeiter vom Hohen Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) Zelte, Kochutensilien und Decken. Neben den Vereinten Nationen sind auch andere Hilfsorganisationen im Katastrophengebiet tätig und unterstützen die notleidende Bevölkerung wie das Deutsche Rote Kreuz, Care oder Oxfam. Trotz der Anstrengungen der UN und anderer Hilfsorganisationen, warten weiterhin hunderttausende Menschen auf Hilfe.
Um in der akuten Krise allen Betroffenen helfen zu können, hat das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) am 11. August 2010 den „Pakistan Initial Floods Emergency Response Plan“ ins Leben gerufen und Gelder in Höhe von knapp 460 Millionen US-Dollar angefragt. John Holmes, Leiter von OCHA, berichtete am 26. August, dass bereits 70 Prozent der 460 Millionen US-Dollar eingegangen seien. Mit den zugesagten Mitteln aus dem Plan, belaufen sich alle Hilfszusagen und Spendengelder für Pakistan gegenwärtig auf knapp eine Milliarden US-Dollar.
Spendenbereitschaft niedrig
Die bisher gemachten Zusagen aus Deutschland liegen bei geschätzten 60 Millionen Euro. Seit Beginn der Katastrophe haben Deutsche insgesamt 16 Millionen Euro für die Flutopfer gespendet. Das deutsche Spendenaufkommen verharrt auf einem niedrigen Niveau. Vor allem die Angst, die Spendengelder könnten den Taliban zugutekommen oder von der pakistanischen Regierung veruntreut werden, hält die deutsche Spendenbereitschaft gering. Mit der Dauer der Katastrophe wächst aber das deutsche Spendenaufkommen kontinuierlich.
Hier können Sie spenden:
Für weitere Informationen siehe:
Themenschwerpunkt Humanitäre Hilfe
(Christian Rehmer)
„Ich würde sofort zurückgehen, wenn ich nicht wüsste, dass ich von hier aus [USA] per Telefon mehr tun kann, um die Probleme zu lösen. Das Beste, was man machen kann, ist für Essen, Wasser, Unterkünfte und Hilfslieferungen zu spenden.“
Bill Clinton, UN-Sondergesandter für Haiti und ehemaliger US-Präsident (15. Januar 2010)
Das WFP (World Food Programme) wurde im Jahr 1961 von der UN-Generalversammlung zusammen mit der Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) zunächst als dreijähriges Programm zur Nahrungsmittelsoforthilfe gegründet und 1965 auf Dauer eingerichtet. Der Exekutivdirektor des WFP wird von den Generalsekretären der FAO und der UN für fünf Jahre ernannt. Amtsinhaberin ist zurzeit die Amerikanerin Josette Sheeran. Im Jahr 2008 wurde eine Rekordsumme von 5,1 Mrd. US-Dollar eingeworben, davon wurde 102 Millionen Bedürftigen in 78 Ländern geholfen. An der Spitze der Geberstaaten stehen die USA, von denen das WFP über die Hälfte seiner Gelder bzw. zu verteilende Nahrungsmittel bezieht. Auf Platz zwei steht die EU mit 8%. Für lange Zeit war für die großen Geberländer die Unterstützung des WFP auch eine gute Möglichkeit, ihre Nahrungsmittelüberschüsse zu verkaufen. Heute hat sich dies geändert: Obgleich die Hilfen in Entwicklungsländer gehen, kauft das WFP gleichzeitig mehr Güter und Dienstleistungen von Entwicklungsländern als jede andere UN-Einrichtung. Vor allem die USA liefern noch Überschußproduktionen an die Länder, in denen das WFP Unterstützung benötigt.
In den ersten 14 Tagen nach dem Erdbeben in Haiti sind durch das WFP 250.000 Essenstagesrationen in Port-au-Prince und anderen Gebieten eingegangen. Des Weiteren wurde ein Flugzeug mit 86.000 Tausend Energie-Keksen und 16 Mill. Fertigessensrationen angeliefert und 4,2 Mill. Essensrationen für Kinder, damit der tägliche Kalorien- und Nährwertbedarf gedeckt wird.
Das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (United Nations High Commissioner for Refugees) wurde von der UN-Generalversammlung am 14. Dezember 1950 eingerichtet. Im Jahre 2006 beschäftigte UNHCR circa 6000 Mitarbeiter in 110 Ländern, wobei 80 % außerhalb der Genfer Zentrale im Einsatz sind.
