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Veranstaltungsbericht | 02.02.2010

Klimaanpassung nicht ohne Armutsbekämpfung

Neue Chefin des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) zu Gast bei der DGVN

UNDP als die zentrale Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen muss seine Anstrengungen zur Armutsbekämpfung mehr als bisher auf die verheerenden Folgen des Klimawandels in den betroffenen armen Ländern abstimmen. „Klimaanpassung hat absolute Priorität auf der globalen Entwicklungs-Agenda“, sagte die neue UNDP-Leiterin Helen Clark auf einer DGVN-Veranstaltung am 27. Januar 2010 in Berlin. Das Gespräch fand im Rahmen ihres Antrittsbesuchs in Deutschland statt, bei dem sie u. a. auch Außenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel traf.

Die ehemalige langjährige Premierministerin Neuseelands zeichnete ein düsteres Bild der Lage der Entwicklungsländer. Viele Länder hätten schwer mit den Folgen der aktuellen Wirtschaftskrise und der Rezession zu kämpfen. Herbe Einnahmeausfälle müssten die betroffenen Staaten verkraften, z.B. durch ausbleibende Geldüberweisungen von Migranten oder massive Haushaltsdefizite durch eingebrochene Rohstoffmärkte. Hinzu kämen die zunehmenden Auswirkungen der Klimaerwärmung und die damit verbundenen Katastrophen wie Dürren, Überschwemmungen oder Wirbelstürme. Clark ist überzeugt, dass es nach der gescheiterten Kopenhagen-Konferenz kein neues Klimaabkommen geben wird, das nicht auch Entwicklungsfragen miteinschließt.

Zusagen um 90 Prozent verfehlt

Die Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) bis 2015 sei  um Jahre zurückgeworfen. Gleichzeitig stagniert die internationale Hilfe, sagte Clark, die als erste Frau UNDP leitet und gleichzeitig das dritthöchste UN-Amt bekleidet. Eine der größten Enttäuschung der letzten Jahre war die mangelnde Umsetzung des Versprechens des 2005er G8-Gipfels im schottischen Gleneagles, die Entwicklungshilfe für Afrika bis 2010 um 25 Milliarden Dollar pro Jahr zu verdoppeln.  „Dieses Ziel ist zu 90 Prozent verfehlt,“ stellte die Neuseeländerin fest und meinte: Geld ist zwar nicht alles, aber eine wichtige Voraussetzung für Entwicklung. Auch sei noch ziemlich unklar, wie es nach 2015, dem Zieldatum der Millenniumsziele, mit den internationalen Versprechen weitergeht, wenn solche Rückschläge zu beklagen sind.

Gleichwohl, welche Richtung UNDP einschlägt, ruht nach ihren Angaben auf mehreren Pfeilern: Armutsbekämpfung, Förderung von guter Regierungsführung, Demokratie und Anti-Korruptionsmaßnahmen, dem Zusammendenken von Umwelt und Energie für eine nachhaltige Entwicklung, Krisenprävention und Aufbau von Entwicklungspartnerschaften mit lokalen, nationalen und regionalen Institutionen - das sind die strategischen Grundorientierungen. UNDP kann keine Regierung ersetzen – es hat mit seinen Verbindungsbüros in über 160 Ländern aber die Aufgabe übernommen, die Kooperation der verschiedenen UN-Hilfsinstitutionen und bilateralen Geber vor Ort zu stärken nach dem Motto: „Deliver as one“ – partnerschaftliche UN-Entwicklungsarbeit aus einer Hand.  (Ulrich Keller)

Weitere Informationen zum UN-Entwicklungsprogramm finden Sie auf der Homepage von UNDP (englisch)

Kurze Zusammenfassung des Treffens zwischen Helen Clark und Bundesaußenminister Westerwelle: hier


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