Gesundheit/AIDS

Welt-Krebs-Bericht 2014

Rauch strömt aus einem Frauenmund. Nahaufnahme.

Die meisten krebsbedingten Todesfälle werden auch heute noch durch Lungenkrebs verursacht. Rauchen und Luftverschmutzung zählen zu den häufigsten Ursachen einer Erkrankung der Lunge. Die WHO forderte daher strengere Gesetze. Foto: Chrystian Guy/flickr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neueste Zahlen zu weltweiten Krebserkrankungen veröffentlicht. 2012 erkrankten rund 14 Millionen Menschen an Krebs. 8,5 Millionen Betroffene sind im gleichen Jahr daran gestorben. Für die nächsten 20 Jahre prognostiziert die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) einen Anstieg der Erkrankungen von über 60 Prozent. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen könnte somit auf 22 Millionen steigen.

Die Gründe für den zu erwartenden rasanten Anstieg sind vielseitig. Neben dem allgemeinen Bevölkerungswachstum durch eine zunehmende Lebenserwartung kommt es aufgrund niedriger Geburtenraten auch zu einem Anstieg des relativen Anteils älterer Einwohner an der Gesamtbevölkerung. Da die meisten Fälle von Krebs im fortgeschrittenen Alter auftreten, steigt auch die Gesamtzahl der Betroffenen. Auch in vielen Entwicklungsländern altert die Bevölkerung. Da die dort lebenden Menschen oft schädliche Verhaltens- und Lifestyle-Gewohnheiten westlicher Staaten übernehmen, wird der zukünftige Krebsanstieg vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern stattfinden. Der Ernährung mit Fast Food oder der übermäßige Konsum von zuckerhaltigen Getränken sind nur zwei Beispiele.

Wissenswertes

Weltweit häufigste Krebsarten (Fälle pro 100.000 Menschen, 2008):

· Brustkrebs (39)

· Prostatakrebs (28)

· Lungenkrebs (23)

· Darmkrebs (17)

· Gebärmutterhalskrebs (15)

Falsche Ernährungs- und Lebensweisen zählen auch hierzulande zu häufigen Ursachen einer Krebserkrankung. Lungenkrebs ist mit 1,8 Millionen Neuerkrankungen und 1,6 Millionen Todesfällen weltweit am meisten verbreitet. Neben Luftverschmutzung gehört vor allem das Rauchen zu seinen häufigsten Ursachen. Hinzu kommt, dass die Heilungschancen von Lungenkrebs schlechter sind als bei anderen Krebsarten. In Europa kommt die Krebserkrankung der Lunge daher an erster Stelle der krebsbedingten Todesfälle. Doch nicht jeder Krebsverlauf ist tödlich: eine rechtzeitige Therapie kann Patienten oft vor dem Tod bewahren. IARC-Direktor Christopher Wild berichtete zudem von neuen Entwicklungen in der Krebsforschung, die die Therapiemöglichkeiten erheblich verbessern würden. Das Krebs-Problem könne jedoch nicht alleine durch Behandlung gelöst werden.

 

 
Entwicklungsländer überproportional betroffen

Cover des Welt-Krebs-Berichts
Rund 250 Forscher arbeiteten am diesjährigen Welt-Krebs-Bericht. Sie prognostizieren einen Anstieg der Neuerkrankungen von über 60 Prozent in den nächsten zwei Dekaden.

Die zur WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung fordert als Fazit des Berichts strengere nationale Gesetze, um Krebs zukünftig effektiver zu vermeiden. Durch eine verschärfte Regulierung des Konsums von Alkohol und zuckerhaltigen Getränken sowie durch strengere Maßnahmen gegen das Rauchen, könne der Anstieg der Neuerkrankungen verringert werden. Eine weitere Forderung des Berichts ist, dass die Unterstützung von gesundheitsbewussten Verhalten auch in Entwicklungsländern auf der Agenda stehen muss. Übergewicht und Luftverschmutzung müsse stärker thematisiert werden. Fast 70 Prozent aller krebsbedingter Todesfälle treten in Afrika, Asien, Zentral- und Südamerika auf. Entwicklungsländer sind damit überproportional betroffen. Die Gründe dafür sind ähnlich wie bei anderen Krankheiten. Eine frühe Diagnose wird durch einen Mangel an entsprechenden medizinischen Einrichtungen verhindert. Um sich überhaupt behandeln zu lassen müssen Betroffene oft weite Strecken reisen.

Der Welt-Krebs-Bericht wird regelmäßig von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht. In diesem Jahr halfen rund 250 Forscher aus gut 40 Ländern bei der Erstellung der Studie.

Florian Demmler

Weitere Informationen:

Welt-Krebs-Bericht 2014

Homepage der Deutschen Krebshilfe

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