Seit der Gründung des UNHCR wurden bereits 50 Millionen Menschen dabei unterstützt, sich ein neues Leben aufzubauen. UN-Hochkommissar für Flüchtlinge ist der ehemalige portugiesische Premierminister António Guterres. Das Budget des UNHCR stammt nur zu etwa 3 % aus dem regulären UN-Haushalt (Stand 2008-2009: 115,3 Millionen US-Dollar), darin enthalten sind Personalkosten, Mieten, etc., der Rest kommt durch freiwillige Beiträge der Staaten zusammen (119,9 Millionen US-Dollar). UNHCR stützt sich bei seiner Arbeit auf die 1951 unterzeichnete und 1954 in Kraft getretene Genfer Flüchtlingskonvention sowie das Zusatzprotokoll von 1967. Das Hilfswerk hat hauptsächlich die Aufgabe, sich um jene Menschen zu kümmern, die ihren Heimatstaat oder Staat, in dem sie wohnen, aufgrund ihrer Religion, Rasse, Nationalität oder politischen Ansichten verlassen mussten. In Katastrophensituationen hat der UNHCR die Möglichtkeit, innerhalb von 72 Stunden etwa 300 ausgebildete Helfer aus den Nothilfe-Teams (ERT - Emergency Rescue Teams) in die Krisenregion zu schicken. Der UNHCR spezialisiert sich auf diejenigen Opfer, die vor der Katastrophe geflohen sind. Der UNHCR stellt Hilfsmittellager bereit, auf die in solche Notfälle zurückgegriffen werden kann und bietet Mechanismen für schnelle Mobilisierung finanzieller Mittel.
Die primäre Aufgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, dafür Sorge zu tragen, dass alle Menschen den höchstmöglichen Grad an Gesundheit erreichen können, die von der WHO sehr breit als Zustand eines vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens definiert wird und nicht als eine bloße A
bwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit. Humanitäre Notsituationen haben mittelbare und unmittelbare Folgen für die Gesundheit der Menschen. Die Vertreter/innen der WHO sind dafür zuständig, die medizinische Lage im Krisengebiet für die UN zu beurteilen, und falls nötig, technische/medizinische Unterstützung sowie Hilfe bereitzustellen. Diese kann aus der Lieferung von Notfalllazaretten, Impfstoffen, technischem Gerät, Medikamenten, Beratung der Regierung, gesundheitlicher Aufklärung, Hygiene- und Quarantänemaßnahmen etc. bestehen. Generalsekretärin der WHO ist die am 9. November 2006 von der Weltgesundheitsversammlung ausgewählte Chinesin Margaret Chan.
Das reguläre Budget der WHO für die Jahre 2006 - 2007 lag bei etwa 915 Mio. US-Dollar, hinzu kommen ca. 2,4 Mrd. US-Dollar an freiwilligen Beiträgen, diese umfassen 72 Prozent und die Unterstützungen der Mitgliedstaaten 24 Prozent der Geldbeträge.
Eine der bekanntesten Einrichtungen der humanitären Hilfe im UN-Bereich ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Es kümmert sich um Hilfe für Kinder weltweit und arbeitet schwerpunktmäßig in fünf Bereichen: Mädchenbildung, HIV/Aids-Aufklärung, Förderung der frühkindlichen Entwicklung, Immunisierung und Schutz der Kinder vor Gewalt beziehungsweise vor Ausbeutung aller Art (z.B. sexuell und wirtschaftlich, Kindersoldaten, etc). Die Amerikanerin Ann M. Veneman ist seit 01. Mai 2005 die Exekutivdirektorin UNICEFs. Das Mandat von UNICEF ist in Bezug auf die Entwicklung des Kindes allumfassend. Es beginnt bei der Unterstützung der Mutter während der Schwangerschaft und reicht bis ins Erwachsenenalter, wenn es um Ausbildung und Berufswahl geht. Im Gegensatz zu anderen UN-Organisationen ist UNICEF vollständig auf die freiwilligen Beiträge der Staaten angewiesen. Zwei Drittel des Budgets stammt von Regierungen und internationalen Organisationen, ein Drittel aus privaten Spendengeldern.
Aktuell unterstützt UNICEF Kinder in Haiti mit Wasser und Nahrungsmitteln. Nahrungszentren für Kinder unter zwei Jahren wurden aufgebaut, um den jüngsten und am meisten gefährdeten Notleidenden der Katastrophe gezielt zu helfen. Ebenfalls werden Notunterkünfte für Weisenkinder, die von ihren Eltern durch das Erdbeben getrennt wurden, eingerichtet.